Alkohol wird teurer: Steuer soll 2027 steigen
Alkohol wird teurer: Steuer auf Spirituosen, Sekt und Alkopops soll 2027 steigen
Ab Januar 2027 könnte Alkohol in Deutschland teurer werden. Die Bundesregierung will die Steuer auf Spirituosen, Sekt, Champagner, Likörweine und Alkopops erhöhen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Sanierung des Bundeshaushalts – das Finanzministerium verweist ausdrücklich auch auf gesundheitspolitische Gründe.
Wer regelmäßig zu Wodka, Rum, Korn oder anderen Spirituosen greift, könnte die geplante Änderung künftig beim Einkauf bemerken. Nach den Plänen der Bundesregierung sollen die entsprechenden Steuersätze zum 1. Januar 2027 um 20 Prozent steigen. Auch Sekt, Champagner, Likörweine und Alkopops wären betroffen.
Wie viel teurer wird Alkohol?
Nach den bisher bekannten Plänen soll die Steuer auf Spirituosen von derzeit 13,03 Euro auf 15,64 Euro je Liter reinen Alkohol steigen. Das entspricht einer Erhöhung um 20 Prozent.
Ein konkretes Beispiel macht die Größenordnung verständlicher: Eine 0,7-Liter-Flasche Wodka mit 40 Prozent Alkohol würde durch die Steuererhöhung voraussichtlich um knapp 90 Cent teurer werden. Dabei handelt es sich um die steuerliche Mehrbelastung – wie viel davon tatsächlich beim Verbraucher ankommt, hängt unter anderem von Herstellern und Handel ab.
Für den Staat könnte die Maßnahme gleichzeitig erhebliche zusätzliche Einnahmen bringen. Das Finanzministerium rechnet mit rund 455 Millionen Euro Mehreinnahmen pro Jahr.
Bier und Wein bleiben zunächst außen vor
Interessant ist, dass die geplante Erhöhung nicht alle alkoholischen Getränke gleichermaßen betrifft.
Die Biersteuer soll nach den derzeitigen Plänen nicht erhöht werden. Auch für Wein gibt es weiterhin keine spezielle Alkoholsteuer. Betroffen wären dagegen insbesondere:
- Spirituosen wie Wodka, Rum und Korn
- Sekt und Champagner
- Likörweine
- Alkopops und bestimmte alkoholische Mischgetränke
Damit wird Alkohol steuerlich nicht pauschal teurer, sondern vor allem bestimmte Produktgruppen werden stärker belastet.
Nicht nur eine Frage des Geldes
Die geplante Steuererhöhung hat allerdings noch einen zweiten Hintergrund.
Das Bundesfinanzministerium verweist neben den zusätzlichen Einnahmen ausdrücklich auf gesundheitspolitische Erwägungen. Die Idee dahinter: Wenn Alkohol teurer wird, könnte der Konsum zurückgehen – insbesondere bei Produkten, bei denen der Alkoholpreis einen größeren Anteil am Gesamtpreis ausmacht.
Auch eine vom Bundesgesundheitsministerium eingesetzte FinanzKommission Gesundheit hatte eine deutlich weitergehende Erhöhung der Spirituosensteuer empfohlen. Ihr Vorschlag sah sogar drei aufeinanderfolgende Erhöhungen in den Jahren 2027, 2028 und 2029 vor. Nach den Berechnungen der Kommission könnten höhere Preise langfristig dazu beitragen, den Alkoholkonsum zu reduzieren und damit unter anderem alkoholbedingte Erkrankungen und Unfälle zu vermeiden.
Warum gerade Spirituosen?
Spirituosen enthalten deutlich mehr Alkohol als beispielsweise Bier oder Wein. Eine kleine Menge eines hochprozentigen Getränks kann deshalb bereits eine erhebliche Menge reinen Alkohols enthalten.
Genau hier setzt die Steuerpolitik an: Besteuert wird die enthaltene Alkoholmenge. Beim regulären Alkoholsteuersatz beträgt die Steuer derzeit 1.303 Euro je Hektoliter reinen Alkohols, wobei für bestimmte Erzeugnisse und Herstellungsformen Sonderregelungen gelten.
Bei Alkopops kommt zusätzlich eine spezielle Verbrauchsteuer hinzu. Diese wurde bereits 2004 eingeführt und sollte ausdrücklich zum Schutz junger Menschen vor den Risiken alkoholhaltiger Süßgetränke beitragen.
Könnte dadurch weniger getrunken werden?
Genau das ist einer der gesundheitspolitischen Gründe für höhere Alkoholsteuern. Die FinanzKommission Gesundheit geht davon aus, dass höhere Preise den Konsum reduzieren können. In ihrem Bericht wird für Spirituosen mit einer entsprechenden Preisempfindlichkeit gerechnet.
Allerdings bedeutet eine höhere Steuer nicht automatisch, dass jede Flasche im Laden exakt um den entsprechenden Betrag teurer wird. Hersteller, Importeure und Händler können Preisänderungen unterschiedlich weitergeben. Auch Sonderangebote und unterschiedliche Verkaufspreise spielen eine Rolle.
Was bedeutet die Änderung für Verbraucher?
Für jemanden, der nur gelegentlich eine Flasche Spirituosen kauft, dürfte die konkrete Mehrbelastung zunächst überschaubar sein. Wer dagegen regelmäßig hochprozentigen Alkohol konsumiert, würde die Preissteigerung häufiger zu spüren bekommen.
Und genau darin liegt auch der gesundheitspolitische Ansatz: Je häufiger Alkohol gekauft und konsumiert wird, desto stärker wirkt sich eine dauerhafte Preissteigerung aus.
Ein Beispiel:
Wer bislang jeden Monat eine 0,7-Liter-Flasche Wodka mit 40 Prozent Alkohol kauft, müsste bei einer vollständigen Weitergabe der genannten knapp 90 Cent pro Flasche rund 10,80 Euro mehr im Jahr bezahlen. Bei mehreren Flaschen pro Monat steigt der zusätzliche Betrag entsprechend.
Die Steuer ist Teil einer größeren Alkohol-Debatte
Die geplante Steuererhöhung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Umgang mit Alkohol in Deutschland insgesamt stärker diskutiert wird. Erst kürzlich hat die Bundesregierung außerdem einen Gesetzentwurf auf den Weg gebracht, mit dem das sogenannte begleitete Trinken für 14- und 15-Jährige abgeschafft werden soll.
Damit zeichnet sich eine deutlichere Linie ab: Alkohol soll für junge Menschen schwerer zugänglich werden, während gleichzeitig über den Preis Einfluss auf den Konsum genommen werden soll.
Ob höhere Steuern tatsächlich zu einem dauerhaft geringeren Alkoholkonsum führen, wird sich erst langfristig zeigen. Sicher ist aber: Ab 2027 könnte der Griff zur Spirituosenflasche spürbar teurer werden.
Unser Fazit
Die geplante Alkoholsteuer ist mehr als eine reine Maßnahme zur Erhöhung der Staatseinnahmen. Sie verbindet Finanzpolitik mit Sucht- und Gesundheitspolitik.
Für Bier- und Weinkäufer ändert sich zunächst wenig. Wer regelmäßig Spirituosen, Sekt, Alkopops oder bestimmte andere alkoholische Getränke kauft, muss dagegen mit höheren Preisen rechnen.
Und vielleicht ist genau das der interessanteste Aspekt der Maßnahme: Alkohol wird nicht verboten – er soll aber teurer und damit für manche Menschen weniger attraktiv werden.
Stand: 24. August 2026. Die Angaben beziehen sich auf den derzeit bekannten Gesetzentwurf und die veröffentlichten Regierungspläne. Änderungen im weiteren Gesetzgebungsverfahren sind möglich.
Quelle: Deutschlandfunk – Steuer auf Spirituosen, Sekt und Alkopops soll 2027 steigen
