Versteckter Alkohol in Lebensmitteln
Versteckter Alkohol – in welchen Lebensmitteln ist Alkohol enthalten?
Alkohol steckt nicht nur in Bier, Wein und Schnaps – auch ganz normale Lebensmittel können geringe Mengen Alkohol enthalten oder sogar gezielt mit Alkohol hergestellt bzw. haltbar gemacht werden. Weiter unten findest du deshalb eine ausführliche Tabelle mit mehr als 40 häufigen Lebensmitteln und Produkten, bei denen Alkohol enthalten sein kann. Wenn du direkt zur Übersicht möchtest, kannst du hier direkt zur Tabelle mit den Lebensmitteln springen.
Für Menschen, die bewusst auf Alkohol verzichten, kann dieses Thema überraschend sein. Denn Alkohol kann in Lebensmitteln auf ganz unterschiedliche Weise vorkommen: Er kann als Zutat zugesetzt werden, bei einer natürlichen Gärung entstehen, als Bestandteil eines Aromas oder Extrakts verwendet werden oder bei bestimmten Backwaren sogar zur Haltbarmachung eingesetzt werden.
Besonders interessant ist dabei, dass Alkohol nicht immer offensichtlich auf der Vorderseite einer Verpackung steht. Manchmal findet er sich nur im Zutatenverzeichnis – und manchmal entsteht er überhaupt erst während der Herstellung oder Lagerung des Lebensmittels.
Warum kann überhaupt Alkohol in Lebensmitteln stecken?
Ethanol, also der Trinkalkohol, kann auf mehreren Wegen in Lebensmittel gelangen.
Eine Möglichkeit ist der gezielte Zusatz von Alkohol. Alkohol wird beispielsweise verwendet, um bestimmte Aromen zu lösen, Lebensmittel zu konservieren oder ihnen einen bestimmten Geschmack zu geben. In Desserts, Pralinen, Kuchen oder Soßen können deshalb beispielsweise Rum, Weinbrand, Likör, Amaretto, Sherry oder andere alkoholhaltige Zutaten vorkommen.
Eine zweite Möglichkeit ist die natürliche Gärung. Hefen und bestimmte Bakterien können Zucker in Alkohol umwandeln. Das passiert beispielsweise bei der Herstellung von Kefir, Sauerkraut oder Sauerteig und kann auch bei Obst und Fruchtsäften eine Rolle spielen.
Eine dritte Möglichkeit ist die Verwendung von Ethanol als technologischer Hilfsstoff oder Trägerstoff. Alkohol kann beispielsweise Bestandteil eines Aromas oder Extrakts sein. In solchen Fällen ist für Verbraucher nicht immer sofort erkennbar, dass überhaupt Ethanol im fertigen Lebensmittel vorhanden sein kann.
Unter welcher Menge muss Alkohol nicht angegeben werden?
Hier gibt es einen wichtigen Unterschied zwischen verschiedenen Arten von Lebensmitteln.
Bei alkoholischen Getränken muss der Alkoholgehalt grundsätzlich angegeben werden, wenn er mehr als 1,2 Volumenprozent beträgt. Für bestimmte andere Getränke gelten teilweise niedrigere Grenzen. Bei festen Lebensmitteln gibt es dagegen keine allgemeine Regel nach dem Motto: „Unter 0,5 Prozent muss Alkohol immer nicht angegeben werden.“
Entscheidend ist vielmehr, woher der Alkohol stammt und welche Funktion er bei der Herstellung hatte. Wird Alkohol als Zutat verwendet, kann er als Alkohol bzw. Ethanol oder über eine alkoholhaltige Zutat im Zutatenverzeichnis auftauchen. Entsteht er dagegen beispielsweise durch natürliche Gärung, wird er nicht einfach als zugesetzte Zutat behandelt.
Zusätzlich können bestimmte Aromen oder Extrakte Alkohol enthalten. Wird Ethanol lediglich als Lösungsmittel für einen Aroma- oder Fruchtauszug verwendet, kann es sein, dass der Alkohol selbst nicht als solcher in der Zutatenliste auftaucht.
Genau deshalb ist die Aussage „Ich sehe das Wort Alkohol nicht auf der Verpackung, also ist kein Alkohol enthalten“ nicht zuverlässig.
Alkohol in Backwaren – ein besonders überraschendes Beispiel
Ein besonders interessantes Beispiel sind verpackte Backwaren.
Bei bestimmten industriell hergestellten Backwaren kann Ethanol eingesetzt werden, um die Haltbarkeit zu verlängern und das Wachstum von Schimmel oder anderen Mikroorganismen zu hemmen. Dazu kann Ethanol beispielsweise direkt auf die Backware aufgebracht werden oder über die Verpackung wirken.
Das betrifft unter anderem bestimmte abgepackte Brötchen, Burgerbrötchen, Milchbrötchen, Baguettes und andere Backwaren.
Und hier kommt ein Punkt, den viele Menschen nicht wissen: Das Öffnen der Verpackung bedeutet nicht automatisch, dass anschließend überhaupt kein Alkohol mehr vorhanden ist.
Ein Teil des Ethanols kann nach dem Öffnen entweichen. Wie viel tatsächlich verschwindet, hängt jedoch unter anderem von der Menge, der Art der Verpackung, der Lagerung, der Oberfläche des Lebensmittels und der Zeit ab. Es wäre deshalb falsch zu behaupten, dass sich der Alkohol nach dem Öffnen einer solchen Verpackung immer vollständig „verflüchtigt“.
Wissenschaftliche Untersuchungen haben gerade bei bestimmten verpackten Backwaren messbare Ethanolmengen festgestellt. Besonders bei bestimmten Burgerbrötchen und süßen Milchbrötchen wurden dabei vergleichsweise hohe Werte gemessen.
Auch Brot kann geringe Mengen Alkohol enthalten
Bei Brot ist zwischen zugesetztem Alkohol und Alkohol, der während der Herstellung entsteht zu unterscheiden.
Bei der Herstellung von Hefeteig entsteht durch die Tätigkeit der Hefe neben Kohlendioxid auch Ethanol. Das Kohlendioxid sorgt dafür, dass der Teig aufgeht. Ein Teil des Ethanols verdampft während des Backens, aber nicht zwangsläufig alles.
Deshalb können auch ganz normale Brote und Brötchen geringe Mengen Ethanol enthalten.
Das bedeutet allerdings nicht, dass ein normales Brot „alkoholisch“ ist. Die vorhandenen Mengen sind in der Regel sehr gering. Für Menschen, die aus medizinischen, persönlichen oder suchtbezogenen Gründen möglichst vollständig auf Alkohol verzichten möchten, kann die Information trotzdem interessant sein.
Alkohol durch natürliche Gärung – Obst ist ein gutes Beispiel
Alkohol entsteht nicht nur in industriell hergestellten Produkten.
Auch Früchte können während ihrer Reifung geringe Mengen Ethanol bilden. Je reifer und zuckerreicher eine Frucht ist und je länger sie gelagert wird, desto stärker können sich solche Prozesse bemerkbar machen.
Besonders bekannt ist die reife Banane. Untersuchungen haben einen Zusammenhang zwischen dem Reifegrad und dem Ethanolgehalt festgestellt. Sehr reife Bananen können deshalb messbare Mengen Alkohol enthalten.
Ähnliche Vorgänge können auch bei anderen Früchten auftreten. Besonders bei Früchten mit viel Zucker und bei längerer Lagerung kann durch natürliche Gärungsprozesse Ethanol entstehen.
Auch Fruchtsäfte können Alkohol enthalten
Was für Obst gilt, kann teilweise auch für Fruchtsäfte gelten.
Fruchtsäfte enthalten Zucker und Wasser – also genau die Voraussetzungen, unter denen Hefen unter geeigneten Bedingungen Alkohol bilden können. Deshalb können auch Apfel-, Trauben- oder Orangensaft geringe Mengen Ethanol enthalten.
Besonders interessant ist dabei Traubensaft, weil Trauben aufgrund ihres hohen Zuckergehalts eine sehr gute Grundlage für Gärungsprozesse darstellen.
Auch die Lagerung spielt eine Rolle. Ein frisch geöffnetes Produkt kann einen anderen Alkoholgehalt aufweisen als ein Produkt, das längere Zeit geöffnet oder ungünstig gelagert wurde.
Fermentierte Lebensmittel können ebenfalls Alkohol enthalten
Fermentation ist heute beliebter denn je. Kefir, Sauerkraut, Kimchi, Kombucha und viele andere Lebensmittel entstehen mithilfe von Mikroorganismen.
Bei manchen Fermentationsprozessen entsteht neben anderen Stoffwechselprodukten auch Ethanol.
Ein gutes Beispiel ist Kefir. Bei der traditionellen Herstellung sind neben Milchsäurebakterien auch Hefen beteiligt. Diese können einen kleinen Teil des Milchzuckers zu Kohlendioxid und Alkohol umwandeln.
Auch bei Sauerkraut können geringe Mengen Ethanol entstehen. Die tatsächlich vorhandene Menge kann jedoch von Produkt zu Produkt erheblich schwanken.
„Alkoholfrei“ bedeutet nicht automatisch 0,0 %
Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft Getränke.
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Die Bezeichnung „alkoholfrei“ bedeutet bei bestimmten Getränken nicht zwingend, dass überhaupt kein Ethanol vorhanden ist. Bei alkoholfreiem Bier oder alkoholfreiem Wein können bis zu 0,5 Volumenprozent Alkohol enthalten sein.
Das ist ein wichtiger Unterschied zu Produkten, die ausdrücklich mit „0,0 %“ gekennzeichnet sind.
Aber auch hier gilt: Die rechtliche Kennzeichnung eines Produktes und die Frage, ob ein Produkt für einen Menschen in einer bestimmten Lebenssituation sinnvoll ist, sind zwei verschiedene Dinge.
Wer beispielsweise aus Gründen einer Alkoholabhängigkeit vollständig auf Alkohol verzichten möchte, sollte sich nicht allein auf die Bezeichnung „alkoholfrei“ verlassen.
Alkohol in Süßigkeiten und Desserts
Bei Süßigkeiten denken viele Menschen zuerst an Zucker und Schokolade – nicht an Alkohol.
Doch gerade in diesem Bereich kann Alkohol als Zutat oder Bestandteil von Aromen vorkommen.
Typische Beispiele sind Pralinen, mit Likör gefüllte Schokolade, Tiramisu, bestimmte Cremedesserts, Kuchen, Eiscreme und verschiedene Feingebäcksorten.
Besonders offensichtlich ist Alkohol natürlich dann, wenn Rum, Amaretto, Eierlikör, Kirschwasser oder eine andere Spirituose Bestandteil des Rezepts ist. Schwieriger wird es, wenn Alkohol lediglich über ein Aroma oder einen Extrakt in das Produkt gelangt.
Alkohol in Soßen, Dressings und Fertiggerichten
Auch herzhafte Lebensmittel können Alkohol enthalten.
Wein oder andere alkoholische Getränke werden beispielsweise bei bestimmten Soßen und Fertiggerichten verwendet. Auch Marinaden, Feinkostsalate, Salatdressings oder Grillsaucen können Alkohol enthalten.
Gerade bei Fertigprodukten lohnt sich deshalb ein Blick auf das Zutatenverzeichnis.
Dort können Begriffe wie Alkohol, Ethanol, Ethylalkohol, Äthanol oder Trinkalkohol auftauchen. Außerdem können alkoholhaltige Zutaten wie Rum, Weinbrand, Cognac, Sherry, Amaretto, Kirschwasser oder andere Liköre genannt werden.
Kochen und Backen entfernt Alkohol nicht vollständig
Ein weit verbreiteter Irrtum lautet: „Wenn man Alkohol mitkocht, ist er danach vollständig weg.“
So einfach ist es nicht.
Wie viel Alkohol nach dem Erhitzen noch vorhanden ist, hängt von zahlreichen Faktoren ab. Dazu gehören unter anderem die ursprünglich eingesetzte Menge, die Temperatur, die Dauer der Erhitzung, die Oberfläche des Lebensmittels und die Art der Zubereitung.
Deshalb kann nach dem Kochen oder Backen weiterhin Restalkohol vorhanden sein.
Wer für Menschen kocht, die konsequent auf Alkohol verzichten möchten, sollte deshalb besser von Anfang an alkoholfreie Zutaten verwenden, anstatt sich darauf zu verlassen, dass der Alkohol beim Kochen vollständig verschwindet.
Warum das für Menschen mit Alkoholproblemen wichtig sein kann
Für die meisten Menschen sind die sehr kleinen Mengen Alkohol in vielen Lebensmitteln kein Grund zur Sorge.
Für Menschen, die nach einer Alkoholabhängigkeit bewusst abstinent leben, kann die Situation jedoch anders aussehen.
Dabei geht es nicht nur um die chemische Menge Alkohol. Auch Geruch, Geschmack und typische Produkte können bei manchen Menschen Erinnerungen an frühere Trinkgewohnheiten auslösen.
Deshalb kann es sinnvoll sein, bei einem konsequent alkoholfreien Lebensstil genauer auf Zutatenlisten zu achten und Produkte zu meiden, bei denen Alkohol ausdrücklich zugesetzt wurde.
Das bedeutet allerdings nicht, dass man aus Angst vor kleinsten natürlichen Spuren plötzlich Obst, Brot oder andere normale Lebensmittel aus dem Speiseplan streichen muss. Entscheidend ist vielmehr, zwischen natürlich entstehenden Spuren, gezielt zugesetztem Alkohol und alkoholischen Zutaten zu unterscheiden.
Die große Übersicht: In welchen Lebensmitteln kann Alkohol enthalten sein?
Die folgende Tabelle zeigt typische Lebensmittel und Produktgruppen, bei denen Alkohol vorkommen kann. Die Angaben sind bewusst allgemein gehalten: Der tatsächliche Alkoholgehalt kann je nach Hersteller, Rezeptur, Reifegrad, Herstellungsverfahren und Lagerung erheblich variieren.
| Lebensmittel | Warum kann Alkohol enthalten sein? |
|---|---|
| Banane | Vor allem im sehr reifen Zustand kann durch natürliche Gärungsprozesse eine geringe Menge Ethanol entstehen. |
| Apfel | Bei Reifung und längerer Lagerung können durch natürliche Stoffwechsel- und Gärungsprozesse geringe Mengen Alkohol entstehen. |
| Birne | Wie bei anderem reifem Obst können geringe Mengen Ethanol natürlich entstehen. |
| Trauben | Aufgrund des hohen Zuckergehalts können bei Reifung und Lagerung natürliche Gärungsprozesse einsetzen. |
| Erdbeeren | Sehr reife oder länger gelagerte Früchte können geringe Mengen natürlich entstandenen Ethanols enthalten. |
| Pflaumen | Bei sehr reifen Früchten können natürliche Gärungsprozesse zur Bildung geringer Alkoholmengen führen. |
| Pfirsiche | Reife Früchte können durch natürliche Gärungsprozesse geringe Mengen Ethanol bilden. |
| Kirschen | Bei sehr reifen oder beschädigten Früchten können Gärungsprozesse einsetzen. |
| Ananas | Bei Reifung und längerer Lagerung kann sich der natürliche Ethanolgehalt erhöhen. |
| Mango | Reife Früchte können geringe Mengen Ethanol durch natürliche Gärung entwickeln. |
| Apfelsaft | Kann durch natürliche Gärung geringe Mengen Ethanol enthalten, insbesondere bei Lagerung. |
| Traubensaft | Trauben enthalten viel Zucker; dadurch können auch im Saft geringe Mengen Ethanol entstehen. |
| Orangensaft | Auch Fruchtsäfte können geringe Mengen natürlich entstandenen Ethanols enthalten. |
| Multivitaminsaft | Enthält verschiedene Fruchtsäfte und kann deshalb geringe Mengen natürlich entstandenen Ethanols enthalten. |
| Fruchtnektar | Je nach Frucht und Lagerung können geringe Mengen Ethanol entstehen. |
| Fruchtpüree | Bei reifen Früchten und längerer Lagerung sind geringe Mengen natürlicher Gärungsprodukte möglich. |
| Fruchtmus | Kann je nach Ausgangsfrüchten und Lagerung geringe Mengen Ethanol enthalten. |
| Sauerkraut | Bei der Milchsäuregärung können neben anderen Stoffen geringe Mengen Ethanol entstehen. |
| Kimchi | Durch die Fermentation können geringe Mengen verschiedener Alkohole, darunter Ethanol, entstehen. |
| Kefir | Traditioneller Kefir enthält Hefen; bei der Fermentation kann dadurch etwas Ethanol entstehen. |
| Joghurt | Bei der Fermentation können sehr geringe Mengen verschiedener Alkohole entstehen. |
| Buttermilch | Je nach Herstellungsverfahren können geringe Mengen alkoholischer Gärungsprodukte vorkommen. |
| Kombucha | Bei der Fermentation entstehen neben Säuren und anderen Stoffen auch geringe Mengen Ethanol. |
| Sauerteigbrot | Während der Gärung entstehen verschiedene Stoffwechselprodukte, darunter Ethanol; beim Backen verdampft ein Teil davon. |
| Weißbrot | Bei der Hefegärung kann Ethanol entstehen; geringe Restmengen können nach dem Backen vorhanden sein. |
| Vollkornbrot | Bei der Herstellung mit Hefe oder Sauerteig können geringe Mengen Ethanol entstehen. |
| Brötchen | Die Gärung des Teigs kann geringe Mengen Ethanol erzeugen. |
| Aufbackbrötchen | Bei bestimmten abgepackten Produkten kann zusätzlich Ethanol zur Haltbarmachung eingesetzt werden. |
| Aufbackbaguette | Bestimmte verpackte Produkte können mit Ethanol behandelt bzw. mit einer ethanolhaltigen Verpackung haltbar gemacht werden. |
| Burgerbrötchen | Untersuchungen haben bei bestimmten abgepackten Burgerbrötchen messbare Ethanolmengen gefunden. |
| Milchbrötchen | Bei bestimmten verpackten Milchbrötchen können durch Herstellung und/oder Haltbarmachung messbare Ethanolmengen vorhanden sein. |
| Croissants | Je nach Herstellung und Produkt können geringe Mengen durch Gärung oder zugesetzte Zutaten bzw. Aromen vorkommen. |
| Brioche | Hefegärung kann geringe Mengen Ethanol erzeugen; zusätzlich sind alkoholhaltige Aromen möglich. |
| Kuchen | Kann Alkohol durch Rum, Likör, Weinbrand, Aromen oder Extrakte enthalten. |
| Tiramisu | Traditionell häufig mit Amaretto, Marsala, Kaffeelikör oder einer anderen alkoholhaltigen Zutat hergestellt. |
| Schwarzwälder Kirschtorte | Traditionell kann Kirschwasser Bestandteil der Rezeptur sein. |
| Rumkuchen | Rum wird direkt als Zutat eingesetzt. |
| Pralinen | Likör, Rum, Weinbrand oder andere Spirituosen können Bestandteil der Füllung sein. |
| Likörschokolade | Enthält häufig eine alkoholhaltige Füllung. |
| Eiscreme | Bestimmte Sorten enthalten Likör, Rum, Wein, Spirituosen oder alkoholhaltige Aromen. |
| Desserts | Alkohol kann beispielsweise über Likör, Wein, Rum oder Aromen in die Rezeptur gelangen. |
| Puddingdesserts | Bestimmte Fertigprodukte können alkoholhaltige Aromen oder Extrakte enthalten. |
| Marmelade | Kann bei bestimmten Sorten Alkohol als Zutat oder über Aromen enthalten; außerdem sind geringe Mengen durch natürliche Gärung möglich. |
| Vanilleextrakt | Vanilleextrakte werden häufig mit Ethanol hergestellt und können deshalb Alkohol enthalten. |
| Fruchtaromen | Alkohol kann als Lösungsmittel bzw. Trägerstoff für Aromen verwendet werden. |
| Backaromen | Bestimmte Aromen und Extrakte können Ethanol als Träger- oder Lösungsmittel enthalten. |
| Salatdressings | Kann Alkohol, Wein, Essigwein oder alkoholhaltige Aromen enthalten. |
| Grillsaucen | Bestimmte Produkte enthalten Bier, Wein, Rum, Whisky oder andere alkoholhaltige Zutaten. |
| BBQ-Sauce | Je nach Rezeptur können Bier, Whisky, Rum oder andere alkoholhaltige Zutaten enthalten sein. |
| Marinaden | Wein, Bier oder Spirituosen können Bestandteil bestimmter Marinaden sein. |
| Fertiggerichte | Alkohol kann beispielsweise in Soßen, Marinaden oder als Bestandteil bestimmter Aromen vorkommen. |
| Fertigsuppen | Einige Rezepturen können Wein, Alkohol oder alkoholhaltige Aromen enthalten. |
| Bratensoßen | Wein, Sherry, Cognac oder andere alkoholhaltige Zutaten können verwendet werden. |
| Rotkohl aus dem Glas | Je nach Rezeptur können Wein oder andere alkoholhaltige Zutaten enthalten sein. |
| Feinkostsalate | Alkohol kann beispielsweise über Dressings, Marinaden oder Aromen enthalten sein. |
| Essig | Bei der Herstellung und Lagerung können geringe Restmengen Ethanol vorhanden bleiben. |
| Balsamico-Essig | Wie andere Essige kann auch Balsamico geringe Restmengen Ethanol enthalten. |
| Sojasauce | Bei fermentierten Produkten können geringe Mengen Ethanol entstehen. |
| Miso | Fermentation kann geringe Mengen Ethanol und andere alkoholische Verbindungen erzeugen. |
| Gochujang | Das fermentierte Produkt kann geringe Mengen Ethanol enthalten. |
| Alkoholfreies Bier | „Alkoholfrei“ bedeutet bei Bier nicht zwingend 0,0 %; bis zu 0,5 Volumenprozent können enthalten sein. |
| Alkoholfreier Wein | Auch alkoholfreier Wein kann bis zu 0,5 Volumenprozent Alkohol enthalten. |
| Alkoholfreier Sekt | Bei entalkoholisierten Produkten können geringe Restmengen Alkohol vorhanden sein. |
Warum die Tabelle keine festen Alkoholwerte nennt
Ein häufiger Fehler bei diesem Thema wäre eine Tabelle mit scheinbar exakten Alkoholwerten für jedes einzelne Lebensmittel.
Das würde eine Genauigkeit vortäuschen, die es in der Praxis nicht gibt.
Der Alkoholgehalt kann beispielsweise bei einer Banane vom Reifegrad abhängen. Bei Saft spielt die Lagerung eine Rolle. Bei Kefir hängt vieles vom Herstellungsverfahren ab. Und bei Backwaren kann die Rezeptur, die Verpackung und die Art der Haltbarmachung entscheidend sein.
Deshalb sollte die Tabelle vor allem als Orientierung verstanden werden: Sie zeigt, bei welchen Lebensmitteln Alkohol grundsätzlich vorkommen kann.
Woran erkenne ich Alkohol auf der Zutatenliste?
Wer Alkohol vermeiden möchte, sollte nicht nur nach dem Wort „Alkohol“ suchen.
Mögliche Begriffe sind unter anderem:
- Alkohol
- Ethanol
- Ethylalkohol
- Äthanol
- Trinkalkohol
- Rum
- Weinbrand
- Cognac
- Sherry
- Amaretto
- Kirschwasser
- Maraschino
- Calvados
- Likör
- Marsala
Außerdem lohnt sich ein Blick auf Begriffe wie Aroma, Extrakt oder Auszug. Hier kann die Situation komplizierter sein, weil Alkohol teilweise als Lösungsmittel oder Trägerstoff eingesetzt werden kann.
Auch beim Bäcker oder im Restaurant kann Alkohol schwer erkennbar sein
Bei verpackten Lebensmitteln kann man zumindest die Zutatenliste studieren.
Bei unverpackten Lebensmitteln ist das schwieriger. Ein Brötchen aus der Bäckerei, ein Stück Kuchen aus dem Café oder ein Dessert im Restaurant hat nicht zwangsläufig eine für den Kunden sichtbare vollständige Zutatenliste.
Wer Alkohol aus gesundheitlichen oder persönlichen Gründen strikt vermeiden möchte, sollte deshalb direkt nachfragen.
Ein einfaches „Ist in diesem Produkt Alkohol enthalten?“ ist dabei oft hilfreicher als die Frage nach dem Geschmack. Denn Alkohol kann in sehr kleinen Mengen vorhanden sein, ohne dass ein Lebensmittel offensichtlich danach schmeckt.
Und jetzt wird es noch interessanter: Psychoaktive Lebensmittel
Alkohol ist nicht die einzige Substanz, die über Lebensmittel oder Pflanzen aufgenommen werden kann und auf das Nervensystem wirkt.
Einige ganz normale Lebensmittel enthalten natürliche Stoffe, die stimulierend, beruhigend, wahrnehmungsverändernd oder bei hohen Mengen sogar giftig wirken können. Das bedeutet allerdings nicht, dass diese Lebensmittel deshalb „Drogen“ sind.
Ein gutes Beispiel ist Muskatnuss. Sie enthält unter anderem Myristicin. In den üblichen Mengen als Gewürz ist Muskatnuss kein Rauschmittel. Bei einer Überdosierung kann es jedoch zu Vergiftungserscheinungen und psychoaktiven Symptomen wie Verwirrtheit oder Halluzinationen kommen.
Petersilie gehört dagegen nicht in diese Kategorie. Sie enthält zwar verschiedene biologisch aktive Pflanzenstoffe und kann bei sehr hoher Exposition gesundheitliche Probleme verursachen, ist aber kein Lebensmittel, das im üblichen Sinne eine berauschende Wirkung erzeugt.
Auch Koffein ist eine psychoaktive Substanz. Kaffee, schwarzer Tee, Cola, Energydrinks und sogar Schokolade können deshalb streng genommen zu den Lebensmitteln mit psychoaktiv wirksamen Inhaltsstoffen gezählt werden. Koffein stimuliert das zentrale Nervensystem.
Die folgende kleine Übersicht ist rein informativ. Sie soll ausdrücklich keine Anleitung zum Ausprobieren sein.
| Lebensmittel / Stoffquelle | Besonderheit |
|---|---|
| Muskatnuss | Enthält unter anderem Myristicin. Große Mengen können psychoaktive Wirkungen und schwere Vergiftungserscheinungen auslösen. |
| Schlafmohn / Mohnsamen | Speisemohn kann je nach Herkunft und Verarbeitung unterschiedliche Mengen pharmakologisch aktiver Opiumalkaloide enthalten. |
| Kaffee | Enthält Koffein, einen psychoaktiven stimulierenden Stoff, der das zentrale Nervensystem anregt. |
| Schwarzer Tee | Enthält Koffein und weitere bioaktive Pflanzenstoffe. |
| Grüner Tee | Enthält Koffein und weitere stimulierende bzw. biologisch aktive Inhaltsstoffe. |
| Energy-Drinks | Enthalten meist größere Mengen Koffein und wirken dadurch stimulierend auf das zentrale Nervensystem. |
| Schokolade / Kakao | Enthält unter anderem Koffein und Theobromin. Die Wirkung ist deutlich schwächer als bei klassischen Rauschmitteln. |
| Arekanuss / Betelnuss | Enthält Arecolin und besitzt psychoaktive Eigenschaften. Gleichzeitig ist die Arekanuss als krebserregend eingestuft. |
| „Mad Honey“ / bestimmter Wildhonig | Kann aus bestimmten Rhododendronregionen Grayanotoxine enthalten und dadurch Vergiftungserscheinungen verursachen. |
| Fliegenpilz | Kein normales Lebensmittel! Muscimol und Ibotensäure können starke psychoaktive und giftige Wirkungen verursachen. |
Wichtig: Bitte nicht ausprobieren!
Die Informationen zu psychoaktiven Lebensmitteln und Pflanzen dienen ausschließlich der Aufklärung und Information.
Insbesondere Muskatnuss in großen Mengen, Arekanuss, bestimmte Wildhonige oder der Fliegenpilz sind keine harmlosen Möglichkeiten, einen Rausch zu erzeugen. Psychoaktive Wirkung und Vergiftung liegen bei solchen Stoffen teilweise sehr nah beieinander.
Beim Fliegenpilz ist besondere Vorsicht geboten: Das Bundesinstitut für Risikobewertung berichtet über Vergiftungen mit Verwirrtheit, Halluzinationen, Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma. Todesfälle sind selten, wurden aber beschrieben.
Deshalb gilt ganz klar: Diese Stoffe nicht als Experiment ausprobieren. Bei einer möglichen Vergiftung oder nach dem Verzehr unbekannter psychoaktiver Produkte sollte unverzüglich medizinische Hilfe bzw. eine Giftinformationszentrale kontaktiert werden.
Fazit: Alkohol kann sich dort verstecken, wo man ihn nicht erwartet
Wer an Alkohol denkt, denkt normalerweise an Bier, Wein oder Schnaps. Tatsächlich kann Ethanol aber auch in vielen ganz normalen Lebensmitteln vorkommen.
Manchmal entsteht er ganz natürlich durch Reifung oder Fermentation. Manchmal wird er bewusst als Zutat eingesetzt. In anderen Fällen wird er bei der Herstellung als Konservierungs- oder Trägerstoff verwendet.
Besonders überraschend sind für viele Menschen abgepackte Backwaren, bei denen Ethanol zur Haltbarmachung eingesetzt werden kann. Auch reife Bananen, Fruchtsäfte, Kefir, Sauerkraut und andere fermentierte Lebensmittel können geringe Mengen natürlichen Ethanols enthalten.
Das bedeutet nicht, dass man sich von nun an vor jedem Stück Obst oder jedem Brötchen fürchten muss. Viel wichtiger ist es, die Unterschiede zu kennen und zu wissen, wo gezielt Alkohol eingesetzt wird und wo er lediglich in sehr kleinen Mengen natürlich entstehen kann.
Wer dauerhaft und konsequent auf Alkohol verzichten möchte, kann mit einem bewussten Blick auf Zutatenlisten viele versteckte Alkoholquellen vermeiden. Und genau dafür soll diese Übersicht eine praktische Hilfe sein.
