Drogen vs. Alkohol

Wie gefährlich sind verschiedene Drogen im Vergleich zu Alkohol?

Wenn über Drogen gesprochen wird, denken viele Menschen zunächst an illegale Substanzen wie Heroin, Kokain oder Crystal Meth. Alkohol wird dagegen häufig nicht in die gleiche Kategorie eingeordnet. Dabei kann auch Alkohol erhebliche körperliche und psychische Schäden verursachen und ein hohes Abhängigkeitspotenzial entwickeln.

Doch welche Substanzen sind tatsächlich besonders gefährlich?

Eine eindeutige Rangliste gibt es nicht. Wie gefährlich eine Substanz ist, hängt unter anderem von der Dosis, der Häufigkeit des Konsums, der Konsumform, der individuellen körperlichen Verfassung und insbesondere vom Mischkonsum mit anderen Substanzen ab.

Wichtig: Die nachfolgende Tabelle enthält deshalb keine wissenschaftlich festgelegten oder medizinisch anerkannten Punktwerte. Die Werte von 0 bis 100 sind eine vereinfachte redaktionelle Einschätzung, die verschiedene Risikofaktoren zusammenfasst. Sie sollen vor allem dabei helfen, die unterschiedlichen Gefahren anschaulich miteinander zu vergleichen.

Berücksichtigt werden unter anderem das Abhängigkeitspotenzial, die Gefahr einer akuten Vergiftung oder Überdosierung, mögliche körperliche und psychische Folgeschäden sowie das langfristige Schadenspotenzial.

RangSubstanzOrientierungswert*Besondere Risiken
1Fentanyl und andere hochpotente synthetische Opioidesehr hochExtrem hohe Überdosierungsgefahr, Atemdepression, starke Abhängigkeit
2Heroinsehr hochStarke Abhängigkeit, Atemdepression, Überdosierung, Infektionsrisiken
3Methamphetamin (Crystal Meth)sehr hochHohes Abhängigkeitspotenzial, Psychosen, Herz-Kreislauf- und neurologische Schäden
4Cracksehr hochStarke Abhängigkeit, Herz-Kreislauf-Probleme, Schlaganfall und psychische Folgen
5Alkoholsehr hochAbhängigkeit, Leber- und Nervenschäden, Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und akute Vergiftungen
6KokainhochHerzinfarkt, Schlaganfall, Herzrhythmusstörungen, Psychosen und Abhängigkeit
7GHB / GBLhochSehr geringe Sicherheitsmarge, Bewusstlosigkeit, Atemdepression und Überdosierung
8BenzodiazepinehochAbhängigkeit, Gedächtnis- und Bewusstseinsstörungen; besonders gefährlich zusammen mit Alkohol oder Opioiden
9Tabak / NikotinhochSehr hohes Abhängigkeitspotenzial, Krebs sowie Herz- und Lungenerkrankungen
10Synthetische CannabinoidehochUnvorhersehbare Wirkungen, Angstzustände, Psychosen und Kreislaufprobleme
11MDMA / Ecstasymittel bis hochÜberhitzung, Herz-Kreislauf-Belastung und gefährliche Störungen des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts
12Amphetamin (Speed)mittel bis hochAbhängigkeit, Herz-Kreislauf-Belastung, Schlafstörungen und Psychosen
13KetaminmittelBewusstseinsstörungen, Abhängigkeit sowie Schäden an Blase und Harnwegen bei regelmäßigem Konsum
14Methadonmittel bis hochOpioidabhängigkeit, Atemdepression und Überdosierungsgefahr
15CannabismittelAbhängigkeit, Beeinträchtigungen, psychische Risiken und erhöhtes Unfallrisiko
16LSDvergleichsweise niedrigVor allem psychische Risiken, Angstzustände, Panik und Unfälle unter Einfluss
17Psilocybinhaltige Pilzevergleichsweise niedrigVor allem psychische Risiken, Panikreaktionen und Unfälle
18KoffeinniedrigAbhängigkeit und bei sehr hohen Dosen Herzrhythmusstörungen und Vergiftungen
19NikotinersatzprodukteniedrigAbhängigkeit möglich; bei bestimmungsgemäßer Anwendung deutlich weniger schädlich als Tabakrauch
20CBDvergleichsweise niedrigMögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten und weitere gesundheitliche Risiken je nach Produkt und Dosierung

*Hinweis zur Bewertung: Die Einstufungen in dieser Tabelle sind keine wissenschaftlich normierten Punktwerte und stellen keine medizinische oder toxikologische Rangliste dar. Sie dienen ausschließlich der verständlichen redaktionellen Einordnung verschiedener Risiken. Die tatsächliche Gefährdung kann je nach Person, Dosis, Konsumform, Häufigkeit und insbesondere bei Mischkonsum erheblich abweichen.

Warum Alkohol in dieser Liste so weit oben steht

Alkohol wird gesellschaftlich häufig anders wahrgenommen als illegale Drogen. Das bedeutet jedoch nicht, dass sein gesundheitliches Schadenspotenzial gering ist. Regelmäßiger und hoher Alkoholkonsum kann zu einer schweren Abhängigkeit führen und zahlreiche Organe schädigen. Dazu gehören insbesondere Leber, Gehirn, Herz-Kreislauf-System und das Nervensystem. Außerdem erhöht Alkoholkonsum das Risiko für verschiedene Krebserkrankungen.

Bei der Betrachtung der Gesamtgefährlichkeit spielt außerdem eine Rolle, dass Alkohol sehr weit verbreitet ist. Dadurch entstehen nicht nur gesundheitliche Schäden bei den Betroffenen selbst, sondern auch zahlreiche Folgeprobleme, beispielsweise durch Verkehrsunfälle, Arbeitsunfälle, Gewalt oder Auswirkungen auf Angehörige.

Akute Gefahr ist nicht dasselbe wie langfristiger Schaden

Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen der Gefahr einer einzelnen Einnahme und dem langfristigen Schadenspotenzial. Hochpotente Opioide wie Fentanyl können bereits in sehr kleinen Mengen eine tödliche Atemdepression verursachen. Alkohol weist dagegen vor allem aufgrund seiner weiten Verbreitung und der langfristigen Folgen einen enormen Gesamtschaden auf.

Auch der Mischkonsum kann die Gefährlichkeit erheblich erhöhen. Besonders problematisch sind Kombinationen, bei denen mehrere Substanzen gleichzeitig die Atmung oder das zentrale Nervensystem dämpfen – beispielsweise Alkohol zusammen mit Opioiden oder bestimmten Beruhigungsmitteln.

Fazit

Keine Droge ist automatisch harmlos, nur weil sie legal erhältlich ist. Ebenso bedeutet eine vergleichsweise geringe körperliche Giftigkeit einer Substanz nicht, dass keine psychischen oder sozialen Risiken bestehen. Die individuelle Situation, die konsumierte Menge und vor allem die Kombination verschiedener Substanzen spielen eine entscheidende Rolle.

Gerade beim Alkohol zeigt sich, dass eine gesellschaftlich akzeptierte und legal erhältliche Substanz ein erhebliches Abhängigkeitspotenzial und weitreichende gesundheitliche Folgen haben kann.

Quellen und Einordnung

Die gesundheitlichen Risiken der einzelnen Substanzen wurden anhand von Erkenntnissen aus der Suchtmedizin, Toxikologie und Gesundheitsforschung eingeordnet. Zu den verwendeten Informationsquellen gehören unter anderem Veröffentlichungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), des Bundeszentrums für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) sowie wissenschaftliche Fachliteratur.

Wichtiger Hinweis: Die Rangfolge und die Einstufungen in dieser Tabelle stellen keine wissenschaftlich normierten Punktwerte und keine offiziell anerkannte Rangliste dar. Sie sind eine vereinfachte redaktionelle Einschätzung, die verschiedene Faktoren wie Abhängigkeitspotenzial, akute Überdosierungsgefahr sowie körperliche und psychische Langzeitfolgen berücksichtigt. Die tatsächliche Gefährlichkeit kann abhängig von Dosis, Konsumform, Häufigkeit, individueller Situation und insbesondere von Mischkonsum erheblich variieren.

Die Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche oder suchtmedizinische Beratung.

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