
📖 Einleitung
Prothesen können fehlende Körperteile ganz oder teilweise ersetzen und Menschen dabei unterstützen, Mobilität, Selbstständigkeit und Lebensqualität zurückzugewinnen. Auf dieser Seite findest du einen Überblick über die gängigsten Prothesenarten, ihre Einsatzbereiche und besondere Versorgungen – von der Fußprothese bis zur modernen myoelektrischen Armprothese.
🗂️ Inhaltsverzeichnis
🦿 Prothesen
- Fußprothesen
- Unterschenkelprothesen
- Knieexartikulationsprothesen
- Oberschenkelprothesen
- Hüftexartikulationsprothesen
- Armprothesen
- Unterarmprothesen
- Oberarmprothesen
- Hand- und Fingerprothesen
- Teilhandprothesen
- Kosmetische Prothesen
- Elektronische und myoelektrische Prothesen
- Kinderprothesen
🦾 Orthesen
- Fußorthesen
- Sprunggelenkorthesen
- Unterschenkelorthesen
- Knieorthesen
- Oberschenkel- und Knieorthesen
- Hüftorthesen
- Wirbelsäulenorthesen
- Rumpforthesen
- Schulterorthesen
- Ellenbogenorthesen
- Handgelenkorthesen
- Handorthesen
- Fingerorthesen
- Armorthesen
- Ganzkörper- und Mehrgelenkorthesen
🏊 Erweiterungen & besondere Versorgungen
- Sportprothesen
- Lauf- und Sprintprothesen
- Prothesen für Leistungs- und Breitensport
- Schwimm- und Badeprothesen
- Schwimmprothesen mit Schwimmfuß oder Schwimmflosse
- Wasserfeste Prothesen
- Prothesen für spezielle Freizeitaktivitäten
- Arbeits- und Spezialprothesen
- Alltagsprothesen
- Zweit- und Wechselversorgungen
Fußprothese
Eine Fußprothese ersetzt einen fehlenden Teil des Fußes und kann je nach Höhe der Amputation sehr unterschiedlich aufgebaut sein. Sie kommt beispielsweise bei Teilamputationen des Fußes, im Bereich des Mittelfußes oder bei einer Fußwurzelamputation zum Einsatz. Ziel ist es, einen sicheren Stand zu ermöglichen und das Gehen möglichst gut zu unterstützen.
Welche Fußprothese geeignet ist, hängt unter anderem davon ab, welcher Teil des Fußes fehlt, wie belastbar der verbleibende Fuß und Stumpf sind und welche Anforderungen im Alltag bestehen. Die Versorgung wird individuell angepasst und kann aus verschiedenen Komponenten bestehen.
Bei Teilfußversorgungen können beispielsweise individuell gefertigte Prothesen eingesetzt werden, die fehlende Bereiche des Fußes ersetzen. Je nach Versorgung können dabei Funktion, Stabilität und die Möglichkeit, normales Schuhwerk zu tragen, berücksichtigt werden.
💡 Schon gewusst? – Eine Fußprothese ist nicht immer einfach ein künstlicher „Fuß“. Je nach Amputationshöhe kann die Versorgung sehr unterschiedlich aufgebaut sein und individuell an die Anatomie, Belastbarkeit und Anforderungen der betroffenen Person angepasst werden.
♥ KURZ ZUSAMMENGEFASST
- Fußprothesen können fehlende Bereiche des Fußes teilweise oder vollständig ersetzen.
- Die genaue Versorgung hängt von der Höhe und Form der Amputation ab.
- Stabilität, Gehfähigkeit und die Anforderungen des Alltags spielen bei der Auswahl eine wichtige Rolle.
- Die einzelnen Komponenten werden individuell angepasst und miteinander kombiniert.
- Welche Versorgung geeignet ist, wird gemeinsam mit der Orthopädietechnik und den behandelnden Fachpersonen festgelegt.
Unterschenkelprothese
Eine Unterschenkelprothese kommt nach einer Amputation unterhalb des Kniegelenks zum Einsatz. Der medizinische Fachbegriff für diese Amputationshöhe lautet transtibiale Amputation. Da das natürliche Kniegelenk erhalten bleibt, kann die Prothese auf eine wichtige natürliche Gelenkfunktion zurückgreifen. Ziel der Versorgung ist es, das Stehen und Gehen zu ermöglichen und den Alltag möglichst selbstständig zu gestalten.
Eine Unterschenkelprothese besteht aus mehreren individuell aufeinander abgestimmten Komponenten. Dazu gehören vor allem der Prothesenschaft, ein Prothesenfuß sowie verschiedene Adapter und Verbindungselemente. Je nach Versorgung kann zusätzlich ein Liner verwendet werden, der direkt am Stumpf getragen wird und unter anderem dem Schutz der Haut und der Verbindung zwischen Stumpf und Schaft dient.Der ProthesenschaftDer Prothesenschaft bildet die Verbindung zwischen dem Stumpf und den übrigen Komponenten der Prothese. Er muss sicher sitzen, Kräfte übertragen und gleichzeitig möglichst komfortabel sein. Da jeder Stumpf anders geformt ist und sich seine Form im Laufe der Zeit verändern kann, wird der Schaft individuell angepasst.
Für die Befestigung am Körper kommen unterschiedliche Systeme infrage. Dazu gehören beispielsweise Liner mit Verschlusssystemen oder Vakuumlösungen. Welche Variante verwendet wird, hängt unter anderem von der Form und Beschaffenheit des Stumpfes, der Hautsituation, den persönlichen Anforderungen und der geplanten Nutzung der Prothese ab.Der ProthesenfußDer Prothesenfuß übernimmt einen wichtigen Teil der Funktion des natürlichen Fußes. Er sorgt für Kontakt zum Boden, unterstützt die Abrollbewegung und trägt wesentlich zum Gehgefühl und zur Stabilität bei. Es gibt unterschiedliche Bauformen und Materialien, die für verschiedene Mobilitätsgrade und Einsatzbereiche entwickelt wurden.
Von einfachen und besonders robusten Füßen bis hin zu dynamischen Carbonfüßen oder technisch aufwendigeren Systemen reicht die Auswahl sehr weit. Auch Faktoren wie Körpergewicht, Fußgröße, vorhandener Platz für die Versorgung, Aktivitätsniveau und die bevorzugten Aktivitäten spielen bei der Auswahl eine Rolle.Individuelle Anpassung und AusrichtungDie einzelnen Komponenten einer Unterschenkelprothese werden nicht einfach miteinander verbunden. Sie müssen exakt aufeinander ausgerichtet und an die körperlichen Voraussetzungen angepasst werden. Bereits kleine Veränderungen an der Position oder Ausrichtung können sich auf das Gangbild, die Stabilität und das persönliche Empfinden beim Gehen auswirken.
Die Auswahl und Anpassung der Komponenten erfolgt deshalb gemeinsam mit der Orthopädietechnik. Auch Veränderungen des Stumpfes, neue Anforderungen im Alltag oder eine Veränderung des Aktivitätsniveaus können dazu führen, dass eine Prothese später angepasst oder einzelne Komponenten verändert werden müssen.
💡 Schon gewusst? – Bei einer Unterschenkelprothese bleibt das natürliche Kniegelenk erhalten. Dadurch unterscheidet sich diese Versorgung grundlegend von einer Oberschenkelprothese, bei der zusätzlich ein künstliches Kniegelenk benötigt wird.
♥ KURZ ZUSAMMENGEFASST
- Eine Unterschenkelprothese wird nach einer Amputation unterhalb des Kniegelenks eingesetzt.
- Das natürliche Kniegelenk bleibt erhalten und ist weiterhin ein wichtiger Bestandteil des Bewegungsablaufs.
- Zu den wichtigsten Bestandteilen gehören Prothesenschaft, Prothesenfuß und Verbindungselemente.
- Je nach Versorgung können zusätzlich Liner und unterschiedliche Verschlusssysteme eingesetzt werden.
- Prothesenfüße gibt es in zahlreichen Ausführungen für unterschiedliche Anforderungen und Mobilitätsgrade.
- Alle Komponenten müssen individuell angepasst und aufeinander abgestimmt werden.
- Welche Versorgung geeignet ist, wird gemeinsam mit der Orthopädietechnik und den behandelnden Fachpersonen festgelegt.
Knieexartikulationsprothese
Der erhaltene Oberschenkel und die vorhandene Muskulatur können bei dieser Versorgungsform wichtige Vorteile bieten. Gleichzeitig stellt die Form des verbleibenden Beines besondere Anforderungen an den Prothesenschaft und die Auswahl der Komponenten.
Besonderheiten der Knieexartikulation
Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass kein künstliches Kniegelenk an die Stelle des entfernten natürlichen Kniegelenks gesetzt werden muss. Stattdessen wird ein Prothesenkniegelenk unterhalb des erhaltenen Oberschenkels angeordnet. Die Konstruktion muss dabei so gestaltet sein, dass ausreichend Platz für die Prothesenkomponenten vorhanden ist und gleichzeitig ein möglichst natürliches Gangbild unterstützt wird.
Der Prothesenschaft
Eine gute Passform ist besonders wichtig, damit die Prothese sicher sitzt und Kräfte möglichst gleichmäßig übertragen werden können. Je nach individueller Situation können unterschiedliche Schaftformen und Befestigungssysteme eingesetzt werden.
Prothesenkniegelenk und Prothesenfuß
Beim Prothesenfuß stehen ebenfalls verschiedene Systeme zur Verfügung. Welche Kombination aus Kniegelenk und Fuß geeignet ist, hängt unter anderem vom Mobilitätsgrad, Körpergewicht, Aktivitätsniveau und den persönlichen Anforderungen ab.
♥ KURZ ZUSAMMENGEFASST
- Eine Knieexartikulationsprothese wird nach einer Amputation direkt durch das Kniegelenk eingesetzt.
- Der Oberschenkelknochen bleibt vollständig erhalten.
- Die Versorgung benötigt ein Prothesenkniegelenk und einen Prothesenfuß.
- Der Prothesenschaft muss an die besondere Form des erhaltenen Oberschenkels angepasst werden.
- Die natürliche Länge des Oberschenkels und die vorhandene Muskulatur können bei der Versorgung von Vorteil sein.
- Die Auswahl der Komponenten richtet sich unter anderem nach Mobilität, Aktivitätsniveau, Körpergewicht und persönlichen Anforderungen.
Oberschenkelprothese
Eine Oberschenkelprothese kommt nach einer Amputation oberhalb des Kniegelenks zum Einsatz. Der medizinische Fachbegriff für diese Amputationshöhe lautet transfemorale Amputation. Dabei wird der Oberschenkelknochen durchtrennt und das natürliche Kniegelenk entfernt. Die Prothese übernimmt deshalb nicht nur die Funktion des fehlenden Beines und Fußes, sondern benötigt zusätzlich ein künstliches Prothesenkniegelenk.
Eine Oberschenkelprothese wird individuell aus mehreren Komponenten zusammengestellt. Zu den wichtigsten Bestandteilen gehören der Prothesenschaft, ein Prothesenkniegelenk, ein Prothesenfuß sowie verschiedene Adapter und Verbindungselemente. Je nach persönlicher Situation können weitere Komponenten wie ein Liner oder unterschiedliche Verschlusssysteme hinzukommen.
Der Prothesenschaft
Der Prothesenschaft bildet die Verbindung zwischen dem verbliebenen Oberschenkel und der Prothese. Er nimmt den Stumpf auf, sorgt für Halt und überträgt die beim Stehen und Gehen entstehenden Kräfte auf die Prothese. Da Form, Länge und Beschaffenheit des Stumpfes von Mensch zu Mensch unterschiedlich sind, wird der Schaft individuell angepasst.
Eine möglichst gute Passform ist besonders wichtig. Der Schaft soll sicher sitzen, darf den Stumpf aber nicht unnötig belasten. Je nach Versorgung können unterschiedliche Schaftformen, Liner und Verschlusssysteme verwendet werden.
Das Prothesenkniegelenk
Da das natürliche Kniegelenk bei einer Oberschenkelamputation nicht mehr vorhanden ist, übernimmt ein Prothesenkniegelenk dessen Funktion. Es ist damit eine der wichtigsten Komponenten der gesamten Versorgung und hat großen Einfluss auf Sicherheit, Stabilität und Bewegungsablauf.
Es gibt unterschiedliche Kniegelenke mit verschiedenen technischen Eigenschaften. Neben mechanischen Systemen stehen auch hydraulische und mikroprozessorgesteuerte beziehungsweise mechatronische Kniegelenke zur Verfügung. Welche Ausführung geeignet ist, hängt unter anderem vom individuellen Mobilitätsgrad, den körperlichen Voraussetzungen und den persönlichen Anforderungen ab.
Der Prothesenfuß
Am unteren Ende der Prothese befindet sich der Prothesenfuß. Er übernimmt unter anderem die Funktion des fehlenden Fußes und unterstützt die Abrollbewegung beim Gehen. Auch hier stehen unterschiedliche Bauformen und technische Eigenschaften zur Verfügung.
Bei der Auswahl werden beispielsweise Körpergewicht, Aktivitätsniveau, Mobilitätsgrad, Schuhwerk und die geplante Nutzung der Prothese berücksichtigt. Der Prothesenfuß muss außerdem gemeinsam mit dem Kniegelenk und dem Schaft so ausgerichtet werden, dass ein möglichst sicheres und funktionelles Gangbild unterstützt wird.
Individuelle Anpassung und Training
Eine Oberschenkelprothese muss sorgfältig aufgebaut und individuell eingestellt werden. Schaft, Kniegelenk und Prothesenfuß werden dabei aufeinander abgestimmt. Nach der technischen Anpassung folgt das Training mit der Prothese, bei dem unter anderem Stehen, Gehen, Treppen und verschiedene Alltagssituationen geübt werden.
Mit zunehmender Erfahrung können sich die Anforderungen an die Versorgung verändern. Deshalb kann es sinnvoll sein, die Prothese im Laufe der Zeit erneut anzupassen oder einzelne Komponenten zu verändern. Die individuelle Versorgung und deren Weiterentwicklung erfolgen gemeinsam mit den zuständigen Fachpersonen.
💡 Schon gewusst?
Bei einer Oberschenkelprothese übernimmt ein künstliches Kniegelenk die Funktion des fehlenden natürlichen Knies. Moderne Prothesenkniegelenke können dabei je nach Bauart und Technik unterschiedliche Bewegungsabläufe unterstützen und teilweise elektronisch steuern.
♥ KURZ ZUSAMMENGEFASST
- Eine Oberschenkelprothese wird nach einer Amputation oberhalb des Kniegelenks eingesetzt.
- Das natürliche Kniegelenk ist nicht mehr vorhanden und wird durch ein Prothesenkniegelenk ersetzt.
- Zu den wichtigsten Bestandteilen gehören Prothesenschaft, Prothesenkniegelenk, Prothesenfuß und Verbindungselemente.
- Je nach Versorgung können Liner und unterschiedliche Verschlusssysteme eingesetzt werden.
- Prothesenkniegelenke gibt es in unterschiedlichen technischen Ausführungen, darunter auch mikroprozessorgesteuerte Systeme.
- Die Auswahl der Komponenten richtet sich unter anderem nach Mobilitätsgrad, körperlichen Voraussetzungen und persönlichen Anforderungen.
- Eine sorgfältige Anpassung und das Training mit der Prothese sind wichtige Bestandteile der Versorgung.
Hüftexartikulationsprothese
Eine Hüftexartikulationsprothese kommt nach einer Amputation im Bereich des Hüftgelenks zum Einsatz. Bei einer Hüftexartikulation ist kein Oberschenkelstumpf mehr vorhanden, an dem eine herkömmliche Beinprothese befestigt werden könnte. Die Verbindung zwischen Körper und Prothese erfolgt deshalb über einen individuell angepassten Beckenschaft.
Eine solche Prothese ersetzt den fehlenden gesamten Beinteil und verfügt entsprechend über mehrere Gelenke und Komponenten. Zum grundlegenden Aufbau gehören ein Beckenschaft, ein Prothesenhüftgelenk, ein Prothesenkniegelenk, ein Prothesenfuß sowie verschiedene Verbindungselemente.
Der Beckenschaft
Der Beckenschaft bildet die zentrale Verbindung zwischen dem Körper und der Prothese. Er umschließt einen Teil des Beckens und wird individuell an die körperlichen Voraussetzungen angepasst. Dabei müssen Halt, Druckverteilung und Bewegungsübertragung berücksichtigt werden.
Da kein Oberschenkelstumpf vorhanden ist, wird die Prothese über den Beckenschaft am Körper gehalten und gesteuert. Die Passform ist deshalb besonders wichtig. Veränderungen des Beckenumfangs oder des Körpervolumens können sich auf den Sitz der Prothese auswirken.
Das Prothesenhüftgelenk
Das Prothesenhüftgelenk ersetzt die Funktion des fehlenden natürlichen Hüftgelenks. Es verbindet den Beckenschaft mit den darunterliegenden Komponenten der Prothese und ermöglicht die notwendigen Bewegungen des künstlichen Beines.
Je nach Versorgung kommen unterschiedliche Hüftgelenke und technische Systeme zum Einsatz. Die Auswahl richtet sich unter anderem nach den körperlichen Voraussetzungen, dem Mobilitätsgrad und den persönlichen Anforderungen.
Das Prothesenkniegelenk
Unterhalb des Prothesenhüftgelenks befindet sich das Prothesenkniegelenk. Da sowohl das natürliche Hüft- als auch das Kniegelenk fehlen, müssen beide Gelenkfunktionen durch die Prothese ersetzt werden.
Das Kniegelenk hat einen wichtigen Einfluss auf die Sicherheit und den Bewegungsablauf. Je nach Versorgung können unterschiedliche mechanische, hydraulische oder mikroprozessorgesteuerte Systeme eingesetzt werden.
Der Prothesenfuß
Am unteren Ende der Prothese befindet sich der Prothesenfuß. Er stellt den Kontakt zum Boden her und unterstützt das Stehen und Gehen. Auch für Hüftexartikulationsprothesen stehen unterschiedliche Prothesenfüße zur Verfügung.
Welche Ausführung geeignet ist, hängt unter anderem vom Mobilitätsgrad, Körpergewicht, Aktivitätsniveau und den persönlichen Anforderungen ab. Der Fuß wird gemeinsam mit den übrigen Komponenten ausgerichtet und individuell eingestellt.
Training und Umgang mit der Prothese
Eine Hüftexartikulationsprothese stellt besondere Anforderungen an die Steuerung und das Gehen. Da kein eigener Oberschenkel und kein natürliches Hüft- oder Kniegelenk vorhanden sind, müssen die Bewegungen der Prothese wesentlich stärker über den Körper und das Becken gesteuert werden.
Das Erlernen des Umgangs mit der Prothese erfolgt deshalb Schritt für Schritt. Neben dem Gehen können beispielsweise das sichere Stehen, Hinsetzen und Aufstehen sowie alltägliche Bewegungsabläufe trainiert werden. Welche Fähigkeiten erreicht werden können, hängt stark von der individuellen Situation und dem persönlichen Mobilitätsgrad ab.
💡 Schon gewusst? – Bei einer Hüftexartikulationsprothese muss nicht nur das Knie, sondern auch das fehlende Hüftgelenk durch ein Prothesengelenk ersetzt werden. Der Beckenschaft übernimmt dabei die wichtige Aufgabe, die Prothese mit dem Körper zu verbinden und Bewegungen auf die Prothese zu übertragen.
♥ KURZ ZUSAMMENGEFASST
- Eine Hüftexartikulationsprothese wird nach einer Amputation im Bereich des Hüftgelenks eingesetzt.
- Es ist kein Oberschenkelstumpf vorhanden, an dem eine herkömmliche Beinprothese befestigt werden könnte.
- Die Verbindung zum Körper erfolgt über einen individuell angepassten Beckenschaft.
- Zum grundlegenden Aufbau gehören Beckenschaft, Prothesenhüftgelenk, Prothesenkniegelenk und Prothesenfuß.
- Die Steuerung der Prothese erfolgt wesentlich über den Körper und das Becken.
- Die Auswahl und Anpassung der Komponenten richtet sich nach den individuellen körperlichen Voraussetzungen und dem Mobilitätsgrad.
- Das sichere Gehen und der Umgang mit der Prothese werden schrittweise trainiert.
Armprothesen
Armprothesen ersetzen fehlende Teile der oberen Extremität und können je nach Amputationshöhe und persönlichen Anforderungen sehr unterschiedlich aufgebaut sein. Das Spektrum reicht von einfachen kosmetischen Versorgungen über mechanisch beziehungsweise körperkraftbetriebene Prothesen bis hin zu modernen myoelektrisch gesteuerten Systemen.
Welche Versorgung geeignet ist, hängt unter anderem von der Amputationshöhe, den körperlichen Voraussetzungen, der vorhandenen Muskulatur, dem gewünschten Funktionsumfang und den persönlichen Anforderungen im Alltag ab. Die verschiedenen Prothesenarten können dabei ganz unterschiedliche Schwerpunkte haben – von einem möglichst natürlichen Erscheinungsbild bis hin zu Greiffunktion und aktiver Bewegung.
Kosmetische und passive Armprothesen
Kosmetische oder passive Armprothesen stehen vor allem für ein möglichst natürliches Erscheinungsbild und eine harmonische Körperform. Je nach Ausführung können sie außerdem als Gegenhalt oder zur Unterstützung bestimmter Alltagstätigkeiten dienen.
Passive Prothesen verfügen in der Regel nicht über aktiv angetriebene Bewegungsfunktionen. Sie können jedoch so gestaltet sein, dass bestimmte Positionen eingestellt oder einfache Funktionen durch die Bewegung des Körpers genutzt werden können.
Körperkraftbetriebene Armprothesen
Körperkraftbetriebene Armprothesen werden über Bewegungen des Körpers und ein mechanisches Zug- oder Hebelsystem gesteuert. Die Bewegung kann beispielsweise über eine Bandage und einen Zugmechanismus auf ein Greifgerät übertragen werden.
Ein Vorteil dieser Systeme ist ihre vergleichsweise robuste und einfache Mechanik. Je nach Ausstattung können unterschiedliche Greifgeräte verwendet und für bestimmte Tätigkeiten ausgetauscht werden. Dadurch eignen sich solche Versorgungen unter anderem auch für Tätigkeiten, bei denen Robustheit und Zuverlässigkeit besonders wichtig sind.
Myoelektrische Armprothesen
Myoelektrische Armprothesen nutzen elektrische Signale der verbliebenen Muskulatur zur Steuerung. Elektroden im Prothesenschaft erfassen die Muskelaktivität und übertragen die Signale an die Elektronik der Prothese. Diese wandelt die Signale in entsprechende Bewegungen der Hand, eines Greifers oder anderer Komponenten um.
Je nach System können unterschiedliche Bewegungen und Griffarten gesteuert werden. Moderne Lösungen können außerdem Handgelenke, Ellenbogengelenke und verschiedene Prothesenhände miteinander kombinieren. Bei einigen aktuellen Systemen lassen sich Funktionen und Einstellungen zusätzlich über eine App anpassen.
Für eine myoelektrische Versorgung wird in der Regel zunächst geprüft, ob die vorhandenen Muskelsignale für die gewünschte Steuerung geeignet sind. Dabei können ein Myotest und anschließendes Training der entsprechenden Muskelaktivität eingesetzt werden.
💡 Schon gewusst? – Bei einer myoelektrischen Armprothese muss die Bewegung nicht einfach über einen mechanischen Hebel ausgelöst werden. Die Prothese kann die elektrische Aktivität bestimmter Muskeln erfassen und daraus Steuerbefehle für die Prothesenbewegung ableiten.
♥ KURZ ZUSAMMENGEFASST
- Armprothesen können fehlende Bereiche der oberen Extremität ersetzen und unterschiedlichste Funktionen übernehmen.
- Es gibt unter anderem kosmetische, passive, körperkraftbetriebene und myoelektrische Versorgungen.
- Körperkraftbetriebene Prothesen nutzen mechanische Bewegungen und Zugmechanismen zur Steuerung.
- Myoelektrische Prothesen nutzen elektrische Signale der verbliebenen Muskulatur.
- Moderne Systeme können Prothesenhände, Handgelenke und Ellenbogengelenke miteinander kombinieren.
- Die passende Versorgung hängt unter anderem von Amputationshöhe, körperlichen Voraussetzungen und persönlichen Anforderungen ab.
- Die Auswahl und Anpassung erfolgt individuell gemeinsam mit den zuständigen Fachpersonen.
Oberarmprothesen
Eine Oberarmprothese kommt zum Einsatz, wenn ein Teil des Oberarms oder der gesamte Oberarm oberhalb des Ellenbogengelenks fehlt. Da das natürliche Ellenbogengelenk bei einer Oberarmamputation nicht mehr vollständig erhalten ist, muss die Prothese neben der Funktion von Unterarm und Hand auch die Bewegungsfunktion des Ellenbogens übernehmen.
Je nach Amputationshöhe und persönlichen Anforderungen stehen unterschiedliche Versorgungskonzepte zur Verfügung. Dazu gehören passive und kosmetische Prothesen, körperkraftbetriebene Systeme sowie moderne myoelektrische Oberarmprothesen. Bei komplexeren Versorgungen können mehrere aktiv steuerbare Komponenten miteinander kombiniert werden.
Der Prothesenschaft
Der Prothesenschaft verbindet den verbliebenen Oberarm mit den weiteren Komponenten der Prothese. Er muss sicher sitzen, die auftretenden Kräfte übertragen und gleichzeitig möglichst komfortabel sein.
Da Länge und Form des verbliebenen Oberarms individuell unterschiedlich sind, wird der Schaft entsprechend angepasst. Auch die vorhandene Muskulatur und die Möglichkeit, bestimmte Bewegungen zur Steuerung zu nutzen, werden bei der Versorgung berücksichtigt.
Passive Oberarmprothesen
Passive Oberarmprothesen werden eingesetzt, wenn vor allem ein möglichst natürliches Erscheinungsbild oder eine unterstützende Funktion im Vordergrund steht. Sie können beispielsweise als Gegenhalt dienen oder bestimmte Bewegungen und Alltagstätigkeiten unterstützen.
Je nach Ausführung können einzelne Komponenten manuell positioniert werden. Eine aktive motorische Steuerung der Prothese ist bei diesen Systemen nicht erforderlich.
Körperkraftbetriebene Oberarmprothesen
Körperkraftbetriebene Oberarmprothesen werden über Bewegungen des Körpers gesteuert. Ein mechanisches Zug- oder Hebelsystem überträgt dabei die Bewegung auf die Prothesenkomponenten.
Je nach Aufbau können beispielsweise ein Prothesenellenbogen oder verschiedene Greifgeräte angesteuert werden. Diese Systeme kommen ohne elektrische Motoren aus und können insbesondere durch ihre robuste und vergleichsweise einfache Konstruktion Vorteile bieten.
Myoelektrische Oberarmprothesen
Myoelektrische Oberarmprothesen nutzen die elektrische Aktivität der verbliebenen Muskulatur zur Steuerung. Elektroden im Prothesenschaft erfassen die Muskelaktivität und übertragen die Signale an die Elektronik der Prothese.
Bei einer Oberarmprothese können dabei mehrere Komponenten miteinander kombiniert werden. Neben einer aktiv steuerbaren Prothesenhand oder einem Greifer kann beispielsweise auch ein motorisiertes Ellenbogengelenk eingesetzt werden. Je nach System können verschiedene Bewegungen und Griffarten gesteuert werden.
Die Steuerung komplexerer Systeme erfordert Training und Übung. Dabei wird Schritt für Schritt gelernt, die vorhandenen Muskelsignale gezielt einzusetzen und die verschiedenen Funktionen der Prothese miteinander zu koordinieren.
💡 Schon gewusst? – Bei einer Oberarmprothese können mehrere Gelenke und Funktionen gleichzeitig ersetzt werden. Moderne myoelektrische Systeme können beispielsweise einen motorisierten Ellenbogen mit einer elektronischen Prothesenhand kombinieren und dadurch mehrere Bewegungsabläufe ermöglichen.
♥ KURZ ZUSAMMENGEFASST
- Oberarmprothesen werden eingesetzt, wenn das natürliche Ellenbogengelenk teilweise oder vollständig fehlt.
- Die Prothese muss je nach Amputationshöhe neben der Hand auch die Funktion des Ellenbogens übernehmen.
- Es gibt passive, kosmetische, körperkraftbetriebene und myoelektrische Versorgungssysteme.
- Körperkraftbetriebene Systeme nutzen mechanische Bewegungen und Zugmechanismen zur Steuerung.
- Myoelektrische Systeme nutzen elektrische Signale der verbliebenen Muskulatur.
- Je nach Versorgung können motorisierte Ellenbogengelenke, Prothesenhände und verschiedene Greifer miteinander kombiniert werden.
- Die Auswahl und Anpassung richtet sich nach Amputationshöhe, körperlichen Voraussetzungen, gewünschten Funktionen und persönlichen Anforderungen.
- Die Nutzung komplexerer Systeme erfordert entsprechendes Training und eine individuelle Anpassung.
Hand- und Fingerprothesen
Hand- und Fingerprothesen kommen zum Einsatz, wenn einzelne Finger, Teile der Hand oder die gesamte Hand fehlen. Die Versorgung kann dabei sehr unterschiedlich ausfallen, da bereits der Verlust eines einzelnen Fingers andere Anforderungen stellt als der Verlust der gesamten Hand. Neben der Funktion können auch das Erscheinungsbild, der Schutz des verbleibenden Gewebes und die Unterstützung im Alltag eine wichtige Rolle spielen.
Je nach Amputationshöhe und persönlichen Anforderungen stehen passive, kosmetische, mechanische und myoelektrische Versorgungslösungen zur Verfügung. Moderne Systeme können teilweise aktive Greif- und Bewegungsfunktionen ermöglichen.
Fingerprothesen
Fingerprothesen ersetzen einzelne fehlende Finger oder Teile eines Fingers. Sie können vor allem das Erscheinungsbild wiederherstellen, aber je nach Ausführung auch eine funktionelle Aufgabe übernehmen.
Bei funktionellen Fingerprothesen können beispielsweise Bewegungen unterstützt oder bestimmte Greifbewegungen ermöglicht werden. Welche Lösung geeignet ist, hängt unter anderem davon ab, welcher Finger betroffen ist und wie viel des Fingers beziehungsweise der Hand erhalten geblieben ist.
Teilhandprothesen
Bei einer Teilhandamputation können individuell angepasste Teilhandprothesen eingesetzt werden. Sie ersetzen die fehlenden Bereiche der Hand und können je nach Ausführung sowohl kosmetische als auch funktionelle Aufgaben übernehmen.
Die verbleibenden Finger und Bereiche der Hand können dabei in die Versorgung einbezogen werden. Dadurch lässt sich die vorhandene Funktion möglichst gut mit der Prothese kombinieren.
Prothesenhände
Wenn die gesamte Hand fehlt, kann eine Prothesenhand eingesetzt werden. Das Spektrum reicht von passiven Händen bis hin zu myoelektrisch gesteuerten Systemen.
Myoelektrische Prothesenhände erfassen elektrische Signale der verbliebenen Muskulatur und wandeln diese in Bewegungen um. Moderne Prothesenhände können je nach System verschiedene Griffmuster und Handpositionen ermöglichen.
Kosmetische Hand- und Fingerprothesen
Bei kosmetischen Versorgungen steht ein möglichst natürliches Erscheinungsbild im Vordergrund. Die Prothese kann individuell an Hautfarbe, Form und Größe angepasst werden.
Moderne Silikonversorgungen können sehr detailliert gestaltet werden und beispielsweise Fingernägel, Hautstruktur und natürliche Farbverläufe nachbilden. Dadurch können solche Versorgungen auf den ersten Blick sehr unauffällig wirken.
💡 Schon gewusst? – Eine Hand- oder Fingerprothese muss nicht zwangsläufig nur das fehlende Körperteil optisch ersetzen. Je nach Aufbau können auch funktionelle Aufgaben übernommen werden, beispielsweise beim Greifen, Halten oder Stabilisieren von Gegenständen.
♥ KURZ ZUSAMMENGEFASST
- Hand- und Fingerprothesen können einzelne Finger, Teile der Hand oder die gesamte Hand ersetzen.
- Die Versorgung richtet sich stark nach der jeweiligen Amputationshöhe.
- Es gibt kosmetische, passive, mechanische und myoelektrische Systeme.
- Teilhandprothesen können vorhandene Bereiche der Hand in die Versorgung einbeziehen.
- Moderne Prothesenhände können je nach System unterschiedliche Griffmuster und Bewegungen ermöglichen.
- Kosmetische Versorgungen können sehr detailliert an das natürliche Erscheinungsbild angepasst werden.
- Welche Prothese geeignet ist, hängt von den körperlichen Voraussetzungen, den gewünschten Funktionen und den persönlichen Anforderungen ab.
Teilhandprothesen
Eine Teilhandprothese kommt zum Einsatz, wenn ein Teil der Hand fehlt, während andere Bereiche der Hand noch vorhanden und nutzbar sind. Je nachdem, welche Finger, Fingerstrahlen oder Teile der Hand fehlen, kann die Versorgung sehr unterschiedlich aufgebaut werden.
Das Ziel besteht darin, vorhandene Funktionen möglichst gut zu erhalten und fehlende Funktionen gezielt zu unterstützen. Dabei spielen die verbliebenen Finger, die Beweglichkeit des Handgelenks und die Anforderungen im Alltag eine wichtige Rolle.
Individuelle Anpassung
Teilhandprothesen werden individuell an die Anatomie der Hand angepasst. Dabei wird berücksichtigt, welche Bereiche fehlen und welche Bewegungen noch selbstständig ausgeführt werden können.
Je nach Situation kann eine Teilhandprothese einzelne fehlende Finger ersetzen, bestimmte Greiffunktionen unterstützen oder mehrere Bereiche der Hand miteinander verbinden. Auch die Befestigung und die Bewegungsübertragung werden individuell geplant.
Funktionelle Teilhandprothesen
Bei einer funktionellen Versorgung steht nicht nur das Aussehen, sondern vor allem die praktische Nutzung im Alltag im Vordergrund. Je nach Ausführung können beispielsweise Greifen, Halten oder Stabilisieren unterstützt werden.
Möglich sind unter anderem mechanische Lösungen, die vorhandene Bewegungen nutzen, sowie elektronische beziehungsweise myoelektrische Systeme. Welche Variante geeignet ist, hängt stark von der verbleibenden Handfunktion und den persönlichen Anforderungen ab.
Kosmetische Teilhandprothesen
Wenn vor allem das äußere Erscheinungsbild im Vordergrund steht, können kosmetische Teilhandprothesen eingesetzt werden. Sie können fehlende Bereiche der Hand und einzelne Finger möglichst natürlich nachbilden.
Moderne kosmetische Versorgungen können sehr detailliert an Hautfarbe, Form und Anatomie angepasst werden. Je nach Ausführung können sie zusätzlich eine gewisse Unterstützung beim Halten oder Stabilisieren bieten.
💡 Schon gewusst? – Eine Teilhandprothese muss nicht die gesamte Hand ersetzen. Sie kann ganz gezielt nur den Bereich versorgen, der fehlt – beispielsweise einzelne Finger oder einen Teil der Handfläche.
♥ KURZ ZUSAMMENGEFASST
- Teilhandprothesen ersetzen fehlende Bereiche der Hand.
- Die Versorgung wird individuell an die vorhandenen Strukturen angepasst.
- Einzelne Finger oder mehrere Bereiche können versorgt werden.
- Funktionelle Systeme können Greifen, Halten oder Stabilisieren unterstützen.
- Es gibt passive, mechanische und elektronische Versorgungen.
- Kosmetische Lösungen können das natürliche Erscheinungsbild nachbilden.
- Die Auswahl richtet sich nach Anatomie, vorhandener Funktion und persönlichen Anforderungen.
Kosmetische Prothesen
Kosmetische Prothesen legen den Schwerpunkt auf ein möglichst natürliches Erscheinungsbild. Sie können fehlende Bereiche eines Arms, einer Hand, eines Beins oder eines Fußes äußerlich nachbilden und dadurch das Körperbild harmonischer gestalten.
Dabei geht es nicht ausschließlich um das Aussehen. Je nach Ausführung können kosmetische Prothesen auch dabei helfen, empfindliche Bereiche zu schützen, Gegenstände abzustützen oder bestimmte Bewegungen im Alltag zu unterstützen. Welche Möglichkeiten bestehen, hängt von der Amputationshöhe und der individuellen Situation ab.
Natürliches Erscheinungsbild
Moderne kosmetische Versorgungen können sehr individuell gestaltet werden. Form, Größe und Farbe werden an die persönlichen körperlichen Merkmale angepasst. Bei Silikonversorgungen können beispielsweise Hauttöne, Fingernägel, Äderchen oder sogar kleine Hautmerkmale berücksichtigt werden.
Dadurch kann eine Prothese entstehen, die sich optisch möglichst unauffällig in das natürliche Erscheinungsbild einfügt.
Kosmetische Prothesen aus Silikon
Silikon eignet sich besonders für detaillierte kosmetische Versorgungen. Das Material ermöglicht eine flexible Gestaltung und kann so angepasst werden, dass die Prothese möglichst natürlich aussieht und angenehm getragen werden kann.
Bei Finger- und Teilhandprothesen kann beispielsweise die Form der vorhandenen Hand berücksichtigt und die Gestaltung individuell nachgebildet werden. Auch Fingernägel können entsprechend gestaltet werden.
Kosmetik und Funktion
Eine kosmetische Prothese muss nicht ausschließlich eine optische Funktion haben. Je nach Versorgung kann sie zusätzlich eine passive Unterstützung bieten, beispielsweise beim Gegenhalten, Abstützen oder Stabilisieren von Gegenständen.
Bei Teilhandprothesen aus Silikon kann beispielsweise die wiederhergestellte Handfläche dazu beitragen, Gegenstände zusammen mit den verbliebenen Fingern besser zu halten.
Individuelle Gestaltung
Die Herstellung erfolgt individuell. Dafür werden je nach Versorgung Maße, Abdrücke und teilweise Fotografien verwendet. Häufig wird zunächst eine Probeversorgung angefertigt, die im Alltag getestet und anschließend angepasst werden kann.
Wie detailliert eine kosmetische Prothese gestaltet wird, kann dabei von der gewünschten Versorgung und den persönlichen Vorstellungen abhängen.
💡 Schon gewusst? – Bei modernen kosmetischen Prothesen kann das Erscheinungsbild sehr detailliert angepasst werden. Bei Silikonversorgungen lassen sich beispielsweise Hautfarbe, Fingernägel und feine anatomische Details berücksichtigen.
♥ KURZ ZUSAMMENGEFASST
- Kosmetische Prothesen legen den Schwerpunkt auf ein natürliches Erscheinungsbild.
- Sie können fehlende Körperbereiche äußerlich nachbilden.
- Silikon ermöglicht besonders detaillierte und individuelle Gestaltungen.
- Hautfarbe, Form und weitere Merkmale können berücksichtigt werden.
- Je nach Versorgung sind auch passive Funktionen möglich.
- Die Prothese wird individuell an die Anatomie und Bedürfnisse angepasst.
- Eine Probeversorgung kann vor der endgültigen Fertigung im Alltag getestet werden.
Elektronische und myoelektrische Prothesen
Elektronische und myoelektrische Prothesen gehören zu den technisch fortschrittlichsten Prothesenversorgungen. Sie nutzen elektrische Komponenten, Sensoren, Motoren und teilweise Mikroprozessoren, um Bewegungen gezielt zu steuern und an unterschiedliche Situationen anzupassen.
Besonders bei Arm- und Handprothesen spielt die Myoelektrik eine wichtige Rolle. Dabei werden elektrische Signale der verbliebenen Muskulatur erfasst und in Bewegungen der Prothese umgewandelt. Je nach System können beispielsweise eine Prothesenhand, ein Handgelenk oder ein Ellenbogengelenk elektrisch gesteuert werden.
Wie funktioniert eine myoelektrische Prothese?
Bei einer myoelektrischen Prothese sitzen Sensoren beziehungsweise Elektroden im oder am Prothesenschaft. Sie erfassen die elektrische Aktivität bestimmter Muskeln, wenn diese bewusst angespannt werden.
Die gemessenen Signale werden von einer elektronischen Steuerung verarbeitet und in Bewegungsbefehle umgewandelt. Ein Motor kann daraufhin beispielsweise die Hand öffnen oder schließen oder ein Gelenk bewegen.
Elektronische Komponenten
Moderne Prothesen können aus mehreren elektronischen Komponenten bestehen. Dazu gehören unter anderem Sensoren, Mikroprozessoren, elektrische Motoren, Akkus und Steuerungssysteme.
Mikroprozessoren können die eingehenden Informationen auswerten und die Bewegung der Prothese entsprechend anpassen. Bei bestimmten Prothesenkniegelenken können beispielsweise unterschiedliche Bewegungs- und Belastungssituationen erkannt und die Gelenksteuerung entsprechend angepasst werden.
Myoelektrische Hand- und Armprothesen
Bei myoelektrischen Armprothesen können Muskelaktivitäten zur Steuerung verschiedener Funktionen genutzt werden. Je nach Versorgung können Hand, Handgelenk und Ellenbogen elektrisch bewegt werden.
Neuere Steuerungen können mehrere unterschiedliche Muskelmuster erkennen. Dadurch lassen sich verschiedene Prothesenbewegungen gezielter ansteuern, ohne für jede Bewegung ausschließlich mechanische Schalter verwenden zu müssen.
Mustererkennung und moderne Steuerungen
Moderne Systeme können nicht nur einzelne Muskelsignale erkennen, sondern unterschiedliche Bewegungsmuster auswerten. Die Steuerung kann dabei an die individuellen Muskelsignale des jeweiligen Menschen angepasst werden.
Bei einigen aktuellen Systemen werden auch Verfahren der Mustererkennung eingesetzt. Dadurch können mehrere Bewegungsabsichten unterschieden und entsprechenden Prothesenbewegungen zugeordnet werden.
Training und individuelle Anpassung
Eine elektronische oder myoelektrische Prothese muss individuell angepasst und eingestellt werden. Dabei werden unter anderem die vorhandenen Muskelsignale, die Position der Elektroden und die gewünschten Bewegungsfunktionen berücksichtigt.
Auch das Training ist wichtig. Die Steuerung der Prothese muss zunächst erlernt und im Alltag geübt werden. Je nach Versorgung können die Einstellungen später weiter angepasst und auf die persönlichen Anforderungen abgestimmt werden.
💡 Schon gewusst? – Bei einer myoelektrischen Prothese werden nicht die Nerven direkt mit der Prothese verbunden. Sensoren erfassen die elektrische Aktivität der vorhandenen Muskulatur und die elektronische Steuerung übersetzt diese Signale in Bewegungen.
♥ KURZ ZUSAMMENGEFASST
- Elektronische Prothesen nutzen Sensoren, Steuerungen und elektrische Komponenten.
- Myoelektrische Prothesen erfassen die elektrische Aktivität der Muskulatur.
- Die Signale werden von einer Steuerung in Bewegungsbefehle umgewandelt.
- Je nach Versorgung können Hand, Handgelenk, Ellenbogen oder andere Gelenke elektrisch bewegt werden.
- Moderne Systeme können unterschiedliche Muskel- und Bewegungsmuster erkennen.
- Die Steuerung wird individuell an die vorhandenen Muskelsignale angepasst.
- Training und regelmäßige Anpassungen können für die sichere Nutzung im Alltag wichtig sein.
Kinderprothesen
Kinderprothesen stellen besondere Anforderungen an die Versorgung. Kinder wachsen, entwickeln sich ständig weiter und stellen je nach Alter ganz unterschiedliche Anforderungen an ihre Prothese. Deshalb müssen Funktion, Gewicht, Beweglichkeit und Alltagstauglichkeit besonders berücksichtigt werden.
Eine Kinderprothese soll dabei nicht nur das Gehen oder Greifen unterstützen. Sie sollte möglichst gut zum jeweiligen Entwicklungsstand passen und dem Kind ermöglichen, sich zu bewegen, zu spielen und seine Umwelt selbstständig zu entdecken.
Prothesen müssen mit dem Kind mitwachsen
Das Wachstum ist einer der wichtigsten Unterschiede zur Versorgung von Erwachsenen. Maße und Passform verändern sich bei Kindern regelmäßig, weshalb die Versorgung immer wieder überprüft und angepasst werden muss. Auch einzelne Komponenten können im Laufe der Entwicklung ausgetauscht werden.
Bei Jugendlichen kann außerdem der Übergang von speziellen Kinderkomponenten zu größeren Versorgungssystemen für Erwachsene relevant werden. Moderne Versorgungskonzepte berücksichtigen deshalb zunehmend verschiedene Lebensphasen.
Beinprothesen für Kinder
Bei Beinprothesen stehen Beweglichkeit, Sicherheit und ein möglichst aktiver Alltag im Mittelpunkt. Kinder bewegen sich beim Spielen häufig sehr spontan und wechseln schnell zwischen Gehen, Rennen, Springen, Klettern und anderen Aktivitäten.
Deshalb gibt es spezielle Prothesenfüße und Komponenten für Kinder, die leicht, robust und für die besonderen Anforderungen des kindlichen Alltags ausgelegt sind.
Arm- und Handprothesen für Kinder
Auch bei Armprothesen können Kinder von einer frühzeitigen und individuell angepassten Versorgung profitieren. Je nach Alter und Situation kommen passive, körperkraftbetriebene oder myoelektrische Systeme infrage.
Eine funktionelle Versorgung kann beispielsweise dabei unterstützen, Gegenstände festzuhalten, sich abzustützen oder beide Hände bei alltäglichen Tätigkeiten einzusetzen. Welche Versorgung sinnvoll ist, hängt unter anderem vom Entwicklungsstand, der vorhandenen Muskulatur und den persönlichen Anforderungen des Kindes ab.
Spiel, Schule und Freizeit
Eine Kinderprothese sollte möglichst gut in den normalen Alltag integriert werden können. Spielen, Kindergarten oder Schule, Sport und Freizeit stellen jeweils unterschiedliche Anforderungen an die Versorgung.
Für bestimmte Aktivitäten können zusätzliche oder speziell angepasste Versorgungen sinnvoll sein. Gerade bei aktiven Kindern spielen deshalb robuste und flexible Komponenten eine wichtige Rolle.
Regelmäßige Kontrolle und Anpassung
Bei Kindern sind regelmäßige Kontrollen besonders wichtig. Wachstum und körperliche Entwicklung können die Passform und Funktion der Prothese verändern.
Die Versorgung sollte deshalb gemeinsam mit den behandelnden Fachpersonen und der Orthopädietechnik regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst werden. Dabei können auch neue Anforderungen entstehen, wenn das Kind beispielsweise in die Schule kommt, eine neue Sportart beginnt oder sich die körperlichen Fähigkeiten verändern.
💡 Schon gewusst? – Kinder können im Laufe ihrer Entwicklung mehrere unterschiedliche Prothesenversorgungen benötigen. Nicht nur die Größe verändert sich durch das Wachstum – auch Aktivitätsniveau, Körpergewicht und persönliche Anforderungen können sich deutlich verändern.
♥ KURZ ZUSAMMENGEFASST
- Kinderprothesen müssen besonders flexibel an die Entwicklung angepasst werden.
- Wachstum erfordert regelmäßige Kontrollen und Anpassungen.
- Für Kinder gibt es spezielle Prothesenkomponenten und Prothesenfüße.
- Auch Arm- und Handprothesen können individuell auf das Alter und die Fähigkeiten abgestimmt werden.
- Spielen, Schule, Sport und Freizeit sollten bei der Versorgung berücksichtigt werden.
- Je nach Entwicklung können Komponenten oder die gesamte Versorgung später angepasst oder gewechselt werden.
- Die Versorgung sollte gemeinsam mit spezialisierten Fachpersonen geplant und regelmäßig überprüft werden.
Fußorthesen
Eine Fußorthese ist ein orthopädisches Hilfsmittel, das den Fuß und je nach Ausführung auch das Sprunggelenk unterstützt. Sie kann dabei helfen, Gelenke und Sehnen zu stabilisieren, bestimmte Bewegungen zu kontrollieren oder den Fuß gezielt zu entlasten. Je nach medizinischer Situation kann eine Orthese vorübergehend während einer Heilungsphase oder auch längerfristig eingesetzt werden.
Fußorthesen gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Welche Versorgung geeignet ist, hängt unter anderem davon ab, welche Beschwerden oder Funktionseinschränkungen bestehen und welche Bewegungen unterstützt oder eingeschränkt werden sollen.
Stabilisierung des Fußes
Eine Fußorthese kann dem Fuß zusätzliche Stabilität geben und unerwünschte Bewegungen begrenzen. Das kann beispielsweise nach Verletzungen von Bändern oder Gelenken sinnvoll sein.
Je nach Aufbau kann die Orthese bestimmte Bewegungen zulassen und andere gezielt einschränken. Dadurch lässt sich der Fuß kontrollierter belasten und bewegen.
Entlastung von Gelenken und Sehnen
Neben der Stabilisierung können Fußorthesen auch zur Entlastung eingesetzt werden. Dabei wird die Belastung gezielt auf bestimmte Bereiche verteilt oder reduziert.
Eine solche Versorgung kann beispielsweise nach Verletzungen oder bei bestimmten Gelenkproblemen eingesetzt werden. Auch bei einer eingeschränkten Beweglichkeit des Sprunggelenks können Orthesen dazu beitragen, die Belastung im Alltag zu verändern.
Unterstützung der Bewegungsabläufe
Bestimmte Fußorthesen unterstützen nicht nur beim Stehen, sondern auch beim Gehen. Sie können Bewegungsabläufe kontrollieren und dabei helfen, den Fuß während verschiedener Phasen des Gehens besser zu führen.
Spezielle Orthesen können beispielsweise die Fußhebung unterstützen. Das kann bei einer Fußheberschwäche wichtig sein, wenn der Fuß beim Gehen nicht ausreichend angehoben werden kann.
Unterschiedliche Bauformen
Fußorthesen unterscheiden sich je nach Einsatzbereich deutlich voneinander. Es gibt beispielsweise eher leichte stabilisierende Modelle, aber auch festere Konstruktionen mit Gelenken oder speziellen Funktionselementen.
Grundsätzlich lassen sich Orthesen für Fuß und Sprunggelenk unter anderem in Stabilisierungs-, Mobilisierungs- und Entlastungsorthesen einteilen. Welche Bauform sinnvoll ist, wird anhand der individuellen Situation festgelegt.
Individuelle Anpassung
Eine Fußorthese sollte zur jeweiligen Fußform und zur vorgesehenen Funktion passen. Je nach Versorgung kann sie als konfektioniertes Hilfsmittel angepasst oder individuell gefertigt werden.
Die Auswahl erfolgt in der Regel gemeinsam mit dem behandelnden Arzt und einer Fachkraft aus der Orthopädietechnik. Dabei werden unter anderem Beschwerden, Beweglichkeit, Belastbarkeit und die Anforderungen im Alltag berücksichtigt.
💡 Schon gewusst? – Eine Fußorthese muss nicht bedeuten, dass der Fuß komplett ruhiggestellt wird. Je nach Bauart kann sie auch kontrollierte Bewegungen ermöglichen und bestimmte Bewegungsabläufe gezielt unterstützen.
♥ KURZ ZUSAMMENGEFASST
- Fußorthesen unterstützen und stabilisieren Fuß und Sprunggelenk.
- Sie können Gelenke, Sehnen und Bänder entlasten.
- Je nach Bauart können sie Bewegungen begrenzen oder gezielt unterstützen.
- Es gibt Stabilisierungs-, Mobilisierungs- und Entlastungsorthesen.
- Spezielle Modelle können beispielsweise die Fußhebung unterstützen.
- Fußorthesen können vorübergehend oder langfristig eingesetzt werden.
- Die passende Versorgung wird individuell nach den jeweiligen Anforderungen ausgewählt.
Sprunggelenkorthesen
Sprunggelenkorthesen unterstützen und stabilisieren das Sprunggelenk. Sie können eingesetzt werden, wenn Bänder, Gelenke oder angrenzende Strukturen nach einer Verletzung geschützt und entlastet werden sollen oder wenn das Sprunggelenk dauerhaft zusätzliche Stabilität benötigt. Je nach Bauart können sie Bewegungen kontrollieren, einschränken oder gezielt ermöglichen.
Welche Orthese geeignet ist, hängt unter anderem von der Art der Verletzung oder Einschränkung, der gewünschten Bewegungsfreiheit und den Anforderungen im Alltag ab.
Stabilisierung nach Verletzungen
Sprunggelenkorthesen werden häufig nach Verletzungen wie Bänderdehnungen, Bänderrissen oder schweren Verstauchungen eingesetzt. Sie können das Gelenk stabilisieren und dabei helfen, unerwünschte Bewegungen zu begrenzen.
Je nach Orthese kann die Stabilisierung unterschiedlich stark ausfallen. Manche Modelle sind relativ flexibel und erlauben weiterhin eine weitgehend freie Bewegung des Fußes nach oben und unten, während andere Konstruktionen das Sprunggelenk deutlich stärker führen oder ruhigstellen.
Bewegung kontrollieren statt vollständig verhindern
Moderne Sprunggelenkorthesen müssen den Fuß nicht zwangsläufig komplett ruhigstellen. Viele Modelle sind so konstruiert, dass bestimmte Bewegungen weiterhin möglich bleiben, während andere gezielt begrenzt werden.
Das kann beispielsweise bei der funktionellen Behandlung von Bandverletzungen sinnvoll sein. Eine entsprechende Orthese kann je nach Heilungsphase angepasst werden, sodass das Gelenk zunächst stärker stabilisiert und später schrittweise wieder mehr Bewegung zugelassen wird.
Sprunggelenkorthesen bei chronischer Instabilität
Auch bei einer länger bestehenden Instabilität des Sprunggelenks können Orthesen eingesetzt werden. Sie geben dem Gelenk zusätzliche Führung und können dadurch mehr Sicherheit bei alltäglichen Bewegungen oder sportlichen Aktivitäten ermöglichen.
Je nach Konstruktion können solche Aktivorthesen gleichzeitig ausreichend Bewegungsfreiheit lassen, damit normales Gehen weiterhin möglich ist.
Sprunggelenkorthesen bei Fußheberschwäche
Eine besondere Form der Versorgung sind Orthesen, die nicht nur das Sprunggelenk stabilisieren, sondern auch die Fußhebung während des Gehens unterstützen.
Bei einer Fußheberschwäche kann der Fuß während der Schwungphase nicht ausreichend angehoben werden. Spezielle dynamische Orthesen können diese Bewegung unterstützen und dadurch verhindern, dass die Fußspitze leichter an Unebenheiten hängen bleibt.
Individuelle Anpassung
Sprunggelenkorthesen gibt es als konfektionierte Modelle in verschiedenen Größen und Ausführungen sowie als individuell angepasste Versorgungen. Entscheidend ist, dass die Orthese zur jeweiligen körperlichen Situation und zum vorgesehenen Einsatzzweck passt.
Die Auswahl und Anpassung erfolgt abhängig von der Diagnose und den persönlichen Anforderungen in Zusammenarbeit mit den behandelnden Fachpersonen und der Orthopädietechnik.
💡 Schon gewusst? – Eine Sprunggelenkorthese kann je nach Bauart ganz unterschiedliche Aufgaben übernehmen: Sie kann das Gelenk stabilisieren, bestimmte Bewegungen begrenzen oder sogar eine fehlende Bewegung wie die Fußhebung beim Gehen unterstützen.
♥ KURZ ZUSAMMENGEFASST
- Sprunggelenkorthesen stabilisieren und unterstützen das Sprunggelenk.
- Sie werden unter anderem nach Bandverletzungen und Verstauchungen eingesetzt.
- Je nach Bauart können sie Bewegungen begrenzen oder weiterhin ermöglichen.
- Auch bei chronischer Sprunggelenkinstabilität können sie zusätzliche Sicherheit geben.
- Spezielle Orthesen können eine Fußheberschwäche beim Gehen unterstützen.
- Moderne Modelle können an unterschiedliche Heilungs- und Belastungsphasen angepasst werden.
- Die passende Versorgung richtet sich nach der individuellen Situation und den persönlichen Anforderungen.
Unterschenkelorthesen
Unterschenkelorthesen stabilisieren und unterstützen den Unterschenkel, das Sprunggelenk und den Fuß. Je nach Ausführung können sie Bewegungen gezielt kontrollieren, Gelenke stabilisieren oder bestimmte Bewegungen beim Gehen unterstützen. Eine häufige Anwendung ist die Versorgung einer Fußheberschwäche.
Unterschenkelorthesen gibt es in unterschiedlichen Bauformen. Die passende Versorgung hängt davon ab, welche Funktionen eingeschränkt sind, wie viel eigene Muskelkraft vorhanden ist und welche Anforderungen im Alltag bestehen.
Unterstützung bei Fußheberschwäche
Eine der bekanntesten Anwendungen von Unterschenkelorthesen ist die Fußheberschwäche. Dabei kann der Fuß während der Schwungphase des Gehens nicht ausreichend angehoben werden. Die Fußspitze kann dadurch leichter am Boden oder an kleinen Unebenheiten hängen bleiben.
Dynamische Unterschenkelorthesen können die Fußhebung während dieser Phase unterstützen und dadurch einen sichereren und flüssigeren Bewegungsablauf ermöglichen.
Dynamische Unterschenkelorthesen
Dynamische Orthesen sind so konstruiert, dass sie nicht nur stabilisieren, sondern den natürlichen Bewegungsablauf gezielt unterstützen. Moderne Modelle bestehen beispielsweise aus leichten Carbon- oder Glasfasermaterialien und können gespeicherte Energie während des Gehens wieder abgeben.
Dadurch kann die Orthese beispielsweise die Fußhebung unterstützen und beim Abrollen beziehungsweise beim Zehenabstoß zur Bewegung beitragen.
Stabilisierung von Sprunggelenk und Knie
Je nach Bauform können Unterschenkelorthesen nicht nur den Fuß beeinflussen. Bestimmte Modelle stabilisieren zusätzlich das Sprunggelenk und können auch die Kontrolle des Knies während des Gehens verbessern.
Welche Gelenke unterstützt oder kontrolliert werden sollen, hängt von der jeweiligen körperlichen Einschränkung und dem Aufbau der Orthese ab.
Unterschiedliche Bauformen
Unterschenkelorthesen können relativ schlank und flexibel aufgebaut sein oder eine deutlich stärkere Führung des Beines ermöglichen. Es gibt beispielsweise dynamische Carbonorthesen, klassische Unterschenkelorthesen mit einer Unterschenkelschale sowie Modelle mit Gelenken und unterschiedlichen Funktionselementen.
Bei der Auswahl spielen unter anderem Muskelkraft, Beweglichkeit, Stabilität, Körpergewicht und die Anforderungen beim Gehen eine Rolle. Moderne Versorgungskonzepte unterscheiden beispielsweise zwischen verschiedenen AFO-Systemen (Ankle-Foot-Orthesen) mit unterschiedlichen funktionellen Eigenschaften.
Individuelle Anpassung
Eine Unterschenkelorthese muss passend zur jeweiligen Person eingestellt und angepasst werden. Dabei werden unter anderem die Beinachse, die Position des Sprunggelenks, die vorhandene Muskelkraft und die gewünschte Unterstützung berücksichtigt.
Die Auswahl und endgültige Anpassung erfolgt durch qualifiziertes Fachpersonal der Orthopädietechnik. Bei einer Versorgung wegen einer Fußheberschwäche wird beispielsweise geprüft, welche Unterstützung beim Gehen tatsächlich benötigt wird.
💡 Schon gewusst? – Eine moderne Unterschenkelorthese muss das Bein nicht einfach nur ruhigstellen. Dynamische Modelle können den Bewegungsablauf gezielt unterstützen und beispielsweise bei einer Fußheberschwäche die Fußhebung während des Gehens erleichtern.
♥ KURZ ZUSAMMENGEFASST
- Unterschenkelorthesen unterstützen Unterschenkel, Sprunggelenk und Fuß.
- Sie können stabilisieren, Bewegungen kontrollieren oder Bewegungsabläufe unterstützen.
- Eine häufige Anwendung ist die Versorgung bei Fußheberschwäche.
- Dynamische Modelle können die Fußhebung während des Gehens unterstützen.
- Moderne Carbonorthesen sind teilweise sehr leicht und flexibel aufgebaut.
- Je nach Bauform können auch Sprunggelenk und Knie zusätzlich stabilisiert werden.
- Die Auswahl und Anpassung richtet sich nach der individuellen Situation und den persönlichen Anforderungen.
Knieorthesen
Knieorthesen unterstützen, stabilisieren und entlasten das Kniegelenk. Je nach Ausführung können sie Bewegungen kontrollieren, bestimmte Bewegungsrichtungen begrenzen oder das Knie während der Belastung gezielt führen. Sie kommen unter anderem nach Verletzungen, bei Instabilitäten oder bei bestimmten chronischen Beschwerden zum Einsatz.
Welche Knieorthese geeignet ist, hängt von der Ursache der Beschwerden, der gewünschten Unterstützung und den persönlichen Anforderungen ab. Es gibt sowohl flexible textile Orthesen als auch stabilere Modelle mit Schienen, Gelenken oder festen Funktionselementen.
Stabilisierung des Kniegelenks
Eine wichtige Aufgabe von Knieorthesen ist die Stabilisierung des Gelenks. Sie können beispielsweise bei Bandverletzungen oder einer bestehenden Instabilität eingesetzt werden und dem Knie zusätzliche Führung geben.
Je nach Konstruktion können unterschiedliche Bewegungen kontrolliert werden. Manche Orthesen stabilisieren das Knie, lassen gleichzeitig aber einen großen Teil der natürlichen Bewegung zu.
Knieorthesen nach Verletzungen
Nach Verletzungen wie Kreuzband- oder Seitenbandverletzungen können spezielle Knieorthesen eingesetzt werden. Sie können das verletzte Knie schützen und bestimmte Bewegungen kontrollieren, während die Belastung und Beweglichkeit schrittweise wieder aufgebaut werden.
Bei einigen Versorgungen lässt sich der Bewegungsumfang der Orthese gezielt begrenzen. Dadurch kann das Knie beispielsweise vor einer zu starken Beugung oder Streckung geschützt werden.
Knieorthesen bei Instabilität
Bei einer dauerhaften oder vorübergehenden Instabilität können Knieorthesen zusätzliche Sicherheit geben. Stabile Modelle mit seitlichen Schienen und Gelenken führen das Knie während der Bewegung und können unerwünschte Bewegungen begrenzen.
Je nach Schweregrad der Instabilität stehen unterschiedliche Konstruktionen zur Verfügung – von leichteren Stabilisierungsorthesen bis hin zu besonders stabilen Hartrahmenorthesen.
Entlastung bei Kniebeschwerden
Knieorthesen können nicht nur stabilisieren, sondern auch zur Entlastung des Kniegelenks beitragen. Spezielle Modelle können die Belastung innerhalb des Gelenks gezielt beeinflussen und dadurch bestimmte Bereiche des Knies entlasten.
Welche Entlastungswirkung sinnvoll ist, hängt von der jeweiligen Ursache der Beschwerden und der individuellen Anatomie ab. Die Versorgung sollte deshalb gezielt ausgewählt und angepasst werden.
Bewegung kontrollieren
Eine Knieorthese muss das Knie nicht zwangsläufig vollständig ruhigstellen. Viele moderne Modelle sind so konstruiert, dass bestimmte Bewegungen weiterhin möglich bleiben, während andere gezielt begrenzt oder geführt werden.
Bei Rehabilitationsversorgungen kann beispielsweise der erlaubte Bewegungsumfang entsprechend der jeweiligen Therapiephase eingestellt werden. Dadurch kann das Knie schrittweise wieder an zunehmende Bewegungen und Belastungen herangeführt werden.
Individuelle Anpassung
Knieorthesen gibt es in verschiedenen Größen und Ausführungen. Entscheidend ist eine passende Größe und ein korrekter Sitz, damit die Orthese ihre vorgesehene Funktion erfüllen kann und weder verrutscht noch unnötig Druck auf das Bein ausübt.
Bei komplexeren Versorgungen werden unter anderem die Beinachse, Beweglichkeit, Stabilität und die gewünschte Führung des Kniegelenks berücksichtigt. Die Auswahl und Anpassung erfolgt entsprechend der jeweiligen medizinischen Situation durch die behandelnden Fachpersonen und die Orthopädietechnik.
💡 Schon gewusst? – Knieorthesen können sehr unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Manche Modelle stabilisieren das Knie lediglich, während andere den Bewegungsumfang gezielt begrenzen oder das Gelenk während der Bewegung führen.
♥ KURZ ZUSAMMENGEFASST
- Knieorthesen stabilisieren, unterstützen und entlasten das Kniegelenk.
- Sie können nach Verletzungen wie Bandverletzungen eingesetzt werden.
- Bei Instabilitäten können sie dem Knie zusätzliche Führung geben.
- Einige Modelle begrenzen gezielt die Beugung oder Streckung.
- Spezielle Orthesen können zur Entlastung bestimmter Bereiche des Kniegelenks beitragen.
- Moderne Modelle können Stabilität mit kontrollierter Bewegungsfreiheit verbinden.
- Die passende Orthese sollte entsprechend der individuellen Situation ausgewählt und angepasst werden.
Oberschenkel- und Knieorthesen
Oberschenkel- und Knieorthesen sind längere Beinorthesen, die nicht nur das Knie, sondern zusätzlich den Oberschenkel stabilisieren und führen. Je nach Aufbau können sie bis zum Fuß reichen und damit Knie, Unterschenkel, Sprunggelenk und Fuß gemeinsam kontrollieren.
Solche Versorgungen werden insbesondere eingesetzt, wenn eine reine Knie- oder Unterschenkelorthese nicht ausreicht, um das Bein beim Stehen und Gehen ausreichend zu stabilisieren. Eine häufige Bauform ist die Knie-Knöchel-Fuß-Orthese (KAFO).
Stabilisierung des gesamten Beins
Eine längere Orthese kann mehrere Gelenke gleichzeitig kontrollieren. Dadurch lässt sich beispielsweise verhindern, dass ein instabiles Knie beim Stehen oder während der Belastungsphase unkontrolliert nachgibt.
Die Versorgung kann insbesondere bei ausgeprägter Muskelschwäche oder Lähmungen der unteren Extremität eingesetzt werden. Welche Gelenke stabilisiert und welche Bewegungen zugelassen werden, wird individuell festgelegt.
Knie-Knöchel-Fuß-Orthesen (KAFO)
Eine KAFO umfasst den Oberschenkel, das Knie, den Unterschenkel, das Sprunggelenk und den Fuß. Sie wird häufig dann eingesetzt, wenn eine herkömmliche Knieorthese oder eine Unterschenkelorthese die notwendige Stabilität nicht gewährleisten kann.
Je nach Konstruktion kann das Kniegelenk der Orthese beispielsweise dauerhaft gesperrt werden. Moderne Systeme können dagegen eine kontrollierte Bewegung des Knies ermöglichen und die Stabilität je nach Bewegungsphase verändern.
Unterschiedliche Kniegelenke
Das Kniegelenk ist ein wichtiger Bestandteil einer solchen Orthese. Bei einer klassischen KAFO kann das Orthesengelenk während des Gehens gesperrt sein und dadurch für zusätzliche Stabilität sorgen.
Bei sogenannten Standphasen-Kontrollorthesen bleibt das Knie während der Belastung stabil, kann sich während der Schwungphase beim Gehen jedoch wieder bewegen. Dadurch kann ein natürlicherer Bewegungsablauf ermöglicht werden.
Moderne elektronische Systeme
Es gibt auch KAFO-Systeme mit mikroprozessorgesteuerten Kniegelenken. Sensoren können beispielsweise die Kniebewegung und weitere Bewegungsinformationen erfassen. Ein Mikroprozessor steuert daraufhin die Widerstände des Gelenks abhängig von der jeweiligen Bewegungsphase.
Dadurch kann die Orthese unterschiedliche Situationen wie Stehen und Gehen kontrolliert unterstützen. Solche Systeme sind technisch deutlich aufwendiger und werden entsprechend individuell angepasst.
Individuelle Anpassung
Oberschenkel- und Knieorthesen werden häufig individuell angepasst oder angefertigt. Dabei müssen unter anderem die Beinachse, Gelenkbeweglichkeit, Muskelkraft, Stabilität und die persönlichen Anforderungen beim Stehen und Gehen berücksichtigt werden.
Auch das Gewicht und die Konstruktion der Orthese spielen eine Rolle, da eine längere Beinorthese den Alltag stärker beeinflussen kann als eine kleinere Versorgung. Eine fachgerechte Anpassung und entsprechendes Training sind deshalb besonders wichtig.
💡 Schon gewusst? – Eine KAFO kann deutlich mehr als nur das Knie stabilisieren. Sie verbindet die Führung von Knie, Sprunggelenk und Fuß miteinander und kann dadurch auch bei ausgeprägter Beinmuskelschwäche eine kontrolliertere Belastung und Fortbewegung unterstützen.
♥ KURZ ZUSAMMENGEFASST
- Oberschenkel- und Knieorthesen stabilisieren größere Bereiche des Beins.
- Eine KAFO umfasst Oberschenkel, Knie, Unterschenkel, Sprunggelenk und Fuß.
- Sie kann eingesetzt werden, wenn eine kleinere Orthese nicht ausreichend stabilisiert.
- Besonders bei ausgeprägter Muskelschwäche oder Lähmungen können solche Versorgungen eingesetzt werden.
- Klassische Systeme können das Knie während der Belastung sperren.
- Moderne Systeme können eine kontrollierte Kniebewegung während des Gehens ermöglichen.
- Mikroprozessorgesteuerte Varianten können verschiedene Bewegungsphasen elektronisch kontrollieren.
- Die Versorgung wird individuell angepasst und erfordert gegebenenfalls ein entsprechendes Training.
Hüftorthesen
Hüftorthesen unterstützen, stabilisieren oder führen das Hüftgelenk und können dabei helfen, bestimmte Bewegungen zu kontrollieren oder Fehlstellungen zu korrigieren. Sie werden sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen eingesetzt. Welche Orthese geeignet ist, hängt von der jeweiligen Ursache und den individuellen Anforderungen ab.
Eine besondere Rolle spielen Hüftorthesen bei Kindern, beispielsweise bei einer Hüftdysplasie. Bei Erwachsenen können sie unter anderem bei bestimmten Fehlstellungen oder zur Stabilisierung der Hüfte eingesetzt werden.
Stabilisierung und Führung der Hüfte
Eine Hüftorthese kann das Hüftgelenk von außen stabilisieren und bestimmte Bewegungen gezielt begrenzen. Dadurch kann sie die Position des Gelenks beeinflussen und eine kontrolliertere Bewegung ermöglichen.
Je nach Konstruktion kann die Orthese dabei unterschiedliche Bewegungsrichtungen zulassen oder einschränken. Bei einer Hüftabduktionsorthese wird beispielsweise eine bestimmte Stellung der Beine unterstützt und ein übermäßiges Heranführen der Beine zur Körpermitte begrenzt.
Hüftorthesen bei Kindern
Bei Kindern werden Hüftorthesen unter anderem zur Behandlung einer Hüftdysplasie eingesetzt. Dabei ist die Hüftgelenkspfanne nicht ausreichend entwickelt, sodass der Hüftkopf nicht optimal geführt wird.
Eine entsprechende Orthese kann die Hüfte in einer günstigen Position halten und dadurch die weitere Entwicklung des Hüftgelenks unterstützen. Eine bekannte Versorgung ist beispielsweise eine Hüftbeugeschiene für Säuglinge.
Hüftorthesen bei neurologischen Erkrankungen
Auch bei neurologischen Erkrankungen können Hüftorthesen eingesetzt werden. Bei bestimmten Bewegungsstörungen kann beispielsweise ein ausgeprägtes Überkreuzen der Beine beim Gehen auftreten.
Eine Hüftorthese mit Abduktionspolstern kann die Beine in einer günstigeren Position führen und dadurch das Überkreuzen der Knie reduzieren. Sie kann außerdem beim Stehen und Sitzen zusätzliche Stabilität geben.
Hüftorthesen bei eingeschränkter Mobilität
Hüftorthesen können auch bei Menschen eingesetzt werden, die dauerhaft oder vorübergehend im Rollstuhl sitzen. Bestimmte Konstruktionen können die Sitzposition unterstützen und die Beine in einer stabileren Position halten.
Dabei geht es nicht nur um die Führung des Hüftgelenks, sondern auch um eine möglichst stabile und funktionelle Positionierung des Beckens und der Beine.
Kombinierte Hüft- und Beinorthesen
Wenn die Stabilisierung der Hüfte allein nicht ausreicht, kann eine Orthese mit weiteren Gelenken verbunden werden. Je nach Situation kommen beispielsweise Hüft-Knie-Orthesen oder Hüft-Knie-Knöchel-Fuß-Orthesen infrage.
Damit können mehrere Gelenke der unteren Extremität gemeinsam geführt und stabilisiert werden. Die Konstruktion wird dabei an die vorhandene Muskelkraft, Beweglichkeit und die persönlichen Anforderungen angepasst.
Individuelle Anpassung
Hüftorthesen müssen passend zur jeweiligen körperlichen Situation ausgewählt und angepasst werden. Dabei spielen unter anderem Alter, Beweglichkeit, Muskelkraft und das gewünschte Ziel der Versorgung eine Rolle.
Die Verordnung erfolgt durch den behandelnden Arzt. Die Auswahl und Anpassung wird in der Regel gemeinsam mit Fachpersonal der Orthopädietechnik vorgenommen.
💡 Schon gewusst? – Hüftorthesen werden nicht nur bei Erwachsenen eingesetzt. Gerade bei Babys und Kindern können spezielle Hüftorthesen dabei helfen, eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks zu behandeln und die weitere Entwicklung zu unterstützen.
♥ KURZ ZUSAMMENGEFASST
- Hüftorthesen stabilisieren, führen oder korrigieren das Hüftgelenk.
- Sie können bestimmte Bewegungen gezielt begrenzen.
- Bei Kindern werden sie unter anderem bei Hüftdysplasien eingesetzt.
- Bei neurologischen Erkrankungen können sie die Position der Beine beeinflussen.
- Sie können beim Stehen und Sitzen zusätzliche Stabilität geben.
- Bei komplexeren Einschränkungen können Hüftorthesen mit Knie- und Fußorthesen kombiniert werden.
- Die Versorgung wird entsprechend der individuellen Situation ausgewählt und angepasst.
Wirbelsäulenorthesen
Wirbelsäulenorthesen unterstützen und stabilisieren die Wirbelsäule. Je nach Ausführung können sie bestimmte Bereiche der Wirbelsäule entlasten, die Haltung beeinflussen, Bewegungen kontrollieren oder die Wirbelsäule während eines Heilungsprozesses schützen.
Sie werden unter anderem bei bestimmten Verletzungen, Fehlstellungen, degenerativen Veränderungen oder Erkrankungen wie Osteoporose eingesetzt. Welche Orthese sinnvoll ist, hängt immer von der jeweiligen Diagnose und dem gewünschten Therapieziel ab.
Stabilisierung und Entlastung
Eine Wirbelsäulenorthese kann den Rumpf stabilisieren und die Wirbelsäule in einer bestimmten Position unterstützen. Je nach Konstruktion kann dadurch die Belastung einzelner Wirbelsäulenabschnitte reduziert werden.
Bei bestimmten stabilen Wirbelkörperfrakturen können beispielsweise spezielle Orthesen eingesetzt werden, die durch gezielte Druckpunkte eine Aufrichtung der Wirbelsäule unterstützen und dadurch bestimmte Bereiche entlasten.
Orthesen für verschiedene Bereiche der Wirbelsäule
Je nachdem, welcher Abschnitt betroffen ist, unterscheiden sich die Versorgungen deutlich. Es gibt unter anderem Orthesen für die Halswirbelsäule (HWS), Brustwirbelsäule (BWS) und Lendenwirbelsäule (LWS).
Auch Kombinationen mehrerer Bereiche sind möglich. Eine Orthese kann beispielsweise die Brust- und Lendenwirbelsäule gemeinsam stabilisieren.
Rückenorthesen bei Rückenschmerzen
Bestimmte Rückenorthesen können bei ausgewählten Formen von Rückenschmerzen eingesetzt werden. Sie können die Wirbelsäule stabilisieren, die Haltung unterstützen oder die Muskulatur gezielt aktivieren.
Bei manchen aktiven Rückenorthesen steht nicht die vollständige Ruhigstellung im Mittelpunkt. Stattdessen soll die Orthese kontrollierte Bewegung ermöglichen und dabei die muskuläre Stabilisierung unterstützen.
Wirbelsäulenorthesen nach Verletzungen
Nach bestimmten Wirbelsäulenverletzungen können Orthesen eingesetzt werden, um den betroffenen Bereich während der Heilung zu schützen und zu stabilisieren.
Dabei ist entscheidend, dass die Orthese zur jeweiligen Verletzung passt. Bei stabilen Kompressionsfrakturen können beispielsweise spezielle Hyperextensionsorthesen eingesetzt werden, die eine Aufrichtung unterstützen, während bestimmte Bewegungen weiterhin möglich bleiben.
Individuelle Anpassung
Wirbelsäulenorthesen müssen entsprechend der jeweiligen körperlichen Situation ausgewählt und angepasst werden. Dabei spielen unter anderem der betroffene Wirbelsäulenabschnitt, die Beweglichkeit, die Körperform und das gewünschte Therapieziel eine Rolle.
Die Entscheidung für eine solche Versorgung sollte gemeinsam mit dem behandelnden Arzt und der Orthopädietechnik getroffen werden. Auch die Tragedauer und die erlaubte Belastung können je nach Diagnose und Orthese unterschiedlich sein.
💡 Schon gewusst? – Eine Wirbelsäulenorthese muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass der Rücken vollständig ruhiggestellt wird. Je nach Bauart kann sie auch kontrollierte Bewegungen ermöglichen und gleichzeitig bestimmte Bereiche stabilisieren oder entlasten.
♥ KURZ ZUSAMMENGEFASST
- Wirbelsäulenorthesen stabilisieren und unterstützen die Wirbelsäule.
- Sie können bestimmte Bereiche entlasten und die Haltung beeinflussen.
- Es gibt unterschiedliche Versorgungen für HWS, BWS und LWS.
- Sie können unter anderem nach bestimmten Wirbelsäulenverletzungen eingesetzt werden.
- Spezielle Orthesen können bei stabilen Wirbelkörperfrakturen eine Aufrichtung unterstützen.
- Manche Rückenorthesen ermöglichen weiterhin kontrollierte Bewegungen.
- Die Versorgung wird entsprechend der Diagnose und des individuellen Therapieziels ausgewählt.
- Tragedauer und Belastung werden individuell festgelegt.
Rumpforthesen
Rumpforthesen unterstützen und stabilisieren den Oberkörper und können dabei helfen, die Wirbelsäule, den Brustkorb und den Beckenbereich in einer bestimmten Position zu führen. Je nach Bauart können sie die Haltung unterstützen, Bewegungen kontrollieren oder bestimmte Bereiche der Wirbelsäule entlasten.
Rumpforthesen kommen bei unterschiedlichen Beschwerden und Erkrankungen zum Einsatz. Dazu gehören beispielsweise bestimmte Wirbelsäulenverletzungen, osteoporotische Veränderungen, Haltungsschwächen oder degenerative Veränderungen. Welche Versorgung geeignet ist, hängt von der jeweiligen Diagnose und dem Ziel der Behandlung ab.
Stabilisierung des Rumpfes
Eine Rumpforthese kann dem Oberkörper zusätzliche Stabilität geben und die Wirbelsäule in einer gewünschten Position unterstützen. Je nach Konstruktion wird dabei beispielsweise der Brust- und Lendenbereich gemeinsam geführt.
Besonders bei bestimmten Wirbelkörperfrakturen kann eine solche Versorgung dazu beitragen, den betroffenen Bereich während der Heilung zu stabilisieren und die Wirbelsäule gezielt aufzurichten.
Aufrichtung und Haltung
Einige Rumpforthesen sind darauf ausgelegt, eine aufrechtere Körperhaltung zu unterstützen. Sie können beispielsweise den Schultergürtel zurückführen und dadurch die Brustwirbelsäule aufrichten.
Bei bestimmten Rückenorthesen steht dabei nicht die vollständige Ruhigstellung im Vordergrund. Stattdessen soll die Orthese eine aktive Aufrichtung fördern und die muskuläre Stabilisierung des Rumpfes unterstützen.
Rumpforthesen bei Wirbelkörperfrakturen
Bei bestimmten stabilen Wirbelkörperfrakturen können spezielle Hyperextensionsorthesen eingesetzt werden. Sie arbeiten beispielsweise nach dem sogenannten Dreipunkt-Prinzip und unterstützen eine Aufrichtung der Wirbelsäule.
Eine solche Versorgung kann insbesondere Frakturen im Übergangsbereich zwischen Brust- und Lendenwirbelsäule betreffen. Die genaue Indikation muss ärztlich gestellt werden.
Unterschiedliche Bauformen
Rumpforthesen können sehr unterschiedlich aufgebaut sein. Es gibt vergleichsweise leichte Rückenorthesen, die hauptsächlich die Haltung und muskuläre Stabilisierung unterstützen, aber auch stabilere Konstruktionen mit festen Pelotten und Rahmen.
Je nach Einsatzbereich können dabei die Brustwirbelsäule, die Lendenwirbelsäule oder mehrere Abschnitte gemeinsam versorgt werden. Auch Orthesen mit zusätzlicher Führung des Beckens sind möglich.
Individuelle Anpassung
Eine Rumpforthese muss zur Körperform und zur jeweiligen medizinischen Situation passen. Dabei spielen unter anderem der betroffene Wirbelsäulenabschnitt, Beweglichkeit, Körperform und das gewünschte Therapieziel eine Rolle.
Bei komplexeren Versorgungen ist eine genaue Anpassung besonders wichtig. Die Auswahl und Anpassung erfolgt durch entsprechend qualifiziertes Fachpersonal und auf Grundlage der ärztlichen Verordnung.
💡 Schon gewusst? – Eine Rumpforthese muss nicht zwangsläufig den gesamten Oberkörper unbeweglich machen. Je nach Bauart kann sie bestimmte Bereiche stabilisieren oder entlasten und gleichzeitig kontrollierte Bewegungen zulassen.
♥ KURZ ZUSAMMENGEFASST
- Rumpforthesen stabilisieren und unterstützen den Oberkörper.
- Sie können die Wirbelsäule aufrichten und bestimmte Bereiche entlasten.
- Je nach Bauart können Brust- und Lendenwirbelsäule gemeinsam versorgt werden.
- Spezielle Rumpforthesen können bei bestimmten stabilen Wirbelkörperfrakturen eingesetzt werden.
- Einige Modelle fördern eine aktive und aufrechte Körperhaltung.
- Es gibt leichte, flexible und deutlich stabilisierendere Bauformen.
- Die passende Versorgung richtet sich nach der Diagnose und dem individuellen Therapieziel.
- Eine fachgerechte Anpassung ist wichtig für Funktion und Tragekomfort.
Schulterorthesen
Schulterorthesen unterstützen, stabilisieren oder entlasten das Schultergelenk. Je nach Ausführung können sie die Schulter ruhigstellen, bestimmte Bewegungen kontrollieren oder den Oberarmkopf im Schultergelenk besser führen. Sie werden unter anderem nach Verletzungen und Operationen sowie bei bestimmten neurologischen Erkrankungen eingesetzt.
Welche Schulterorthese geeignet ist, hängt von der Ursache der Beschwerden und dem gewünschten Ziel der Versorgung ab. Es gibt sowohl einfache Schulterschlingen zur Ruhigstellung als auch funktionelle Orthesen, die Bewegungen weiterhin ermöglichen und die Schulter gezielt führen.
Ruhigstellung und Entlastung
Nach Verletzungen oder Operationen kann es notwendig sein, die Schulter vorübergehend ruhigzustellen. Schulterschlingen und spezielle Schulterorthesen halten den Arm dabei in einer bestimmten Position und entlasten das Schultergelenk.
Je nach Orthese kann die Schulter beispielsweise in einer bestimmten Abspreizstellung oder Innenrotation gelagert werden. Die genaue Position richtet sich nach der jeweiligen medizinischen Situation.
Stabilisierung der Schulter
Eine Schulterorthese kann die Schulter stabilisieren und unerwünschte Bewegungen begrenzen. Das kann beispielsweise bei Instabilitäten oder nach bestimmten Verletzungen sinnvoll sein.
Dabei muss die Orthese nicht zwangsläufig sämtliche Bewegungen verhindern. Funktionelle Modelle können die Schulter gezielt führen und gleichzeitig einen Teil der natürlichen Beweglichkeit erhalten.
Schulterorthesen bei neurologischen Erkrankungen
Auch bei neurologischen Erkrankungen können Schulterorthesen eingesetzt werden. Nach einem Schlaganfall oder bei anderen Schädigungen des Nervensystems kann beispielsweise eine teilweise Lähmung der Armmuskulatur auftreten.
Dadurch kann der Oberarmkopf seine optimale Position in der Gelenkpfanne verlieren. Spezielle Schulterorthesen können den Oberarmkopf wieder besser positionieren, die Schulter stabilisieren und dadurch Beschwerden sowie Einschränkungen bei der Bewegung reduzieren.
Funktionelle Schulterorthesen
Funktionelle Schulterorthesen sind nicht ausschließlich zur Ruhigstellung gedacht. Sie können die Schulter gezielt führen und bestimmte Bewegungsabläufe unterstützen.
Einige Modelle sind so konstruiert, dass sie den Arm in einer funktionellen Position stabilisieren und gleichzeitig Bewegungen im Alltag ermöglichen. Dadurch können sie beispielsweise auch während einer Rehabilitation eingesetzt werden.
Individuelle Anpassung
Schulterorthesen müssen zur jeweiligen körperlichen Situation und zum vorgesehenen Einsatz passen. Dabei spielen unter anderem Beweglichkeit, Muskelkraft, Stabilität und die gewünschte Position des Arms eine Rolle.
Gerade bei komplexeren Versorgungen ist eine fachgerechte Anpassung wichtig. Die Auswahl erfolgt entsprechend der medizinischen Situation durch den behandelnden Arzt und gemeinsam mit der Orthopädietechnik.
💡 Schon gewusst? – Eine Schulterorthese muss nicht immer dazu dienen, die Schulter vollständig ruhigzustellen. Je nach Bauart kann sie die Schulter auch während der Bewegung stabilisieren und den Oberarm gezielt führen.
♥ KURZ ZUSAMMENGEFASST
- Schulterorthesen können die Schulter stabilisieren, entlasten oder ruhigstellen.
- Sie werden unter anderem nach Verletzungen und Operationen eingesetzt.
- Schulterschlingen können das Schultergelenk vorübergehend entlasten und ruhigstellen.
- Funktionelle Orthesen können bestimmte Bewegungen weiterhin ermöglichen.
- Bei neurologischen Erkrankungen können spezielle Schulterorthesen die Position des Oberarmkopfes verbessern.
- Die Versorgung kann Schmerzen und Bewegungseinschränkungen reduzieren.
- Die passende Orthese wird entsprechend der individuellen Situation ausgewählt und angepasst.
Ellenbogenorthesen
Ellenbogenorthesen unterstützen, stabilisieren und entlasten das Ellenbogengelenk. Je nach Ausführung können sie den Ellenbogen ruhigstellen, bestimmte Bewegungen begrenzen oder eine kontrollierte Bewegung während der Heilung und Rehabilitation ermöglichen.
Sie kommen unter anderem nach Verletzungen und Operationen, bei Instabilitäten oder bei eingeschränkter Beweglichkeit zum Einsatz. Je nach Ziel der Versorgung können Ellenbogenorthesen sowohl vorübergehend als auch längerfristig getragen werden.
Stabilisierung des Ellenbogens
Eine Ellenbogenorthese kann dem Gelenk zusätzliche Führung geben und unerwünschte Bewegungen begrenzen. Das kann beispielsweise nach Verletzungen von Bändern oder anderen Strukturen rund um das Ellenbogengelenk sinnvoll sein.
Je nach Konstruktion kann die Orthese dabei unterschiedlich stark stabilisieren und trotzdem einen bestimmten Bewegungsumfang ermöglichen.
Ruhigstellung nach Verletzungen und Operationen
Nach bestimmten Verletzungen oder Operationen kann eine vorübergehende Ruhigstellung des Ellenbogens erforderlich sein. Spezielle Orthesen halten den Arm dabei in einer definierten Position und schützen das Gelenk vor unerwünschten Bewegungen.
Bei einer späteren Rehabilitationsphase kann die Versorgung so angepasst werden, dass schrittweise wieder mehr Bewegung zugelassen wird.
Bewegungsumfang kontrollieren
Nicht jede Ellenbogenorthese soll das Gelenk vollständig ruhigstellen. Gelenkorthesen können so eingestellt werden, dass Beugung und Streckung nur innerhalb eines bestimmten Bereichs möglich sind.
Dadurch lässt sich der Ellenbogen während der Rehabilitation kontrolliert bewegen, während Bewegungen außerhalb des gewünschten Bereichs verhindert werden.
Ellenbogenorthesen bei Instabilität
Bei einer Instabilität des Ellenbogens kann eine Orthese das Gelenk während alltäglicher Bewegungen unterstützen. Seitliche Schienen und Gelenke können dabei helfen, den Ellenbogen zu führen und unerwünschte Bewegungen zu begrenzen.
Je nach Ursache und Ausprägung der Instabilität kommen unterschiedliche Konstruktionen infrage.
Funktionelle und dynamische Orthesen
Einige Ellenbogenorthesen sind nicht ausschließlich auf Stabilisierung oder Ruhigstellung ausgelegt. Funktionelle beziehungsweise dynamische Systeme können Bewegungen gezielt unterstützen und einen kontrollierten Bewegungsablauf ermöglichen.
Solche Versorgungen können beispielsweise bei eingeschränkter Muskelkraft oder während einer Rehabilitation sinnvoll sein. Orthesen können grundsätzlich stabilisieren, mobilisieren, entlasten oder Bewegungsabläufe gezielt beeinflussen.
Individuelle Anpassung
Eine Ellenbogenorthese muss zur jeweiligen körperlichen Situation und zum vorgesehenen Einsatz passen. Dabei spielen unter anderem Beweglichkeit, Stabilität, Muskelkraft und das gewünschte Therapieziel eine Rolle.
Bei komplexeren Versorgungen wird die Orthese individuell angepasst. Die Auswahl erfolgt entsprechend der medizinischen Situation gemeinsam mit den behandelnden Fachpersonen und der Orthopädietechnik.
💡 Schon gewusst? – Eine Ellenbogenorthese kann nicht nur ruhigstellen. Je nach Bauart kann sie den Bewegungsumfang gezielt begrenzen oder kontrollierte Bewegungen ermöglichen und damit die Rehabilitation unterstützen.
♥ KURZ ZUSAMMENGEFASST
- Ellenbogenorthesen stabilisieren, unterstützen und entlasten das Ellenbogengelenk.
- Sie können nach Verletzungen und Operationen eingesetzt werden.
- Bestimmte Modelle können den Ellenbogen vorübergehend ruhigstellen.
- Gelenkorthesen können Beugung und Streckung gezielt begrenzen.
- Bei Instabilitäten können sie dem Ellenbogen zusätzliche Führung geben.
- Funktionelle und dynamische Systeme können kontrollierte Bewegungen ermöglichen.
- Die Versorgung wird entsprechend der individuellen Situation ausgewählt und angepasst.
Handgelenkorthesen
Handgelenkorthesen unterstützen, stabilisieren und entlasten das Handgelenk. Je nach Ausführung können sie das Gelenk ruhigstellen, bestimmte Bewegungen begrenzen oder eine kontrollierte Bewegung weiterhin ermöglichen.
Sie werden unter anderem nach Verletzungen und Operationen, bei Überlastungsbeschwerden, Instabilitäten oder bestimmten Erkrankungen des Handgelenks eingesetzt. Welche Versorgung sinnvoll ist, hängt von der jeweiligen Ursache und dem gewünschten Therapieziel ab.
Stabilisierung des Handgelenks
Eine Handgelenkorthese kann das Gelenk stabilisieren und unerwünschte Bewegungen begrenzen. Dabei können je nach Bauform das Handgelenk, der Unterarm und teilweise auch der Daumen mit einbezogen werden.
Gerade bei schmerzhaften oder instabilen Bewegungen kann die zusätzliche Führung des Handgelenks dabei helfen, das Gelenk im Alltag zu entlasten.
Ruhigstellung und Entlastung
Bei bestimmten Verletzungen oder nach Operationen kann eine vorübergehende Ruhigstellung erforderlich sein. Eine entsprechende Orthese hält das Handgelenk in einer definierten Position und kann dadurch die betroffenen Strukturen während der Heilung schützen.
Auch bei akuten Reizzuständen oder Überlastungsbeschwerden können stabilisierende Handgelenkorthesen eingesetzt werden. Wie lange eine Orthese getragen werden sollte, richtet sich nach der jeweiligen Ursache und der medizinischen Empfehlung.
Handgelenkorthesen bei Beschwerden
Handgelenkorthesen können beispielsweise bei Beschwerden eingesetzt werden, bei denen Bewegungen des Handgelenks Schmerzen verursachen oder die Belastbarkeit eingeschränkt ist.
Je nach Versorgung kann die Orthese bestimmte Bewegungen stärker begrenzen, während andere Bewegungen der Hand weiterhin möglich bleiben. Dadurch kann die Hand im Alltag häufig weiter eingesetzt werden, ohne das Handgelenk vollständig ruhigzustellen.
Orthesen mit Daumenunterstützung
Einige Handgelenkorthesen beziehen zusätzlich den Daumen mit ein. Solche Modelle können sinnvoll sein, wenn nicht nur das Handgelenk, sondern auch der Daumen stabilisiert oder entlastet werden soll.
Je nach Bauform reicht die Orthese beispielsweise bis zum Daumengrundgelenk und lässt gleichzeitig die übrigen Finger weitgehend frei. Dadurch können viele alltägliche Greifbewegungen weiterhin ausgeführt werden.
Flexible und feste Bauformen
Handgelenkorthesen gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Flexible Modelle bestehen beispielsweise aus elastischen Materialien und bieten vor allem leichte Unterstützung und Kompression. Stabilere Orthesen verfügen über feste Schienen oder andere stabilisierende Elemente.
Welche Bauform geeignet ist, hängt davon ab, wie viel Stabilität benötigt wird und welche Bewegungen weiterhin möglich sein sollen.
Individuelle Anpassung
Eine Handgelenkorthese sollte zur Hand- und Unterarmform passen und ihre vorgesehene Funktion erfüllen, ohne unnötig Druckstellen zu verursachen oder die Durchblutung zu beeinträchtigen.
Bei individuell angepassten Versorgungen werden unter anderem die Anatomie, Beweglichkeit und die gewünschte Funktion berücksichtigt. Die Auswahl und Anpassung erfolgt entsprechend der jeweiligen Situation durch medizinische Fachpersonen und die Orthopädietechnik.
💡 Schon gewusst? – Eine Handgelenkorthese muss nicht zwangsläufig die gesamte Hand ruhigstellen. Viele Modelle stabilisieren gezielt das Handgelenk und lassen die Finger frei, sodass Greifen und andere alltägliche Bewegungen weiterhin möglich bleiben.
♥ KURZ ZUSAMMENGEFASST
- Handgelenkorthesen stabilisieren, unterstützen und entlasten das Handgelenk.
- Sie können nach Verletzungen oder Operationen eingesetzt werden.
- Bestimmte Modelle ermöglichen eine vorübergehende Ruhigstellung.
- Flexible Orthesen bieten Unterstützung bei gleichzeitig größerer Bewegungsfreiheit.
- Stabilere Modelle können Bewegungen gezielt begrenzen.
- Einige Orthesen beziehen zusätzlich den Daumen mit ein.
- Die passende Versorgung richtet sich nach Beschwerden, Beweglichkeit und dem gewünschten Therapieziel.
- Eine gute Anpassung ist wichtig für Funktion, Tragekomfort und Sicherheit.
Handorthesen
Handorthesen unterstützen, stabilisieren und entlasten die Hand. Je nach Ausführung können sie einzelne Finger, den Daumen, die Handfläche oder mehrere Gelenke gemeinsam führen und dabei bestimmte Bewegungen ermöglichen, begrenzen oder korrigieren.
Sie werden unter anderem nach Verletzungen und Operationen, bei Fehlstellungen, eingeschränkter Beweglichkeit oder neurologischen Erkrankungen eingesetzt. Welche Orthese geeignet ist, hängt von der vorhandenen Handfunktion und dem jeweiligen Therapieziel ab.
Stabilisierung der Hand
Eine Handorthese kann der Hand zusätzliche Stabilität geben und bestimmte Gelenke in einer gewünschten Position halten. Dadurch können belastete oder verletzte Strukturen geschützt und unerwünschte Bewegungen begrenzt werden.
Je nach Konstruktion kann die Orthese dabei die gesamte Hand oder nur bestimmte Bereiche unterstützen. Die Finger können bei vielen Versorgungen weiterhin frei bewegt werden.
Unterstützung bei eingeschränkter Beweglichkeit
Handorthesen können auch eingesetzt werden, wenn bestimmte Bewegungen der Hand oder einzelner Finger eingeschränkt sind. Funktionelle Orthesen können dabei helfen, Bewegungen gezielt zu führen oder eine bestimmte Gelenkstellung zu unterstützen.
Bei manchen Versorgungen wird die Hand beispielsweise in einer funktionellen Position gehalten, die das Greifen und Halten von Gegenständen erleichtern kann.
Handorthesen bei neurologischen Erkrankungen
Auch bei neurologischen Erkrankungen können Handorthesen eine wichtige Rolle spielen. Wenn die Muskelkraft oder die Kontrolle einzelner Bewegungen eingeschränkt ist, kann eine Orthese bestimmte Gelenke stabilisieren und die Hand in einer funktionellen Position halten.
Dabei kann es beispielsweise darum gehen, Fehlstellungen zu vermeiden, die Hand zu positionieren oder vorhandene Bewegungsmöglichkeiten im Alltag besser zu nutzen.
Dynamische Handorthesen
Dynamische Orthesen können nicht nur stabilisieren, sondern Bewegungen gezielt unterstützen. Elastische Elemente, Federn oder andere Funktionselemente können beispielsweise dabei helfen, einen Finger in eine bestimmte Richtung zu bewegen.
Solche Systeme können insbesondere dann interessant sein, wenn bestimmte Muskeln nicht ausreichend arbeiten, aber noch eigene Bewegungen vorhanden sind.
Handorthesen nach Verletzungen und Operationen
Nach Verletzungen oder Operationen kann eine Handorthese dazu beitragen, die betroffenen Strukturen während der Heilung zu schützen. Je nach medizinischer Situation kann die Orthese dabei eine bestimmte Bewegung vollständig verhindern oder einen kontrollierten Bewegungsumfang ermöglichen.
Im weiteren Verlauf der Rehabilitation kann die Versorgung angepasst oder durch eine andere Orthese ersetzt werden, wenn wieder mehr Beweglichkeit zugelassen werden soll.
Individuelle Anpassung
Eine Handorthese muss möglichst genau zur Anatomie und zur vorhandenen Funktion der Hand passen. Dabei werden unter anderem Beweglichkeit, Muskelkraft, Gelenkstellung und das gewünschte Therapieziel berücksichtigt.
Neben konfektionierten Modellen gibt es auch individuell gefertigte Handorthesen. Gerade bei komplexeren Einschränkungen kann eine individuelle Anpassung sinnvoll sein, damit die Orthese ihre Funktion erfüllt und gleichzeitig möglichst viel Bewegungsfreiheit erhalten bleibt.
💡 Schon gewusst? – Handorthesen können sehr klein und unauffällig sein. Manche versorgen nur ein einzelnes Gelenk oder einen Finger, während andere mehrere Bereiche der Hand gleichzeitig stabilisieren und führen.
♥ KURZ ZUSAMMENGEFASST
- Handorthesen stabilisieren, unterstützen und entlasten die Hand.
- Sie können einzelne Finger oder mehrere Gelenke gemeinsam versorgen.
- Bewegungen können gezielt ermöglicht, begrenzt oder geführt werden.
- Dynamische Modelle können bestimmte Bewegungen aktiv unterstützen.
- Sie kommen unter anderem nach Verletzungen und Operationen zum Einsatz.
- Auch bei neurologischen Erkrankungen können Handorthesen die Handfunktion unterstützen.
- Die Versorgung wird entsprechend der vorhandenen Funktion und des Therapieziels ausgewählt.
- Eine individuelle Anpassung kann bei komplexeren Versorgungen besonders wichtig sein.
Fingerorthesen
Fingerorthesen unterstützen, stabilisieren und entlasten einzelne Finger oder mehrere Fingergelenke. Je nach Ausführung können sie einen Finger ruhigstellen, bestimmte Bewegungen begrenzen oder gezielt eine bestimmte Gelenkstellung unterstützen.
Sie kommen unter anderem nach Verletzungen und Operationen, bei Bandverletzungen, Instabilitäten, Fehlstellungen oder eingeschränkter Beweglichkeit zum Einsatz. Welche Orthese geeignet ist, hängt vom betroffenen Gelenk, der Ursache und dem gewünschten Therapieziel ab.
Stabilisierung einzelner Finger
Eine Fingerorthese kann einen verletzten oder instabilen Finger gezielt stabilisieren. Dabei wird häufig nur das betroffene Gelenk versorgt, während andere Finger und Gelenke beweglich bleiben.
Je nach Konstruktion kann die Orthese beispielsweise das Grund-, Mittel- oder Endgelenk eines Fingers stabilisieren und dadurch unerwünschte Bewegungen begrenzen.
Ruhigstellung nach Verletzungen
Nach Verletzungen oder Operationen kann eine vorübergehende Ruhigstellung notwendig sein. Eine Fingerorthese hält den betroffenen Finger dabei in einer definierten Position und schützt die verletzten Strukturen während der Heilung.
Je nach Heilungsverlauf kann später wieder mehr Bewegung zugelassen werden. Die Tragedauer und die erlaubte Belastung richten sich nach der jeweiligen medizinischen Situation.
Fingerorthesen bei Fehlstellungen
Bestimmte Fingerorthesen können dabei helfen, eine Fehlstellung zu korrigieren oder das Gelenk in einer günstigeren Position zu halten. Je nach Ursache können sie statisch aufgebaut sein oder eine kontrollierte Bewegung ermöglichen.
Gerade bei länger bestehenden Bewegungseinschränkungen kann eine individuell angepasste Orthese sinnvoll sein, um die vorhandene Funktion möglichst gut zu erhalten.
Dynamische Fingerorthesen
Dynamische Fingerorthesen unterstützen gezielt bestimmte Bewegungen. Dafür können beispielsweise elastische Elemente, Federn oder andere Funktionselemente eingesetzt werden.
Sie können interessant sein, wenn ein Finger nicht ausreichend aus eigener Kraft bewegt werden kann, aber noch bestimmte Bewegungsmöglichkeiten vorhanden sind. Die Orthese unterstützt dann die gewünschte Bewegung, anstatt den Finger vollständig ruhigzustellen. Orthesen können grundsätzlich sowohl stabilisieren als auch mobilisieren und Bewegungen gezielt beeinflussen.
Daumenorthesen
Auch der Daumen kann mit speziellen Orthesen versorgt werden. Diese stabilisieren beispielsweise das Daumensattel- oder Daumengrundgelenk und können bei Bandverletzungen, Instabilitäten oder bestimmten Reizzuständen eingesetzt werden.
Da der Daumen für Greifen und viele alltägliche Handbewegungen besonders wichtig ist, wird bei solchen Versorgungen häufig darauf geachtet, möglichst viel funktionelle Beweglichkeit der übrigen Hand zu erhalten.
Individuelle Anpassung
Fingerorthesen gibt es als konfektionierte Modelle in verschiedenen Größen, aber auch als individuell gefertigte Versorgungen. Besonders bei komplexeren Fehlstellungen oder ungewöhnlichen anatomischen Verhältnissen kann eine individuelle Anpassung sinnvoll sein.
Dabei werden unter anderem das betroffene Gelenk, die Beweglichkeit, die vorhandene Muskelkraft und das gewünschte Therapieziel berücksichtigt. Eine gute Passform ist wichtig, damit die Orthese sicher sitzt und gleichzeitig möglichst wenig unnötige Bewegungsfreiheit einschränkt.
💡 Schon gewusst? – Eine Fingerorthese muss nicht zwangsläufig den gesamten Finger unbeweglich machen. Je nach Bauart kann sie nur ein bestimmtes Gelenk stabilisieren oder sogar eine gewünschte Bewegung gezielt unterstützen.
♥ KURZ ZUSAMMENGEFASST
- Fingerorthesen stabilisieren und unterstützen einzelne Finger oder Fingergelenke.
- Sie können nach Verletzungen und Operationen eingesetzt werden.
- Bestimmte Modelle können einen Finger vorübergehend ruhigstellen.
- Fehlstellungen und Instabilitäten können gezielt beeinflusst werden.
- Dynamische Orthesen können bestimmte Bewegungen unterstützen.
- Auch der Daumen kann mit speziellen Orthesen versorgt werden.
- Es gibt konfektionierte und individuell gefertigte Fingerorthesen.
- Die passende Versorgung richtet sich nach dem betroffenen Gelenk und dem individuellen Therapieziel.
Armorthesen
Armorthesen unterstützen, stabilisieren und entlasten den Arm. Je nach Ausführung können sie einzelne Gelenke wie Schulter, Ellenbogen oder Handgelenk versorgen oder mehrere Bereiche des Arms gemeinsam führen.
Sie werden unter anderem nach Verletzungen und Operationen, bei Instabilitäten, Bewegungseinschränkungen oder neurologischen Erkrankungen eingesetzt. Welche Orthese geeignet ist, hängt davon ab, welche Funktion unterstützt oder welche Bewegung kontrolliert werden soll.
Stabilisierung des Arms
Eine Armorthese kann dem Arm zusätzliche Stabilität geben und bestimmte Bewegungen begrenzen. Dadurch können verletzte oder überlastete Strukturen geschützt und unerwünschte Bewegungen kontrolliert werden.
Je nach Versorgung kann die Orthese nur einen kleinen Bereich umfassen oder mehrere Gelenke gleichzeitig miteinander verbinden.
Armorthesen nach Verletzungen und Operationen
Nach Verletzungen oder Operationen können Armorthesen eingesetzt werden, um betroffene Strukturen während der Heilung zu schützen. Je nach medizinischer Situation kann eine Orthese den Arm vorübergehend ruhigstellen oder einen kontrollierten Bewegungsumfang ermöglichen.
Während der Rehabilitation kann die Versorgung angepasst werden, sodass schrittweise wieder mehr Beweglichkeit zugelassen wird.
Armorthesen bei neurologischen Erkrankungen
Auch bei neurologischen Erkrankungen können Armorthesen eine wichtige Unterstützung darstellen. Wenn Muskelkraft oder Bewegungssteuerung eingeschränkt sind, kann eine Orthese den Arm in einer funktionellen Position halten und bestimmte Bewegungen kontrollieren.
Dabei kann beispielsweise die Stellung des Ellenbogens, des Handgelenks oder der Finger beeinflusst werden. Ziel ist häufig, vorhandene Funktionen zu erhalten und den Einsatz des Arms im Alltag zu erleichtern.
Funktionelle und dynamische Armorthesen
Funktionelle Armorthesen sind nicht ausschließlich auf Ruhigstellung ausgelegt. Sie können Bewegungen gezielt führen oder unterstützen und dabei bestimmte Gelenkstellungen kontrollieren.
Dynamische Systeme können beispielsweise elastische Elemente oder andere Funktionselemente nutzen, um eine vorhandene Bewegung zu unterstützen. Dadurch kann eine Orthese während der Rehabilitation oder bei dauerhaften Bewegungseinschränkungen eingesetzt werden.
Kombinierte Armorthesen
Bei komplexeren Einschränkungen können mehrere Gelenke gemeinsam versorgt werden. Eine Orthese kann beispielsweise Schulter und Ellenbogen oder Ellenbogen und Handgelenk miteinander verbinden.
Durch die gemeinsame Führung mehrerer Gelenke lassen sich Bewegungsabläufe gezielt beeinflussen. Gleichzeitig wird darauf geachtet, möglichst viel der vorhandenen Beweglichkeit zu erhalten.
Individuelle Anpassung
Eine Armorthese muss zur Anatomie und zur vorhandenen Funktion des jeweiligen Arms passen. Dabei werden unter anderem Beweglichkeit, Muskelkraft, Gelenkstellung und das gewünschte Therapieziel berücksichtigt.
Neben konfektionierten Modellen gibt es individuell gefertigte Versorgungen. Gerade bei komplexeren Einschränkungen kann eine genaue Anpassung wichtig sein, damit die Orthese zuverlässig funktioniert und gleichzeitig möglichst angenehm getragen werden kann.
💡 Schon gewusst? – Eine Armorthese muss nicht zwangsläufig den gesamten Arm ruhigstellen. Je nach Bauart kann sie nur ein einzelnes Gelenk unterstützen oder mehrere Gelenke miteinander verbinden und dabei kontrollierte Bewegungen weiterhin ermöglichen.
♥ KURZ ZUSAMMENGEFASST
- Armorthesen stabilisieren, unterstützen und entlasten den Arm.
- Sie können einzelne Gelenke oder mehrere Bereiche gemeinsam versorgen.
- Sie kommen unter anderem nach Verletzungen und Operationen zum Einsatz.
- Auch bei neurologischen Erkrankungen können sie die Armfunktion unterstützen.
- Funktionelle und dynamische Systeme können Bewegungen gezielt führen oder unterstützen.
- Kombinierte Orthesen können mehrere Gelenke miteinander verbinden.
- Je nach Versorgung können Bewegungen begrenzt oder weiterhin ermöglicht werden.
- Die Orthese wird entsprechend der individuellen Anatomie und dem Therapieziel ausgewählt und angepasst.
Ganzkörper- und Mehrgelenkorthesen
Ganzkörper- und Mehrgelenkorthesen versorgen mehrere Körperabschnitte und Gelenke gleichzeitig. Sie werden eingesetzt, wenn eine einzelne Orthese nicht ausreicht, um die benötigte Stabilität, Führung oder Unterstützung zu erreichen.
Je nach Ausführung können solche Versorgungen beispielsweise mehrere Gelenke eines Arms oder Beins miteinander verbinden oder große Bereiche des Körpers stabilisieren. Besonders bei ausgeprägten Bewegungs- oder Muskelfunktionsstörungen können sie eine wichtige Unterstützung im Alltag und bei der Rehabilitation darstellen.
Mehrere Gelenke gemeinsam unterstützen
Eine Mehrgelenkorthese kann mehrere Gelenke miteinander verbinden und deren Bewegungen aufeinander abstimmen. Bei einer Versorgung des Beins können beispielsweise Hüfte, Knie und Sprunggelenk gemeinsam geführt werden.
Auch am Arm sind Kombinationen möglich, beispielsweise eine Orthese, die Schulter, Ellenbogen und Handgelenk gemeinsam unterstützt. Dadurch können Bewegungsabläufe gezielt kontrolliert und vorhandene Funktionen besser genutzt werden.
Ganzkörperorthesen
Ganzkörperorthesen beziehungsweise sehr umfangreiche Orthesensysteme werden bei besonderen medizinischen Anforderungen eingesetzt. Sie können große Bereiche des Körpers einschließlich Rumpf und Gliedmaßen stabilisieren und positionieren.
Solche komplexen Versorgungen kommen beispielsweise bei ausgeprägten neuromuskulären Erkrankungen oder starken Bewegungseinschränkungen infrage. Ziel kann es sein, eine möglichst funktionelle Körperposition zu ermöglichen, vorhandene Bewegungen zu unterstützen oder Fehlstellungen entgegenzuwirken.
Unterstützung bei neurologischen Erkrankungen
Mehrgelenkorthesen spielen insbesondere bei bestimmten neurologischen Erkrankungen eine Rolle. Wenn mehrere Muskelgruppen gleichzeitig geschwächt sind oder Bewegungen nicht ausreichend kontrolliert werden können, reicht eine Versorgung einzelner Gelenke möglicherweise nicht aus.
Durch die Verbindung mehrerer Orthesenabschnitte können Bewegungsabläufe gemeinsam beeinflusst werden. Je nach Situation kann dadurch beispielsweise das Stehen, Gehen oder die Nutzung des Arms unterstützt werden.
Stabilisierung und Positionierung
Neben der Bewegungsunterstützung können umfangreiche Orthesen auch zur Positionierung des Körpers eingesetzt werden. Dabei können mehrere Gelenke in einer funktionellen Stellung gehalten und unerwünschte Bewegungen begrenzt werden.
Die Orthese kann dabei so aufgebaut sein, dass bestimmte Bewegungen weiterhin möglich bleiben. Bei anderen Versorgungen steht dagegen eine stärkere Stabilisierung oder Korrektur im Vordergrund.
Individuelle Anpassung
Je mehr Gelenke eine Orthese umfasst, desto wichtiger ist eine genaue Anpassung. Körpergröße, Gelenkstellungen, Beweglichkeit, Muskelkraft und die individuellen Anforderungen müssen bei der Konstruktion berücksichtigt werden.
Bei komplexen Versorgungen arbeiten deshalb häufig mehrere Fachbereiche zusammen. Neben der Orthopädietechnik können je nach Situation beispielsweise Ärzte, Physiotherapie und Ergotherapie beteiligt sein.
Training und Gewöhnung
Der Umgang mit einer umfangreichen Orthese muss häufig schrittweise erlernt werden. Das betrifft insbesondere das An- und Ausziehen, die Körperposition und Bewegungsabläufe im Alltag.
Bei Beinorthesen kann beispielsweise das Stehen und Gehen mit der Versorgung trainiert werden. Bei Armorthesen können bestimmte Bewegungen und Alltagstätigkeiten gezielt geübt werden.
💡 Schon gewusst? – Eine Mehrgelenkorthese muss nicht automatisch alle Bewegungen eines Körperbereichs blockieren. Moderne Versorgungen können verschiedene Gelenke miteinander verbinden und dabei gezielt festlegen, welche Bewegungen unterstützt, kontrolliert oder weiterhin zugelassen werden.
♥ KURZ ZUSAMMENGEFASST
- Mehrgelenkorthesen versorgen mehrere Gelenke gleichzeitig.
- Sie können beispielsweise Hüfte, Knie und Sprunggelenk gemeinsam unterstützen.
- Auch mehrere Gelenke des Arms können miteinander versorgt werden.
- Umfangreiche Orthesen können große Bereiche des Körpers stabilisieren und positionieren.
- Sie können insbesondere bei ausgeprägten Bewegungs- oder Muskelfunktionsstörungen eingesetzt werden.
- Je nach Konstruktion können Bewegungen unterstützt, kontrolliert oder begrenzt werden.
- Eine genaue individuelle Anpassung ist bei komplexen Versorgungen besonders wichtig.
- Der Umgang mit umfangreichen Orthesen wird häufig durch gezieltes Training unterstützt.
Sportprothesen
Sportprothesen sind speziell für sportliche Aktivitäten entwickelte Prothesenversorgungen. Sie unterscheiden sich je nach Sportart teilweise deutlich von einer normalen Alltagsprothese, weil beim Sport andere Anforderungen an Belastbarkeit, Bewegungsabläufe, Dynamik und Gewicht entstehen.
Für verschiedene Sportarten gibt es speziell entwickelte Prothesenfüße und weitere Komponenten. Dazu gehören beispielsweise Lauf- und Sprintfedern aus Carbon, aber auch Sportfüße für Freizeitaktivitäten wie Tennis, Basketball oder andere Sportarten.
Sportprothesen für unterschiedliche Aktivitäten
Nicht jede Sportart stellt dieselben Anforderungen an eine Prothese. Beim Laufen sind beispielsweise Dynamik und Energierückgabe besonders wichtig, während bei Sportarten mit schnellen Richtungswechseln andere Eigenschaften gefragt sein können.
Deshalb werden Sportprothesen und Sportfüße gezielt für bestimmte Einsatzbereiche entwickelt. Es gibt unter anderem Lösungen für Laufen, Sprinten, Weitsprung, Radfahren, Tennis, Basketball und weitere sportliche Aktivitäten.
Lauf- und Sportfedern
Eine bekannte Form der Sportprothese sind gebogene Carbonfedern, die beim Laufen Energie aufnehmen und wieder abgeben können. Ihre spezielle Form unterstützt den Bewegungsablauf beim Laufen und Sprinten.
Je nach Modell gibt es unterschiedliche Sportfedern für Sprint, Freizeitlaufen, längere Distanzen oder andere sportliche Anforderungen.
Sportprothesen für Freizeit und Breitensport
Sportprothesen sind nicht ausschließlich für Leistungssportler gedacht. Auch Menschen, die nach einer Amputation wieder mit Sport beginnen oder ihre Freizeitaktivitäten fortsetzen möchten, können spezielle Sportkomponenten nutzen.
Für verschiedene Sportarten stehen unterschiedliche Lösungen zur Verfügung. Beispielsweise gibt es Sportfüße, die bei schnellen Richtungswechseln und verschiedenen Bewegungsabläufen eingesetzt werden können.
Individuelle Anpassung
Eine Sportprothese muss genau auf die jeweilige Person und die geplante Sportart abgestimmt werden. Dabei spielen unter anderem Amputationshöhe, Körpergewicht, Aktivitätsniveau, Sportart und die verwendeten Prothesenkomponenten eine Rolle.
Auch der Prothesenschaft muss den höheren Belastungen beim Sport standhalten. Deshalb sollte eine Sportprothese gemeinsam mit qualifizierten Fachleuten ausgewählt, angepasst und auf die vorgesehene Sportart abgestimmt werden.
Training mit der Sportprothese
Der Umgang mit einer Sportprothese unterscheidet sich teilweise von der Nutzung einer Alltagsprothese. Bewegungsabläufe müssen häufig zunächst erlernt und trainiert werden.
Sportprogramme wie die Ottobock Running Clinics zeigen beispielsweise, dass sowohl Anfänger als auch erfahrene Läufer mit Sportprothesen trainieren und unterschiedliche Lauftechniken erlernen können. Dabei spielt neben der technischen Anpassung auch das Training mit der Prothese eine wichtige Rolle.
💡 Schon gewusst? – Eine Sportprothese muss nicht ausschließlich für Leistungssport gedacht sein. Es gibt spezielle Sportkomponenten sowohl für ambitionierte Athleten als auch für Menschen, die nach einer Amputation einfach wieder regelmäßig laufen oder andere Sportarten ausüben möchten.
♥ KURZ ZUSAMMENGEFASST
- Sportprothesen sind speziell auf sportliche Aktivitäten abgestimmt.
- Je nach Sportart werden unterschiedliche Prothesenfüße und Komponenten eingesetzt.
- Carbonfedern werden unter anderem für Lauf- und Sprintprothesen verwendet.
- Es gibt Sportlösungen für Leistungs- und Freizeitsport.
- Sportprothesen können beispielsweise beim Laufen, Sprinten, Springen oder bei verschiedenen Ballsportarten eingesetzt werden.
- Die Komponenten müssen zur Person und zur jeweiligen Sportart passen.
- Der Prothesenschaft und die übrigen Bauteile müssen für die vorgesehene Belastung geeignet sein.
- Der Umgang mit einer Sportprothese sollte schrittweise erlernt und trainiert werden.
Lauf- und Sprintprothesen
Lauf- und Sprintprothesen sind spezielle Beinprothesen, die für das Laufen und insbesondere für schnelle Laufbewegungen entwickelt wurden. Im Mittelpunkt stehen dabei eine möglichst dynamische Bewegung, ein geringes Gewicht und die Fähigkeit, beim Auftreten Energie aufzunehmen und während des nächsten Schrittes wieder abzugeben.
Besonders bekannt sind gebogene Prothesenfedern aus Carbon. Ihre Form und Materialeigenschaften ermöglichen eine hohe Energierückgabe und unterstützen einen dynamischen Laufstil. Je nach Ausführung werden solche Federn für Freizeitläufe, längere Distanzen oder den Sprint eingesetzt.
Carbonfedern für das Laufen
Die typische Laufprothese besteht aus einer gebogenen Carbonfeder, die anstelle eines klassischen Prothesenfußes eingesetzt wird. Beim Auftreten wird die Feder belastet und verformt. Ein Teil der dabei gespeicherten Energie kann anschließend wieder freigesetzt werden.
Dadurch entsteht ein dynamischer Bewegungsablauf, der sich deutlich von dem eines normalen Prothesenfußes unterscheiden kann. Die genaue Federcharakteristik hängt unter anderem von Konstruktion, Material und den körperlichen Voraussetzungen der jeweiligen Person ab.
Laufprothesen für Freizeit und Training
Laufprothesen werden nicht nur im Leistungssport eingesetzt. Auch Menschen, die nach einer Amputation wieder regelmäßig laufen oder mit dem Lauftraining beginnen möchten, können spezielle Laufkomponenten nutzen.
Je nach Trainingsziel und Laufniveau stehen unterschiedliche Modelle zur Verfügung. Dabei kann zwischen eher vielseitig einsetzbaren Laufkomponenten und besonders leistungsorientierten Sprintsystemen unterschieden werden.
Sprintprothesen
Sprintprothesen sind besonders auf schnelle Laufbewegungen und hohe dynamische Belastungen ausgelegt. Die gebogene Form der Carbonfeder ermöglicht eine hohe Energierückgabe und unterstützt einen schnellen, kraftvollen Schritt.
Bei Sprintprothesen spielt die Abstimmung zwischen Prothesenschaft, Feder und Körper eine besonders große Rolle. Schon kleine Veränderungen an Ausrichtung oder Höhe können den Bewegungsablauf beeinflussen.
Individuelle Abstimmung
Eine Lauf- oder Sprintprothese wird nicht einfach nach Körpergröße ausgewählt. Körpergewicht, Amputationshöhe, Muskelkraft, Lauftechnik, Trainingszustand und die geplante Nutzung müssen berücksichtigt werden.
Auch die Länge und Steifigkeit der Carbonfeder sowie die Ausrichtung der gesamten Prothese beeinflussen das Laufverhalten. Deshalb sollte die Versorgung von erfahrenen Fachleuten angepasst und anschließend im Training schrittweise optimiert werden.
Laufen mit Prothese lernen
Der Umgang mit einer Laufprothese unterscheidet sich vom Gehen mit einer Alltagsprothese. Das dynamische Verhalten der Carbonfeder muss zunächst kennengelernt und kontrolliert werden.
Gezieltes Training kann dabei helfen, Gleichgewicht, Schrittfolge, Belastung und Lauftechnik zu entwickeln. Lauftrainingsprogramme und spezielle Laufkliniken bieten hierfür teilweise Unterstützung für Anfänger und erfahrene Läufer.
💡 Schon gewusst? – Eine Laufprothese funktioniert nicht einfach wie ein besonders „schneller Prothesenfuß“. Die gebogene Carbonfeder speichert beim Auftreten Energie und gibt einen Teil davon wieder ab. Dadurch entsteht ein spezieller dynamischer Bewegungsablauf, der sich zunächst deutlich anders anfühlen kann als das Gehen mit einer Alltagsprothese.
♥ KURZ ZUSAMMENGEFASST
- Lauf- und Sprintprothesen sind speziell für dynamische Laufbewegungen entwickelt.
- Häufig kommen gebogene Carbonfedern zum Einsatz.
- Die Carbonfeder kann beim Auftreten Energie aufnehmen und wieder abgeben.
- Sprintprothesen sind besonders auf schnelle und kraftvolle Bewegungen ausgelegt.
- Es gibt Laufkomponenten sowohl für Freizeitläufer als auch für den Leistungssport.
- Körpergewicht, Amputationshöhe, Lauftechnik und Trainingszustand beeinflussen die Auswahl.
- Die Länge, Steifigkeit und Ausrichtung der Prothese müssen individuell abgestimmt werden.
- Das Laufen mit einer solchen Prothese erfordert Training und Gewöhnung.
Prothesen für Leistungs- und Breitensport
Prothesen für den Leistungs- und Breitensport werden auf die besonderen Anforderungen sportlicher Aktivitäten abgestimmt. Dabei geht es nicht nur um Geschwindigkeit und Leistung, sondern auch darum, eine sportliche Bewegung sicher, kontrolliert und möglichst effizient ausführen zu können.
Je nach Sportart können unterschiedliche Prothesenfüße, Carbonfedern, Gelenke oder weitere Komponenten eingesetzt werden. Die optimale Versorgung hängt unter anderem von der Sportart, dem Trainingsumfang, der Amputationshöhe und den persönlichen körperlichen Voraussetzungen ab.
Breitensport mit Prothese
Sport mit Prothese ist nicht auf Leistungssportler beschränkt. Viele Menschen nutzen spezielle Prothesen, um nach einer Amputation wieder mit ihrem bevorzugten Sport zu beginnen oder neue sportliche Aktivitäten auszuprobieren.
Je nach Sportart können dafür spezielle Komponenten sinnvoll sein. Beim Laufen kommen beispielsweise dynamische Carbonfedern zum Einsatz, während beim Radfahren, Skifahren oder verschiedenen Ballsportarten andere Anforderungen an die Prothese gestellt werden.
Prothesen für den Leistungssport
Im Leistungssport werden Prothesen besonders präzise auf die jeweilige Disziplin und den Sportler abgestimmt. Bereits kleine Unterschiede bei Prothesenlänge, Ausrichtung, Federcharakteristik oder Schaft können den Bewegungsablauf beeinflussen.
Bei Lauf- und Sprintdisziplinen werden häufig spezielle Carbonfedern verwendet. Für andere Sportarten können dagegen Komponenten erforderlich sein, die schnelle Richtungswechsel, hohe Belastungen oder bestimmte Bewegungsabläufe unterstützen. (ottobock.com)
Unterschiedliche Anforderungen je nach Sportart
Ein Läufer benötigt andere Eigenschaften als beispielsweise ein Fußballspieler, Tennisspieler oder Radfahrer. Beim Laufen stehen unter anderem Energierückgabe und Dynamik im Mittelpunkt. Bei Sportarten mit häufigen Richtungswechseln sind dagegen Beweglichkeit, Stabilität und kontrollierte Belastbarkeit besonders wichtig.
Deshalb gibt es keine universelle Sportprothese, die für jede Sportart gleichermaßen geeignet ist. Die Komponenten werden entsprechend der jeweiligen Aktivität ausgewählt und angepasst. (ottobock.com)
Training und Technik
Neben der technischen Versorgung spielt das Training eine entscheidende Rolle. Eine Sportprothese kann ihre Möglichkeiten nur dann sinnvoll entfalten, wenn der Umgang mit ihr erlernt und die jeweilige Sporttechnik trainiert wird.
Gerade beim Wechsel von einer Alltagsprothese zu einer Sportversorgung müssen Bewegungsabläufe häufig neu kennengelernt werden. Gleichgewicht, Belastungsverteilung und die Reaktion der Prothese können sich deutlich unterscheiden.
Individuelle Sportversorgung
Die Auswahl einer Sportprothese sollte gemeinsam mit erfahrenen Fachleuten erfolgen. Dabei werden unter anderem Amputationshöhe, Körpergewicht, Muskelkraft, Trainingszustand und die gewünschte Sportart berücksichtigt.
Auch der Prothesenschaft spielt eine wichtige Rolle. Er muss sicher sitzen und die beim Sport auftretenden Kräfte zuverlässig übertragen können. Bei regelmäßigem Training sollte die Versorgung außerdem immer wieder überprüft und bei Bedarf angepasst werden.
💡 Schon gewusst? – Eine Sportprothese ist nicht automatisch nur für Profisportler gedacht. Spezielle Komponenten können auch Menschen im Breitensport dabei unterstützen, nach einer Amputation wieder regelmäßig Sport zu treiben oder eine neue Sportart auszuprobieren.
♥ KURZ ZUSAMMENGEFASST
- Sportprothesen können sowohl im Breitensport als auch im Leistungssport eingesetzt werden.
- Die Anforderungen unterscheiden sich deutlich je nach Sportart.
- Für Laufen und Sprinten werden häufig dynamische Carbonfedern verwendet.
- Andere Sportarten können spezielle Anforderungen an Beweglichkeit und Stabilität stellen.
- Auch Prothesenschaft und Ausrichtung müssen auf die sportliche Belastung abgestimmt werden.
- Training ist ein wichtiger Bestandteil beim Einstieg in eine Sportversorgung.
- Die Auswahl richtet sich nach Sportart, körperlichen Voraussetzungen und persönlichen Zielen.
- Eine regelmäßige Kontrolle und Anpassung kann bei intensiver sportlicher Nutzung sinnvoll sein.
Schwimm- und Badeprothesen
Schwimm- und Badeprothesen sind spezielle Prothesenversorgungen für den Einsatz im Wasser. Sie können das Gehen in Schwimmbädern, am Strand, in der Dusche oder in anderen Nassbereichen erleichtern und sind so aufgebaut, dass die verwendeten Komponenten für den Kontakt mit Wasser geeignet sind.
Eine wichtige Unterscheidung ist dabei, dass nicht jede wasserbeständige Prothese automatisch eine spezielle Schwimmprothese ist. Je nach Versorgung können wasserfeste Komponenten in einer modularen Prothese verwendet werden, während für bestimmte Aktivitäten eine eigene Bade- oder Schwimmversorgung sinnvoll sein kann.
Prothesen für den Nassbereich
Eine Badeprothese ist vor allem darauf ausgelegt, sich sicher in feuchten Bereichen bewegen zu können. Dazu gehören beispielsweise Duschen, Schwimmbäder, Strände oder der Bereich rund um einen Pool.
Bei wasserfesten Versorgungen müssen die einzelnen Komponenten entsprechend dafür geeignet sein. Je nach Produkt können bestimmte Prothesenfüße und Gelenke auch für Süß-, Salz- und Chlorwasser ausgelegt sein.
Schwimmen mit Prothese
Für das eigentliche Schwimmen gelten andere Anforderungen als für das Gehen im Wasser. Je nach Versorgung kann eine Prothese beispielsweise beim Ein- und Aussteigen aus dem Wasser oder beim Bewegen im flachen Wasser eingesetzt werden.
Für das Schwimmen selbst können spezielle Schwimmprothesen oder individuell angepasste Lösungen verwendet werden. Bei einer Beinprothese kann beispielsweise ein spezieller Schwimmfuß oder eine Schwimmflosse zum Einsatz kommen.
Welche Lösung sinnvoll ist, hängt unter anderem von der Amputationshöhe, der Schwimmtechnik und den persönlichen Anforderungen ab.
Wasserfeste Komponenten
Bei einer wasserfesten Prothese müssen nicht nur der Prothesenfuß, sondern je nach Aufbau auch weitere Komponenten für den Wasserkontakt geeignet sein.
Es gibt beispielsweise wasserfeste Prothesenfüße und Kniegelenke. Einige moderne Komponenten sind ausdrücklich für den Einsatz in Süß-, Salz- und Chlorwasser vorgesehen. Die jeweiligen Herstellerangaben müssen dabei genau beachtet werden, da „wasserfest“, „spritzwassergeschützt“ und „für das Untertauchen geeignet“ unterschiedliche Eigenschaften bedeuten können. (ossur.com
Badeprothese als separate Versorgung
Für regelmäßige Aktivitäten im Wasser kann eine separate Badeprothese sinnvoll sein. Eine solche Versorgung kann einfacher aufgebaut sein als eine hochwertige Alltagsprothese und speziell auf die Nutzung im Nassbereich abgestimmt werden.
Bei wasserfesten Gehhilfen gibt es beispielsweise spezielle Prothesenfüße und Kniegelenke, die für das Gehen und Stehen im Nassbereich entwickelt wurden. Ottobock beschreibt beispielsweise eine wasserfeste Versorgung mit einem Aqua-Fuß, die ausschließlich für den Nassbereich vorgesehen ist.
Pflege nach dem Wasserkontakt
Nach dem Einsatz in Salz- oder Chlorwasser sollte eine wasserfeste Prothese entsprechend den Herstellerangaben mit klarem Süßwasser gereinigt und anschließend getrocknet werden. Auch Sand kann für Prothesenkomponenten problematisch sein und sollte möglichst vollständig entfernt werden.
Besonders wichtig ist deshalb, die Gebrauchsanweisung der jeweiligen Komponenten zu beachten. Nicht jede Prothese darf beliebig tief oder lange untergetaucht werden.
💡 Schon gewusst? – Wasserfest bedeutet nicht bei jeder Prothese dasselbe. Manche Komponenten sind nur für feuchte Umgebungen geeignet, andere dürfen tatsächlich untergetaucht werden. Entscheidend sind immer die Angaben des jeweiligen Herstellers und die zulässigen Einsatzbedingungen.
♥ KURZ ZUSAMMENGEFASST
- Bade- und Schwimmprothesen sind speziell für den Einsatz im Wasser ausgelegt.
- Sie können das Gehen und Bewegen in Nassbereichen erleichtern.
- Für das eigentliche Schwimmen können spezielle Schwimmkomponenten eingesetzt werden.
- Wasserfeste Prothesenkomponenten gibt es unter anderem für Füße und Kniegelenke.
- Nicht jede wasserbeständige Prothese ist automatisch für das vollständige Untertauchen geeignet.
- Salz- und Chlorwasser können besondere Anforderungen an Material und Pflege stellen.
- Nach dem Wasserkontakt sollten die Komponenten entsprechend den Herstellerangaben gereinigt und getrocknet werden.
- Bei regelmäßiger Nutzung kann eine separate Bade- oder Schwimmversorgung sinnvoll sein.
Schwimmprothesen mit Schwimmfuß oder Schwimmflosse
Schwimmprothesen sind speziell auf die Bewegung im Wasser ausgelegt. Je nach Amputationshöhe und persönlicher Situation können sie mit einem speziellen Schwimmfuß oder einer Schwimmflosse ausgestattet werden. Diese Komponenten unterscheiden sich in ihrer Funktion deutlich von einem normalen Prothesenfuß.
Beim Schwimmen geht es weniger darum, den Körper beim Gehen zu stabilisieren, sondern darum, eine möglichst geeignete Position im Wasser zu ermöglichen und die Beinbewegung beim Schwimmen zu unterstützen.
Schwimmfuß
Ein Schwimmfuß ist speziell für den Einsatz im Wasser konstruiert. Seine Form kann dabei helfen, beim Schwimmen eine geeignete Fußposition einzunehmen und die Beinbewegung zu unterstützen.
Je nach Ausführung kann der Schwimmfuß außerdem beim Gehen im flachen Wasser oder beim Ein- und Aussteigen aus dem Becken genutzt werden. Welche Möglichkeiten bestehen, hängt von der jeweiligen Konstruktion ab.
Schwimmflossen
Eine Schwimmflosse kann anstelle eines klassischen Prothesenfußes verwendet werden. Durch die größere Fläche der Flosse kann beim Beinschlag mehr Wasser bewegt werden.
Das kann insbesondere beim Schwimmen interessant sein, wenn die Prothese gezielt für das Schwimmen angepasst wurde. Je nach Sportart und Schwimmtechnik können unterschiedliche Formen und Größen sinnvoll sein.
Unterschiede zum normalen Prothesenfuß
Ein herkömmlicher Prothesenfuß ist in erster Linie für das Stehen und Gehen ausgelegt. Eine Schwimmkomponente verfolgt dagegen ein anderes Ziel: Sie soll die Bewegung im Wasser unterstützen.
Deshalb können Form, Material und Beweglichkeit deutlich anders sein. Eine Schwimmprothese muss außerdem für den vorgesehenen Wasserkontakt geeignet sein und entsprechend den Herstellerangaben verwendet werden.
Anpassung an die Amputationshöhe
Welche Schwimmversorgung sinnvoll ist, hängt auch davon ab, auf welcher Höhe die Amputation erfolgt ist. Bei einer Unterschenkelprothese kann beispielsweise eine Schwimmkomponente direkt unterhalb des Prothesenschafts angebracht werden.
Bei einer Oberschenkelprothese müssen zusätzlich die Eigenschaften des Prothesenkniegelenks berücksichtigt werden. Je nach Versorgung kann ein spezielles wasserfestes Kniegelenk erforderlich sein, damit die gesamte Prothese für den Wassereinsatz geeignet ist.
Schwimmen und Sicherheit
Beim Schwimmen mit einer Prothese sollte die eigene Sicherheit immer im Vordergrund stehen. Eine Prothese kann das Schwimmen unterstützen, ersetzt aber keine ausreichende Schwimmfähigkeit.
Gerade beim ersten Einsatz sollte die Schwimmversorgung zunächst unter kontrollierten Bedingungen ausprobiert werden. Dabei kann es sinnvoll sein, gemeinsam mit einer erfahrenen Person zu trainieren und die Bewegungsabläufe zunächst im flachen Wasser zu testen.
Individuelle Versorgung
Eine Schwimmprothese wird entsprechend der gewünschten Nutzung zusammengestellt. Dabei können Amputationshöhe, Schwimmtechnik, Trainingsniveau und persönliche Anforderungen berücksichtigt werden.
Auch die Befestigung und die verwendeten Komponenten müssen für den Einsatz im Wasser geeignet sein. Vor der Verwendung sollte deshalb immer geprüft werden, ob sämtliche Bestandteile tatsächlich für den vorgesehenen Wasserkontakt freigegeben sind.
💡 Schon gewusst? – Eine Schwimmflosse an einer Prothese übernimmt eine ganz andere Aufgabe als ein normaler Prothesenfuß. Ihre größere Fläche kann beim Beinschlag mehr Wasser bewegen und dadurch die Bewegung im Wasser unterstützen.
♥ KURZ ZUSAMMENGEFASST
- Schwimmprothesen sind speziell für die Nutzung im Wasser ausgelegt.
- Je nach Versorgung können Schwimmfüße oder Schwimmflossen eingesetzt werden.
- Eine Schwimmflosse kann durch ihre größere Fläche den Beinschlag unterstützen.
- Schwimmfüße können je nach Konstruktion auch das Gehen im flachen Wasser erleichtern.
- Bei Oberschenkelprothesen müssen auch Kniegelenk und weitere Komponenten für den Wassereinsatz geeignet sein.
- Die Versorgung wird an Amputationshöhe und persönliche Anforderungen angepasst.
- Beim ersten Einsatz sollte die Schwimmprothese unter kontrollierten Bedingungen ausprobiert werden.
- Alle verwendeten Komponenten müssen für den vorgesehenen Wasserkontakt geeignet sein.
Wasserfeste Prothesen
Wasserfeste Prothesen und Prothesenkomponenten sind speziell dafür ausgelegt, mit Wasser in Kontakt zu kommen. Sie können den Alltag deutlich erleichtern, weil die Prothese nicht bei jeder Dusche, beim Schwimmen oder beim Aufenthalt in einer Therme ausgezogen werden muss.
Wichtig ist allerdings: Nicht jede Prothese ist automatisch wasserfest. Entscheidend ist, dass die verwendeten Komponenten ausdrücklich für den vorgesehenen Wasserkontakt geeignet sind. Dabei kann es Unterschiede zwischen Spritzwasser, Duschen, Untertauchen sowie Süß-, Salz- oder Chlorwasser geben. Die Angaben des jeweiligen Herstellers sollten deshalb immer beachtet werden.
Eine zweite Prothese für Dusche und Wasser
Für viele Menschen kann eine separate wasserfeste Zweitprothese eine sehr praktische Lösung sein. Sie muss nicht zwangsläufig die gleiche Ausstattung wie die hochwertige Alltagsprothese haben. Entscheidend ist, dass sie für den vorgesehenen Einsatz geeignet und robust aufgebaut ist.
Gerade für den Alltag kann eine solche Dusch- und Badeprothese einen großen Unterschied machen. Statt sich zum Duschen auf einen Duschhocker setzen zu müssen, kann man mit einer geeigneten Prothese wieder im Stehen duschen.
Im Stehen duschen – ein Stück Alltag zurück
Das klingt zunächst nach einer Kleinigkeit, kann im Alltag aber enorm viel ausmachen. Mit einer wasserfesten Zweitprothese kann man einfach unter die Dusche gehen, duschen und anschließend die Prothese zum Trocknen abstellen.
Eine praktische Lösung ist beispielsweise, die Duschprothese nach dem Duschen auf einen Badvorleger zu stellen. Dort kann sie abtropfen und trocknen, während anschließend wieder die normale Alltagsprothese angezogen wird.
So muss die hochwertige Alltagsprothese nicht ständig mit Wasser, Shampoo oder Duschgel in Kontakt kommen – und die wasserfeste Prothese übernimmt genau den Bereich, für den sie gedacht ist.
Schwimmbad und Therme
Eine wasserfeste Zweitprothese kann auch beim Besuch eines Schwimmbads oder einer Therme sehr praktisch sein. Statt die Alltagsprothese bereits am Eingang oder in der Umkleide ablegen zu müssen, kann die wasserfeste Versorgung einfach mitgenommen und vor dem Wasserkontakt angezogen werden.
Das ist besonders praktisch in Bereichen, in denen man zwischen Umkleide, Dusche, Becken und anderen Bereichen unterwegs ist. Auch in einer Therme kann eine geeignete wasserfeste Prothese das Bewegen deutlich unkomplizierter machen.
Natürlich bedeutet das auch: Man muss die zweite Prothese mitschleppen. 😄 Aber gerade wenn man dadurch nicht ständig auf einem Bein oder mit Gehhilfen unterwegs sein muss, kann sich dieser zusätzliche Aufwand absolut lohnen.
Wasserfeste Komponenten
Bei einer wasserfesten Versorgung müssen alle relevanten Komponenten für den vorgesehenen Einsatz geeignet sein. Dazu können beispielsweise Prothesenfuß, Kniegelenk, Adapter und weitere Bauteile gehören.
Einige wasserfeste Komponenten sind ausdrücklich für Süß-, Salz- und Chlorwasser geeignet. Andere dürfen beispielsweise nur mit Wasser in Kontakt kommen, aber nicht vollständig untergetaucht werden. Deshalb sollte immer die konkrete Herstellerfreigabe der verwendeten Komponenten beachtet werden.
Pflege nach dem Wasserkontakt
Nach dem Einsatz in Chlor- oder Salzwasser sollte eine wasserfeste Prothese entsprechend den Herstellerangaben mit sauberem Süßwasser abgespült und anschließend getrocknet werden.
Auch Sand sollte möglichst entfernt werden, da er in bewegliche Komponenten gelangen und dort zu Problemen führen kann. Die jeweilige Gebrauchsanweisung gibt vor, wie die Prothese gereinigt und gepflegt werden sollte.
Eine Zweitprothese kann den Alltag erweitern
Eine wasserfeste Zweitprothese ist deshalb nicht einfach nur eine zusätzliche Prothese. Sie kann eine ganz praktische Ergänzung zur normalen Alltagsversorgung sein und neue Möglichkeiten eröffnen.
Duschen im Stehen, Schwimmbad, Therme oder Urlaub am Wasser werden dadurch wesentlich unkomplizierter. Man hat zwar eine zusätzliche Prothese dabei und muss zwischen den Versorgungen wechseln – aber genau dieser Wechsel kann im Alltag sehr viel Freiheit zurückgeben.
💡 Schon gewusst? – Eine wasserfeste Zweitprothese kann nicht nur beim Schwimmen sinnvoll sein. Gerade für das tägliche Duschen kann sie unglaublich praktisch sein: Duschen, Prothese zum Trocknen auf den Badvorleger stellen, anschließend die Alltagsprothese anziehen – fertig. Und auch beim Besuch von Schwimmbad oder Therme kann man einfach zwischen Alltags- und Wasserprothese wechseln.
♥ KURZ ZUSAMMENGEFASST
- Wasserfeste Prothesen sind für den Kontakt mit Wasser ausgelegt.
- Eine spezielle Zweitprothese kann das Duschen und Baden deutlich erleichtern.
- Mit einer geeigneten Duschprothese kann das Duschen wieder im Stehen möglich sein.
- Nach dem Duschen kann die Wasserprothese zum Trocknen abgestellt und anschließend gegen die Alltagsprothese getauscht werden.
- Auch Schwimmbad- und Thermenbesuche können dadurch unkomplizierter werden.
- Für Chlor-, Salz- und Süßwasser müssen die verwendeten Komponenten entsprechend geeignet sein.
- Nach dem Wasserkontakt sollten die Herstellerangaben zur Reinigung und Pflege beachtet werden.
- Eine zweite Prothese bedeutet zwar zusätzliches Gepäck, kann aber im Alltag ein erhebliches Plus an Selbstständigkeit und Freiheit bieten.
Prothesen für spezielle Freizeitaktivitäten
Eine Prothese muss nicht nur für das normale Gehen im Alltag ausgelegt sein. Wer in seiner Freizeit besondere Aktivitäten ausüben möchte, kann je nach Amputationshöhe, Aktivitätsniveau und gewünschter Sportart von speziellen Prothesenkomponenten oder einer eigenen Freizeit- bzw. Sportversorgung profitieren. Hersteller bieten dafür Lösungen an, die beispielsweise auf dynamische Bewegungen, hohe Belastungen oder bestimmte Bewegungsabläufe ausgelegt sind.
Dabei geht es nicht ausschließlich um Leistungssport. Auch Wandern, Radfahren, Tanzen, Skifahren, Snowboarden, Klettern oder andere Freizeitaktivitäten können mit einer Prothese möglich sein. Welche Versorgung dafür geeignet ist, hängt immer von der individuellen Situation und der jeweiligen Aktivität ab.
Radfahren und Fahrradfahren
Radfahren ist für viele Menschen mit Beinprothese eine interessante Möglichkeit, wieder längere Strecken zurückzulegen oder einfach sportlich aktiv zu sein. Je nach Prothese können spezielle Einstellungen oder ein Fahrradmodus das Treten erleichtern. Gerade bei einer erstmaligen Rückkehr aufs Fahrrad empfiehlt es sich, zunächst auf einem Heimtrainer oder unter kontrollierten Bedingungen zu üben.
Bei Oberschenkelprothesen können zusätzlich das Prothesenknie, die Sitzposition und die Bewegungsfreiheit eine wichtige Rolle spielen. Auch die Form und Höhe des Schaftes kann beeinflussen, wie bequem das Fahrradfahren möglich ist.
Wandern und Bergtouren
Wandern ist ein gutes Beispiel dafür, dass eine spezielle Sportprothese nicht immer notwendig sein muss. Moderne Prothesenfüße und Kniegelenke können je nach Versorgung auch für längere Wege, unterschiedliche Untergründe und Steigungen ausgelegt sein.
Für besonders anspruchsvolle Touren können hochaktive Versorgungen interessant sein. Hersteller führen beispielsweise spezielle Lösungen für Menschen auf, die regelmäßig im Gelände unterwegs sind und dabei hohe Anforderungen an Stabilität und Belastbarkeit stellen.
Skifahren und Snowboarden
Auch Wintersport ist mit einer Prothese möglich. Für das Skifahren und Snowboarden gibt es sogar speziell entwickelte Prothesenkomponenten. Ein Beispiel ist eine Sportversorgung, die gezielt für dynamische Bewegungen auf der Piste entwickelt wurde und auch für Snowboarden sowie ähnliche Bewegungsabläufe eingesetzt werden kann.
Gerade bei solchen Aktivitäten kann eine eigene Sportversorgung sinnvoll sein, weil die Belastungen und Bewegungen deutlich von denen im normalen Alltag abweichen.
Klettern und andere anspruchsvolle Aktivitäten
Auch Klettern, Tanzen, Mountainbiking oder andere Freizeitaktivitäten sind grundsätzlich möglich. Ottobock nennt beispielsweise Wandern, Laufen, Klettern und Tanzen als Aktivitäten, die von Menschen mit Beinprothese ausgeübt werden. Auch Mountainbiking wird als Beispiel für eine anspruchsvollere Freizeitaktivität genannt.
Bei solchen Aktivitäten kommt es besonders darauf an, wie gut die Prothese kontrolliert werden kann und welche Bewegungen erforderlich sind. Je nach Sportart können andere Eigenschaften des Prothesenknies, Prothesenfußes oder Schaftes entscheidend sein.
Tanzen, Fitness und Freizeitsport
Auch Tanzen, Fitnessstudio, Nordic Walking, Volleyball oder andere Freizeitsportarten müssen mit einer Prothese nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden. Manche Aktivitäten lassen sich mit einer geeigneten Alltagsversorgung durchführen, während für schnellere, kraftvollere oder wiederholte Bewegungen eine speziellere Versorgung sinnvoll sein kann.
Für Freizeitsport gibt es beispielsweise Prothesenfüße, die sowohl im Alltag als auch bei sportlichen Aktivitäten eingesetzt werden können und auf schnelle Richtungswechsel, Belastungen und dynamische Bewegungen ausgelegt sind.
Für manche Hobbys lohnt sich eine eigene Versorgung
Manchmal ist die beste Lösung nicht, die Alltagsprothese für jede Aktivität zu verwenden. Eine zusätzliche Prothese oder spezielle Sportkomponente kann sinnvoll sein, wenn eine bestimmte Freizeitaktivität regelmäßig ausgeübt wird oder die Anforderungen deutlich von denen des normalen Alltags abweichen.
Das kann beispielsweise beim Skifahren, Snowboarden oder ambitionierten Laufen der Fall sein. Auch spezielle Wasser- oder Zweitversorgungen können den Alltag und die Freizeit erheblich erweitern.
💡 Schon gewusst? – Für manche Sportarten gibt es tatsächlich speziell entwickelte Prothesenfüße und komplette Sportversorgungen. Es muss also nicht immer die eine Prothese für alles sein. Je nach Hobby kann eine andere Versorgung deutlich besser zu den Bewegungsabläufen und Belastungen passen.
♥ KURZ ZUSAMMENGEFASST
- Viele Freizeitaktivitäten sind auch mit einer normalen Prothese möglich.
- Für bestimmte Aktivitäten gibt es spezielle Prothesenfüße, Kniegelenke oder komplette Sportversorgungen.
- Dazu gehören unter anderem Radfahren, Wandern, Klettern, Tanzen, Skifahren, Snowboarden und Mountainbiking.
- Eine eigene Freizeit- oder Sportversorgung kann besonders bei regelmäßiger oder intensiver Nutzung sinnvoll sein.
- Welche Lösung geeignet ist, sollte individuell mit Orthopädietechnik und Therapie abgestimmt werden.
Arbeits- und Spezialprothesen
Nicht jede Prothese muss ausschließlich für das normale Gehen oder die alltägliche Mobilität ausgelegt sein. Bei bestimmten Berufen, handwerklichen Tätigkeiten oder besonderen Belastungen können spezielle Prothesen oder angepasste Komponenten sinnvoll sein. Entscheidend ist dabei immer, was die Prothese im jeweiligen Arbeitsumfeld leisten muss. Berufliche Tätigkeiten und persönliche Anforderungen fließen deshalb in die Auswahl der Versorgung ein.
Wenn der Beruf besondere Anforderungen stellt
Wer körperlich arbeitet, häufig kniet, auf unebenem Untergrund unterwegs ist, schwere Gegenstände bewegt oder seine Hände intensiv einsetzen muss, stellt andere Anforderungen an eine Prothese als jemand mit überwiegend sitzender Tätigkeit.
Bei der Versorgung können deshalb beispielsweise Belastbarkeit, Beweglichkeit, Stabilität, Greiffunktion oder eine besonders robuste Ausführung eine Rolle spielen. Auch das Arbeitsumfeld selbst kann berücksichtigt werden – etwa wenn viel Feuchtigkeit, Schmutz oder mechanische Belastung auf die Prothese einwirkt.
Spezielle Prothesen für bestimmte Tätigkeiten
Bei Arm- und Handprothesen gibt es beispielsweise funktionelle Lösungen, die gezielt bestimmte Arbeitsabläufe unterstützen. Je nach Tätigkeit können Greifen, Halten, Fixieren oder andere Bewegungen im Vordergrund stehen. Bei Teilhandprothesen können sogar sehr spezielle Funktionen für einen bestimmten Arbeitsplatz entscheidend sein.
Bei Beinprothesen können dagegen beispielsweise ein besonders belastbarer Aufbau, geeignete Gelenke oder Füße und eine entsprechende Anpassung an die Arbeitsumgebung wichtig sein.
Eine Prothese kann auf den Arbeitsplatz angepasst werden
Manchmal muss dafür gar keine komplett neue Prothese hergestellt werden. Auch einzelne Komponenten, Einstellungen oder zusätzliche Hilfsmittel können die vorhandene Versorgung besser für eine bestimmte Tätigkeit geeignet machen.
In der Rehabilitation gehört deshalb auch die Anpassung des Arbeitsumfeldes und das Training konkreter beruflicher Bewegungsabläufe zu den möglichen Maßnahmen.
Spezialversorgung für besondere Anforderungen
Eine Spezialprothese kann insbesondere dann interessant werden, wenn eine Tätigkeit mit der normalen Alltagsversorgung nur schwer oder gar nicht möglich ist.
Das kann beispielsweise bei handwerklichen Arbeiten, bestimmten sportlichen Berufen, körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten oder speziellen Freizeit- und Arbeitsbereichen der Fall sein. Auch bei Armprothesen können zusätzliche oder robustere Komponenten sinnvoll sein, wenn die Anforderungen im Berufsleben steigen.
Die normale Prothese reicht oft völlig aus
Und genau das ist der wichtige Punkt: Nicht jeder Beruf erfordert eine spezielle Arbeitsprothese.
Wer überwiegend am Schreibtisch arbeitet, am Computer sitzt, telefoniert, schreibt und zwischendurch ein paar Schritte durch das Büro läuft, braucht deshalb nicht automatisch eine besondere Versorgung. Eine gut angepasste Alltagsprothese kann solche Anforderungen problemlos abdecken.
💡 Schon gewusst? – Bei einer Prothesenversorgung zählen nicht nur die medizinischen Voraussetzungen. Auch Beruf, Hobbys, Alltag und persönliche Ziele können bei der Auswahl der passenden Komponenten berücksichtigt werden. Die Versorgung sollte deshalb möglichst genau zu dem Leben passen, das du tatsächlich führst.
♥ KURZ ZUSAMMENGEFASST
- Arbeitsprothesen sind für besondere berufliche Anforderungen gedacht.
- Je nach Tätigkeit können Belastbarkeit, Stabilität, Beweglichkeit oder spezielle Funktionen wichtig sein.
- Bei Arm- und Handprothesen können spezielle Greif- oder Haltefunktionen eine große Rolle spielen.
- Nicht immer ist eine komplett neue Prothese notwendig – manchmal reichen angepasste Komponenten oder Einstellungen.
- Bei einem normalen Büroarbeitsplatz reicht häufig eine gute Alltagsversorgung völlig aus. 😂
Alltagsprothesen
Eine Alltagsprothese ist darauf ausgelegt, dich möglichst zuverlässig durch die ganz normalen Situationen des Tages zu begleiten. Aufstehen, Gehen, Einkaufen, Arbeiten, Treppensteigen, Autofahren, Freunde treffen oder einfach zu Hause unterwegs sein – die Versorgung soll dabei möglichst selbstverständlich funktionieren.
Welche Komponenten dafür geeignet sind, hängt unter anderem von der Amputationshöhe, dem Mobilitätsgrad, dem Körpergewicht, den persönlichen Gewohnheiten und dem individuellen Alltag ab. Es gibt deshalb nicht die eine Alltagsprothese, die für jeden Menschen gleichermaßen passt.
Für jeden Tag gemacht
Eine gute Alltagsversorgung muss nicht spektakulär aussehen. Viel wichtiger ist, dass sie zuverlässig sitzt, bequem zu tragen ist und die Bewegungen ermöglicht, die im persönlichen Alltag tatsächlich gebraucht werden.
Bei einer Beinprothese bilden beispielsweise Prothesenschaft, Liner, Adapter und Prothesenfuß eine aufeinander abgestimmte Einheit. Bei einer Oberschenkelprothese kommt zusätzlich ein Prothesenkniegelenk hinzu. Die einzelnen Komponenten werden entsprechend der individuellen Anforderungen ausgewählt.
Der Prothesenfuß spielt eine wichtige Rolle
Gerade bei einer Beinprothese hat der Prothesenfuß großen Einfluss darauf, wie sich die Versorgung beim Gehen anfühlt. Je nach Modell können unterschiedliche Eigenschaften wie Stabilität, Flexibilität, Energierückgabe oder Anpassungsfähigkeit im Vordergrund stehen.
Deshalb wird der Prothesenfuß nicht einfach nach einem Standard ausgewählt. Amputationshöhe, Mobilitätsgrad, Lebensstil und persönliche Bedürfnisse werden bei der Auswahl berücksichtigt.
Komfort im Alltag
Eine Alltagsprothese wird häufig viele Stunden am Tag getragen. Deshalb spielt der Komfort eine wichtige Rolle. Ein passgenauer Schaft soll den Stumpf sicher aufnehmen, Kräfte möglichst gleichmäßig übertragen und gleichzeitig unnötige Druckstellen vermeiden. Auch der Liner ist ein wichtiger Bestandteil der Verbindung zwischen Körper und Prothese.
Gerade deshalb kann eine Prothese, die technisch hervorragend ausgestattet ist, trotzdem ungeeignet sein, wenn sie nicht richtig zum eigenen Körper und Alltag passt.
Eine Prothese für viele Situationen
Eine moderne Alltagsversorgung kann je nach Ausstattung erstaunlich vielseitig sein. Sie kann den Weg zur Arbeit, Einkäufe, Spaziergänge, Reisen, Treffen mit Freunden oder viele andere alltägliche Aktivitäten ermöglichen.
Auch für aktive Menschen kann eine Alltagsprothese geeignet sein. Hersteller unterscheiden beispielsweise zwischen unterschiedlichen Aktivitäts- und Mobilitätsanforderungen und bieten Komponenten an, die sowohl für den Alltag als auch für bestimmte Freizeitaktivitäten eingesetzt werden können.
Und manchmal braucht man trotzdem eine zweite Prothese
So praktisch eine gute Alltagsprothese auch ist: Sie muss nicht alles können.
Eine zusätzliche Versorgung kann beispielsweise für Duschen, Schwimmen, bestimmte Sportarten oder besondere Freizeitaktivitäten sinnvoll sein. Gerade bei Wasserprothesen zeigt sich, wie praktisch eine zweite Versorgung sein kann: Die Alltagsprothese bleibt trocken und wird einfach gegen die dafür geeignete Prothese ausgetauscht.
Damit wird aus der Prothese nicht nur ein medizinisches Hilfsmittel, sondern ein Stück Alltag, das sich an unterschiedliche Lebenssituationen anpassen lässt.
💡 Schon gewusst? – Bei einer prothetischen Versorgung geht es nicht darum, möglichst viele technische Komponenten zu bekommen, sondern um die Kombination, die tatsächlich zu deinem Leben passt. Alltag, Hobbys, Beruf, Mobilität und persönliche Ziele spielen deshalb bei der Auswahl eine wichtige Rolle.
♥ KURZ ZUSAMMENGEFASST
- Alltagsprothesen sind für die tägliche Nutzung ausgelegt.
- Sie sollen zuverlässig, komfortabel und möglichst vielseitig sein.
- Schaft, Liner, Adapter, Fuß und gegebenenfalls Kniegelenk werden individuell zusammengestellt.
- Der passende Prothesenfuß kann das Gehen und die Bewegungsabläufe im Alltag wesentlich beeinflussen.
- Eine Alltagsprothese muss nicht jede Spezialanforderung abdecken – dafür können zusätzliche Versorgungen sinnvoll sein.
- Entscheidend ist nicht die technisch aufwendigste Lösung, sondern die passende Lösung für den eigenen Alltag.
Zweit- und Wechselversorgungen
Eine Prothese ist ein tägliches Hilfsmittel – und wie bei jedem technischen System kann auch eine Prothese einmal kaputtgehen. Ein defektes Prothesenkniegelenk, ein beschädigter Adapter, ein Problem am Schaft oder ein anderer Defekt kann deshalb schnell dazu führen, dass die gewohnte Versorgung vorübergehend nicht mehr genutzt werden kann.
Genau hier kann eine Zweit- oder Wechselversorgung enorm praktisch sein. Denn wenn die Alltagsprothese beim Prothesentechniker zur Reparatur ist, muss man nicht automatisch für mehrere Tage auf einen Rollstuhl oder auf Gehhilfen umsteigen.
Eine zweite Prothese kann im Notfall Gold wert sein
Wer täglich mit einer Prothese unterwegs ist, merkt schnell, wie wichtig die eigene Mobilität ist. Fällt die einzige Prothese aus, kann das den gesamten Alltag durcheinanderbringen: Arbeit, Einkaufen, Arzttermine, Haushalt oder einfach die normale Fortbewegung werden plötzlich deutlich schwieriger.
Eine zweite geeignete Versorgung kann deshalb eine Art Backup darstellen. Sie muss dabei nicht zwangsläufig genauso ausgestattet sein wie die Hauptprothese. Entscheidend ist zunächst, dass man sich damit sicher und ausreichend bewegen kann.
Übernimmt die Krankenkasse eine Zweitprothese?
Hier lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Bei gesetzlichen Krankenkassen gilt grundsätzlich, dass Hilfsmittel medizinisch notwendig und wirtschaftlich sein müssen. Eine Mehrfachausstattung ist bei Beinprothesen nicht automatisch vorgesehen. Sie kann aber im Einzelfall begründet werden, wenn dafür entsprechende Gründe bestehen.
Eine zweite Versorgung sollte deshalb nicht einfach als selbstverständlich betrachtet werden. Sinnvoll ist es, den individuellen Bedarf mit dem behandelnden Arzt und dem Prothesentechniker zu besprechen und die Versorgung entsprechend bei der Krankenkasse zu beantragen.
Wenn die Hauptprothese zur Reparatur muss
Gerade bei einer Reparatur zeigt sich der praktische Vorteil einer Zweitversorgung. Statt plötzlich komplett auf eine andere Mobilitätshilfe angewiesen zu sein, kann die zweite Prothese die Zeit überbrücken, bis die eigentliche Versorgung wieder einsatzbereit ist.
Das ist besonders interessant für Menschen, die im Alltag auf ihre Prothese angewiesen sind und nicht einfach mehrere Tage auf ihre gewohnte Mobilität verzichten können.
Bei einer Reparatur gilt allerdings: Eine neue Prothese oder Prothesenkomponente kommt nach den Vorgaben des GKV-Spitzenverbandes grundsätzlich dann in Betracht, wenn eine Reparatur nicht mehr möglich oder unwirtschaftlich ist.
Mein persönlicher Lifehack: die Duschprothese als Notlösung
Und jetzt kommt mein ganz persönlicher Lifehack. 😋
Vor einigen Wochen musste auch meine Alltagsprothese zur Reparatur. Natürlich möchte man in so einer Situation nicht unbedingt mehrere Tage mit Notfall-Rollstuhl oder Gehhilfen unterwegs sein, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt.
Ich habe deshalb für ein paar Tage einfach meine Wasser- bzw. Duschprothese zum Gehen benutzt, bis ich meinen Termin beim Prothesentechniker hatte.
Das war natürlich keine Dauerlösung und die Wasserprothese ist auch nicht dafür gedacht, dauerhaft meine normale Alltagsversorgung zu ersetzen. Aber als kurzfristige Überbrückung hat es bei mir funktioniert und mir einiges an zusätzlicher Einschränkung erspart.
Genau deshalb finde ich eine zweite Prothese so praktisch: Man merkt ihren Wert manchmal erst dann, wenn die Hauptprothese plötzlich ausfällt.
Zweitversorgung bedeutet nicht unbedingt zwei identische Prothesen
Eine Zweitversorgung kann auch einen ganz anderen Zweck erfüllen. Wie bei der Wasser- und Duschprothese kann sie speziell für eine bestimmte Situation ausgelegt sein.
So kann beispielsweise eine Versorgung für Dusche, Schwimmbad oder Therme gleichzeitig zur Reserve werden, wenn die normale Alltagsprothese kurzfristig nicht zur Verfügung steht – sofern die konkrete Prothese für die betreffende Nutzung und Belastung geeignet ist.
💡 Schon gewusst? – Eine Zweitversorgung muss nicht automatisch eine technisch identische Kopie der Hauptprothese sein. Je nach Bedarf kann eine zusätzliche Versorgung auch eine ganz andere Aufgabe erfüllen – beispielsweise als Wasserprothese oder für bestimmte Freizeitaktivitäten. Ob und in welchem Umfang eine Krankenkasse eine zusätzliche Versorgung übernimmt, hängt vom individuellen Bedarf und der jeweiligen Genehmigung ab.
♥ KURZ ZUSAMMENGEFASST
- Eine zweite Prothese kann sinnvoll sein, wenn die Hauptversorgung repariert werden muss oder kurzfristig ausfällt.
- Dadurch kann die eigene Mobilität besser erhalten bleiben.
- Eine Zweitversorgung wird von der Krankenkasse nicht automatisch übernommen – der individuelle Bedarf muss begründet und genehmigt werden.
- Eine zusätzliche Prothese kann auch einen speziellen Zweck erfüllen, zum Beispiel Duschen, Schwimmen oder andere Aktivitäten.
- Eine Wasser- oder Duschprothese kann im Notfall unter Umständen auch kurzfristig als Überbrückung dienen – vorausgesetzt, sie ist dafür technisch geeignet.
- Und manchmal ist genau diese zweite Prothese das Teil, bei dem man irgendwann sagt: „Gut, dass ich die habe!“ 😄
